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Jacques Rogge: Absage an Maulkorberlass für Olympia-Athleten

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Olympia  

Kein Maulkorberlass für Olympia-Athleten

11.04.2008, 14:56 Uhr | dpa

Claudia Bokel (Foto: dpa)Claudia Bokel (Foto: dpa) Reden erlaubt, Propaganda verboten: Nach Jacques Rogges deutlicher Absage an den "Maulkorberlass" haben die Olympia-Teilnehmer mehr Planungssicherheit, aber die eigentliche Aufklärungsarbeit beginnt erst jetzt. "Für uns war die Erklärung von Jacques Rogge zum mündigen Athleten sehr wichtig. Es ist ein gutes Zeichen, dass wir Athleten gehört wurden. Jetzt warten wir auf die Richtlinien", sagte die europäische Athletensprecherin Claudia Bokel. Das Bekenntnis des IOC-Präsidenten zum "mündigen Athleten" hat die wochenlangen Diskussionen entscheidend entschärft.

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Keine politischen Demonstrationen

"Die Athleten dürfen überall, auch in offiziellen Pressekonferenzen, ihre Meinung auch über kritische Themen wie Tibet und Menschenrechte frei äußern", hatte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) erklärt, "die Athleten haben aber auch das Recht zu schweigen." Bei politischen Demonstrationen auf dem olympischen Hoheitsgebiet, der Eröffnungs- oder Schlussfeier droht allerdings die Disqualifikation. Die Olympische Charta stellt in Artikel 51 "jede politische, religiöse oder rassistische Demonstration oder Propaganda an den Olympischen Stätten" unter Strafe.

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DOSB will Empfehlung aussprechen

Das IOC will einen entsprechenden Leitfaden, was, wo und wie genau erlaubt ist und was nicht in den kommenden Tagen an die verschiedenen Nationalen Olympischen Komitees (NOK) schicken. Dann ist der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gefordert. "Wir werden eine Verhaltenskodex erarbeiten, den wir den Athleten zur Verfügung stellen", offenbarte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper, "die Deutschen haben in den IOC-Diskussionen eine führende Rolle gespielt. Das Leitbild des mündigen Athleten ist uns sehr wichtig. Wir werden eine Empfehlung aussprechen, aber keine Handreichung geben."

Tragen von tibetischen Flaggen erlaubt?

Ob das Tragen von Schweißbändern, Bademänteln oder Kopftüchern in den Farben der tibetischen Flagge Propaganda oder doch freie Meinungsäußerung ist, wollten die Spitzenfunktionäre knapp vier Monate vor der olympischen Eröffnungsfeier noch nicht endgültig klären - weder Rogge, noch Vesper, noch DOSB-Präsident Thomas Bach. Jedes NOK kann sich vor den Spielen beim IOC Rat holen. "Wir werden jeden Fall mit sehr, sehr viel Menschenverstand entscheiden", versprach Rogge. Die IOC-Exekutive nimmt sich bei den Spielen jede Regelverletzung vor. Ihr Urteil ist laut Charta bindend.

Keine politischen Statements bei der Eröffnungsfeier

"Es gibt 205 verschiedene NOKs. Viele Nationen stehen miteinander in Konflikt. Wir wollen nicht, dass dies bei Olympischen Spielen thematisiert wird", so Rogge. Sein Vize Bach wurde sogar noch deutlicher: "Wir wollen nicht, dass Sportler bei der Eröffnungsfeier politische Banner oder Porträts ihrer politischen Führer durchs Stadion tragen." Da war es wieder, das politische IOC, das bei jeder Gelegenheit betont, nicht politisch sein zu wollen.

Bubka: "Erfolg oder Diskussionen"

Sergej Bubka lachte, als er gefragt wurde, welches T-Shirt mit welcher politischen Botschaft die Athleten denn nun wann anziehen dürften. "Es war noch nie so kompliziert, Athlet zu sein", sagte der Vorsitzende der Athleten-Kommission, "aber es kommt auch immer darauf an, was ein Athlet bei Olympia will. Erfolg haben oder sich in Diskussionen verzetteln."

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