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Olympia 2008  

Bundesbürger fordern Olympia-Boykott

26.03.2008, 18:15 Uhr | t-online.de, dpa

Dunkle Wolken über dem olympischen Feuer (Foto: imago)Dunkle Wolken über dem olympischen Feuer (Foto: imago) Die Diskussion um einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking geht auch nach dem Nein des Deutschen Olympischen Sportbundes weiter. Mehr als die Hälfte der Deutschen ist einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Umfrage zufolge generell für einen Boykott oder zumindest dann, wenn sich die Lage in Tibet nach den Unruhen verschärft. Wirtschaftliche Sanktionen statt eines Boykotts brachte dagegen der Vorsitzende der Deutsch-Chinesischen Parlamentariergruppe im Bundestag, Johannes Pflug (SPD), ins Spiel.

Sportbund schließt Boykott aus

20 Prozent der Befragten seien strikt gegen eine deutsche Beteiligung an den Olympischen Spielen in Peking, hieß es in der für das Magazin "Vanity Fair" in Auftrag gegebenen repräsentativen TNS Emnid-Umfrage. Weitere 33 Prozent äußerten sich ablehnend im Fall einer Eskalation des Konfliktes. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte zu Wochenbeginn trotz des gewaltsamen Vorgehens Chinas in Tibet einen Boykott ausgeschlossen. 43 Prozent befürworten dies: 24 Prozent denken, ein Boykott bringe nichts, 19 Prozent halten den Tibet-Konflikt für eine innere Angelegenheit Chinas.

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Schäuble: Löst die Probleme nicht

Auch der für Sport zuständige Innenminister Wolfgang Schäuble sprach sich erneut gegen einen Boykott der Pekinger Spiele aus. Dies wäre nicht im Sinne derer, die in China für eine Veränderung kämpften, sagte der CDU-Politiker der "Vanity Fair". Man dürfe vom Sport nicht verlangen, dass er Probleme löse, welche die Politik noch nicht lösen konnte. "Wir setzen auf eine Öffnung Chinas und hoffen, dass die Spiele sie fördern."

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"Kontraproduktiv für jedes hehre Ziel"

Der Präsident des DOSB, Thomas Bach, sagte im interview mit dem "Tagesspiegel": "Der Sport darf nicht als politischer Knüppel missbraucht werden." Ein Boykott sei "kontraproduktiv für jedes hehre Ziel." Isolation sei der falsche Weg. "Wenn die Spiele abgesagt oder boykottiert würden, werden die Scheinwerfer der Weltöffentlichkeit, die sich jetzt auf China richten, wieder abgedreht. Das kann niemand wollen", meinte Bach.

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Nooke: Protestaktionen sollen erlaubt sein

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke, lehnt einen Boykott ebenfalls ab. Er forderte jedoch das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf, politische Protestaktionen der Sportler während der Olympischen Spiele zu erlauben. Nooke sagte der "Berliner Zeitung": "Wenn das IOC die Spiele weiter an Länder wie China oder Russland vergeben will, dann muss es den Sportlern auch erlauben, sich politisch zu äußern, und ihnen nicht mehr mit Konsequenzen drohen". Die IOC-Charta verbietet die Zurschaustellung politischer Ansichten.

Grüne: Alle Optionen offen lassen

Neue Kritik an der Entscheidung gegen den Boykott kam unterdessen von den Grünen. "Es ist zu früh zu entscheiden, ob die Olympischen Spiele boykottiert werden oder nicht", sagte menschenrechtspolitischer Sprecher der Partei, Volker Beck. Das Nein zu einem Boykott dürfe "je nach Entwicklung nicht in jedem Fall auch das letzte Wort" sein. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Kerstin Müller forderte von China Verhandlungen mit dem Dalai Lama, dem religiösen Oberhaupt Tibets. "Wenn diese Dialogbereitschaft nicht erkennbar ist, dann erwägen wir alles von Teilboykott-Maßnahmen bis hin zu einer vollständigen Nicht-Teilnahme", sagte sie.

Lieber wirtschaftlicher Druck?

Der Vorsitzende der Deutsch-Chinesischen Parlamentariergruppe im Bundestag, Johannes Pflug, sprach sich dagegen für wirtschaftlichen Druck statt für einen Boykott aus. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte der SPD-Politiker: "Man muss darüber reden, welche Güter man nach China liefert." So könne zum Beispiel die Lieferung von Luxusgütern ausgesetzt werden.

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