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Die Flamme ist in den Händen der Gastgeber

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Olympia 2008 in Peking  

Die Flamme ist in den Händen der Gastgeber

30.03.2008, 17:58 Uhr | sid

Das olympische Feuer geht im Athener Panathinaikos-Stadion (Foto: dpa)Das olympische Feuer geht im Athener Panathinaikos-Stadion (Foto: dpa) Ohne massiven Polizeieinsatz geht derzeit nichts, wenn sich Olympia auf öffentlichen Plätzen abspielt: Die Übergabe des Feuers vom Mutterland der Spiele, Griechenland, an den Veranstalter China wurde jedoch nur von wenigen Protesten begleitet. Sicherheitskräfte hielten die mit Spruchbändern und "Rettet Tibet"-Rufen auf die unhaltbare politische Situation in Fernost aufmerksam machenden Menschen problemlos in Schach. Insgesamt waren 2000 Polizisten im Einsatz. 20.000 Zuschauer verfolgten die Zeremonie im Panathinaikos-Stadion von Athen. Am Montag wird die Flamme in Peking auf dem Platz des Himmlischen Friedens erwartet; dort, wo 1989 Studentenproteste unter massivem Militäreinsatz auf brutalste Weise beendet worden waren.

Video Übergabe des Olympischen Feuers an China

Diskussion europaweit Kein TV-Boykott

"Keine politische Debatte"

Schon die Entzündung des Feuers am Ostermontag war von Protesten begleitet worden. "Wir sind hier, um den olympischen Geist zu feiern, nicht für eine politische Debatte", sagte Wang Wei, Vizepräsident des Pekinger Organisationskomitees BOCOG, schon im Vorfeld. Deshalb waren Banner und sämtliche Gegenstände, die als Wurfgeschosse genutzt werden könnten, verboten.

An der Akropolis übernachtet

Auch in Peking wurden die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Platz des Himmlischen Friedens extrem verschärft. Am 29. März war die Flamme zur Akropolis getragen worden, wo sie über Nacht blieb. Der Zugang zum Wahrzeichen Athens war deshalb gesperrt, das galt auch für Medienvertreter.

Video Demonstranten stören Olympia-Zeremonie (24.3.)

Wache EU

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner rief derweil dazu auf, die Entwicklung in China und Tibet in den nächsten Wochen genau zu beobachten und erst dann über einen möglichen Olympiaboykott zu entscheiden. "Bis zur Eröffnungsfeier sind es noch gut vier Monate. Wir sollten uns genau anschauen, wie sich Peking in den nächsten Wochen verhält - und dann über Boykottmaßnahmen entscheiden", sagte die Politikerin aus Österreich der "Bild am Sonntag".

Nur noch knappes Votum für Peking

Klare Aussage zum Völkermord in Tibet (Foto: dpa)Klare Aussage zum Völkermord in Tibet (Foto: dpa) Die deutsche Bevölkerung steht Olympia nach den weltweiten Protesten gegen Chinas gewaltsames Vorgehen in der autonomen Region Tibet derweil kritisch gegenüber. Bei einer repräsentativen Umfrage des Nachrichtenmagazins "Focus" befürworteten nur 47 Prozent der Befragten die Vergabe der Spiele an China, 45 Prozent halten die Entscheidung für falsch.

Busemann sieht unauflösbares Dilemma der Athleten

Aus Sicht des Zehnkampf-Olympiazweiten von 1996, Frank Busemann, hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit der Vergabe der Sommerspiele nach Peking die Athleten in ein Dilemma gestürzt. "Sagt ein Athlet nichts zur Situation in China, wird er wegen Gedankenlosigkeit kritisiert. Äußert er sich und schneidet in Peking schlecht ab, muss er sich vielleicht von seinem Verband vorwerfen lassen, sich politisch engagiert, aber seine Aufgabe in der Arena vergessen zu haben", sagte der Silbermedaillengewinner von Atlanta dem "Focus". Deshalb forderte Busemann mehr Mitsprache der Athleten bei der Vergabe der Olympischen Spiele: "Es muss sich hier wahrscheinlich etwas ändern, denn die Sportler haben Grund, auf die Funktionäre sauer zu sein." Die Athleten haben allerdings bereits jetzt ein Mitspracherecht. Sie sind über die Athletenkommission im IOC vertreten. Sergej Bubka als Präsident der Athletenkommission sitzt zudem in der IOC-Exekutive.

Tibet setzt eigenen Fackellauf über Oberbayern fort

Auch der alternative tibetische Fackellauf setzte seine Reise fort und erreichte am 29. März München. Nach einer Kundgebung auf dem Marienplatz erfolgte die zeremonielle Übergabe der Fackel an den deutsch-tibetischen Marathonläufer Namri Dagyab. München war die einzige deutsche Etappe des Laufs, der durch mehr als 20 Länder von Europa über Nord- und Südamerika nach Australien und Asien führt. Die tibetische Fackel, die am Jahrestag des Volksaufstandes (10. März) entzündet worden war, steht für Gerechtigkeit und Freiheit und soll am 8. August Tibet erreichen.

Der Weg des Olympischen Feuers mit den wichtigsten Stationen:
24. März: Entzündung der Flamme im antiken Olympia
25. bis 29 März: Tournee durch Griechenland nach Athen
30. März: Zeremonie im Athener Olympiastadion von 1896
31. März: Zeremonie in Peking 2. April: Almaty/Kasachstan
3. April: Istanbul
5. April: St. Petersburg
6. April: London
7. April: Paris
9. April: San Francisco
11. April: Buenos Aires
13. April: Daressalaam/Tansania
14. April: Mascat/Oman
16. April: Islamabad
17. April: Mumbai/Indien
19. April: Bangkok
21. April: Kuala Lumpur
22. April: Jakarta
24. April: Canberra
26. April: Nagano/Japan
27. April: Seoul
28. April: Pyeongchang
29. April: Ho-Chi-Minh-Stadt
2. Mai: Hongkong
3. Mai: Macau
4. Mai bis 7. August: Tournee durch China (Tibet: 19. bis 21.Juni)
8. August: Ankunft in Peking
Der Weg der olympischen Fackel (Grafik: dpa)Der Weg der olympischen Fackel (Grafik: dpa)

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