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Olympia 2008  

Danckert und Bach geraten aneinander

04.04.2008, 14:51 Uhr | sid, dpa

Das olympische Feuer (Foto: imago)Das olympische Feuer (Foto: imago) Bei der Diskussion um einen Olympia-Boykott sind Thomas Bach und Peter Danckert, der Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, heftig aneinandergeraten. Der SPD-Politiker warf dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" nicht nur eine "voreilige und überflüssige Festlegung" in der Boykott-Frage vor, sondern griff Bach auch wegen dessen geplanter Teilnahme am olympischen Fackellauf in China an. Das wiederum bezeichnete der höchste deutsche Sportfunktionär in einem offenen Brief als "schlicht niveaulos".

Angst vor Protesten Fackellauf in Neu-Delhi verkürzt
Video Übergabe des Olympischen Feuers an China
Video Demonstranten stören Olympia-Zeremonie (24.3.)

Bach kontert mit offenem Brief

"Es gehört schon eine gewisse Chuzpe von Ihnen dazu, zwei Reisen des Sportausschusses des Bundestages nach China zu den Olympischen Spielen und Paralympics zu bestätigen und gleichzeitig den Beschluss des DOSB, Athleten dorthin zu entsenden als voreilig und überflüssig zu bezeichnen", so Bach in einem auf der DOSB-Internetseite veröffentlichten Schreiben an Danckert. Der DOSB-Chef verweist darauf, dass sowohl die Bundeskanzlerin als auch der Bundesaußenminister ebenso wie der Bundesinnenminister sich mehrfach gegen einen Boykott der Athleten ausgesprochen hätten - "im übrigen im Einklang mit dem Dalai Lama."

Kein Verständnis für Bach

Danckert hatte zuvor wenig Verständnis für das Vorhaben Bachs gezeigt, am Fackellauf teilzunehmen. "Seine Teilnahme hätte eine politische Komponente. Da muss man sich nicht ausgerechnet dort zeigen, wo es politisch am brisantesten ist."

DOSB schließt Boykott aus

Der DOSB hatte in einer Erklärung vom 24. März einen Olympia-Boykott ausgeschlossen und bekanntgegeben, er werde "nach Abwägung aller Argumente und in Wahrnehmung seiner Verantwortung gegenüber den Athleten eine Mannschaft zu den Olympischen Spielen 2008 entsenden". Danckert findet, "dass der Sport solche Dinge nicht ohne Abstimmung mit der Politik machen darf und machen kann".

Entschluss DOSB gegen Olympia-Boykott

Trögers Äußerungen sorgen für Wirbel

Auch Walter Tröger wurde von Danckert attackiert. Der IOC-Funktionär hatte Sportlern mit dem Ausschluss von den Wettkämpfen gedroht, sollten sie in Peking offen gegen Chinas Tibet-Politik protestieren. Solche Äußerungen seien nicht hilfreich, sagte Danckert: "Wir werden sehr genau darauf achten, ob Meinungsäußerungen von Athleten in Peking bestraft werden. Die zentrale Frage ist: Akzeptieren der Sport, das IOC und der DOSB das Recht auf freie Meinungsäußerung als Menschenrecht?" Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) bezeichnete die Drohung Trögers als einen "Skandal".

Proteste Tröger warnt Olympia-Starter vor Konsequenzen

Tröger: Diskussion nimmt "pathologische Züge an"

Tröger selbst hat unterdessen nachgelegt. In seinen Augen nimmt die Diskussion um die Olympischen Spiele "langsam pathologische Züge an". Er könne sich nur noch wundern, wie jeder Versuch sachlicher Klarstellung umgedeutet werde, sagte der 79-Jährige. Er habe lediglich darauf hingewiesen, dass die IOC-Charta politische Demonstrationen in den Olympiastätten verbiete. Zudem habe er den Sportlern "nicht gedroht, sondern nur die Regeln erklärt." Gleichzeitig habe er unterstrichen, dass niemand wegen politischer Äußerungen seine Medaille verlieren werde, betonte Tröger. Eine nachträgliche Disqualifikation komme nur bei einem sportlichen Regelverstoß wie zum Beispiel Doping in Frage. Es stehe auch jedem Athleten frei, ob er an der Eröffnungsfeier teilnehmen wolle.

Der Weg des Olympischen Feuers mit den wichtigsten Stationen:
24. März: Entzündung der Flamme im antiken Olympia
25. bis 29 März: Tournee durch Griechenland nach Athen
30. März: Zeremonie im Athener Olympiastadion von 1896
31. März: Zeremonie in Peking
2. April: Almaty/Kasachstan
3. April: Istanbul
5. April: St. Petersburg
6. April: London
7. April: Paris
9. April: San Francisco
11. April: Buenos Aires
13. April: Daressalaam/Tansania
14. April: Mascat/Oman
16. April: Islamabad
17. April: Mumbai/Indien
19. April: Bangkok
21. April: Kuala Lumpur
22. April: Jakarta
24. April: Canberra
26. April: Nagano/Japan
27. April: Seoul
28. April: Pyeongchang
29. April: Ho-Chi-Minh-Stadt
2. Mai: Hongkong
3. Mai: Macau
4. Mai bis 7. August: Tournee durch China (Tibet: 19. bis 21.Juni)
8. August: Ankunft in Peking
Der Weg der olympischen Fackel (Grafik: dpa)Der Weg der olympischen Fackel (Grafik: dpa)

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