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Iraner verzichtet auf Finale und Zeremonie

16.08.2010, 15:51 Uhr | dpa, dpa

Jugend-Olympia: Iraner verzichtet auf Finale und Zeremonie. Der Silbermedaillengewinner fehlt: Mohammad Soleimani aus dem Iran kommt weder zum Finale noch zur Zeremonie. (Foto: imago)

Der Silbermedaillengewinner fehlt: Mohammad Soleimani aus dem Iran kommt weder zum Finale noch zur Zeremonie. (Foto: imago)

Die Politik macht anscheinend auch vor den Olympischen Jugendspielen in Singapur nicht Halt. Der Iraner Mohammad Soleimani verzichtete unmittelbar vor dem Finale im Taekwondo auf eine Teilnahme. Offizielle Begründung war eine Verletzung Soleimanis. Es wird allerdings über einen politischen Hintergrund spekuliert: Der Gegner im Finale wäre Gili Haimovitz aus Israel gewesen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) ermittelt nun die Hintergründe in dieser Sache.

In der Geschichte der Olympischen Spiele ist es nicht das erste Mal, dass der Iran auf sportliche Wettkämpfe gegen israelische Sportler verzichtet. So trat 2008 in Peking der Schwimmer Mohammad Alirezaei beim Vorlauf nicht an, weil in diesem Lauf auch der Israeli Tom Beeri gemeldet war. 2004 in Athen fuhr der damals amtierende Judo-Weltmeister Arash Miresmaeili ohne einen Kampf bestritten zu haben nach Hause, da ihm als Gegner in der ersten Runde der Israeli Ehud Vaks zugelost worden war. Um mögliche Sanktionen zu vermeiden, erschien er zum Wiegen mit zwei Kilo Übergewicht.

Kritik von IOC-Mitglied Bach

Der deutsche Vizepräsident des IOC, Thomas Bach, kritisierte die Vorgehensweise des Iran und kündigte eine Untersuchung an: "Das ist schon bei uns angekommen. Wir werden nun die Hintergründe sichten", sagte Bach. "Es wird in Singapur sicher noch verschärft dadurch, dass hier Minderjährige für politische Probleme missbraucht werden könnten", erklärte der Fecht-Olympiasieger von 1976.

Iran bestreitet den Vorwurf

Der iranische Funktionär Mohammed Malekabadi versicherte, dass Soleimani wirklich verletzt sei. "Er ist bereits mit einer Verletzung nach Singapur gekommen", sagte Malekabadi. "Trotzdem hat er versucht, teilzunehmen und ins Finale zu kommen.", beteuerte der Funktionär.

Getrübte Freude über Gold

Daniel Oren, Teamchef der israelischen Jugendspiele-Delegation, freute sich zwar über die erste Goldmedaille, zeigte sich aber auch enttäuscht, dass sie nicht erkämpft werden konnte. "Wir wussten, dass der Iraner das Finale wohl gewonnen hätte und wussten auch, dass er nicht antreten würde", sagte Oren. "Das ist ihr System. Wir haben die Medaille, wir hätten sie aber lieber im Wettkampf gewonnen", prangerte Oren die Vorgehensweise der Iraner an.

Der israelische Athlet Haimovitz war einfach froh die Goldmedaille gewonnen zu haben, ganz egal ob mit oder ohne Gegner: "Ich will nichts mit Politik oder so etwas zu tun haben", sagte der 17-Jährige. "Ich war bereit für den
Kampf. Ob er gekommen ist oder nicht, das stört mich nicht."

Seit 1979 keine sportlichen Auseinandersetzungen mehr

Alex Gilady, israelisches IOC-Mitglied, vermutet hinter dem Verhalten der iranischen Delegation eine klare Taktik und ausschließlich politische Gründe: "Auch wenn er verletzt sein sollte, hat er Silber gewonnen, hätte auf dem Siegerpodium stehen, die israelische Hymne hören und die iranische Fahne unter der israelischen sehen müssen", sagte Gilady. "Sie haben ihn deshalb in einen Krankenwagen gesteckt, um so keine Krise zu schaffen und mögliche Maßnahmen zu vermeiden. Es soll aussehen, als wäre alles okay." Seit der islamischen Revolution 1979 haben keine sportlichen Wettkämpfe zwischen Athleten beider Länder stattgefunden.

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