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Olympia 2018: Pyeongchang setzt sich gegen München durch

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Olympia 2018: Pyeongchang bekommt den Zuschlag

06.07.2011, 17:18 Uhr | dpa

Olympia 2018: Pyeongchang setzt sich gegen München durch. Die Olympischen Winterspiele 2018 finden in Pyeongchang statt. (Foto: Reuters)

Die Olympischen Winterspiele 2018 finden in Pyeongchang statt. (Foto: Reuters)

Der Münchner Olympia-Traum ist ausgeträumt - gejubelt wird in Südkorea: Favorit Pyeongchang hat es im dritten Anlauf geschafft und lädt die Sportwelt im Jahr 2018 zu den 23. Olympischen Winterspielen ein. (Kommentar: Pyeongchang hatte die besseren Argumente)

Schon im ersten Wahlgang entschied sich die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Durban für den neuen Wintersportmarkt auf dem bevölkerungsreichsten Kontinent Asien und belohnte das zehnjährige intensive und beharrliche Werben Südkoreas. Selbst Franz Beckenbauers Sieger-Gen half auf den Tag genau elf Jahre nach dem Zuschlag für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland nicht.

Entscheidung schon im ersten Wahlgang

Pyeongchang bekam überraschend schon in der ersten Runde mit 63 Stimmen die absolute Mehrheit. Trotz einer überzeugenden Kampagne und eines kräftigen Endspurts in Durban mit Bundespräsident Christian Wulff und Beckenbauer erhielt München nur 25 Stimmen. Damit reichte es im millionenschweren Dreikampf nur zur nutzlosen Silbermedaille vor dem französische Annecy (7 Stimmen).

Münchens Niederlage war Deutschlands vierte nacheinander im Kampf um Olympische Spiele. Zuvor waren Berchtesgaden (1992/Winter), Berlin (Sommer/2000) und Leipzig für die Sommerspiele 2012 gescheitert. Mit emotionalen Bildern und eindringlichen Worten hatte die bayerische Landeshauptstadt bis zuletzt um den Sieg gekämpft. Die 45-minütige Abschlusspräsentation bewertete Beckenbauer als "Tüpfelchen auf dem i". Bundespräsident Wulff lobte: "Besser kann man Deutschland mit all seinen Möglichkeiten nicht darstellen."

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Bach lässt erneute Bewerbung offen

Vorkämpferin Katarina Witt hatte Tränen in den Augen. "Es ist unheimlich schwer zu verstehen, wenn man wie wir heute so eine gute Präsentation abgeliefert hat", sagte die Kuratoriums-Vorsitzende und Doppel-Olympiasiegerin im Eiskunstlauf. Offenbar habe der "Mitleidsfaktor" für Pyeongchang nach zwei Niederlagen bei der Wahl eine Rolle gespielt.

IOC-Vize Thomas Bach war enttäuscht, zeigte sich aber gefasst. "Der Sport hat wieder gezeigt: Siege sind nicht alles. Aber Niederlagen sind auch nicht das Ende von allem. Wir müssen nun in Ruhe überlegen, ob es sinnvoll ist, sich noch einmal zu bewerben", meinte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Starke Unterstützung durch koreanische Politik und Wirtschaft

Beharrlichkeit könnte sich auszahlen, wie das Beispiel von Pyeongchang zeigt. "Wir sind jetzt wirklich bereit", hatte Bewerbungschef Cho Yang Ho die 95 stimmberechtigten Mitglieder nach den Niederlagen für 2010 und 2014 beschworen. "Pyeongchang 2018 ist eine nationale Priorität der koreanischen Regierung - und das schon seit zehn Jahren", hatte Staatspräsident Lee Myung-Bak betont. Er verbürgte sich für die Erfüllung aller Versprechen.

Unter dem Motto "Neue Horizonte" sollen die Spiele in Fernost vom 9. bis 25. Februar 2018 ausgetragen werden. Hinter der Bewerbung stehen finanzstarke Konzerne und die Politik. In Südkorea war Olympia schon einmal zu Gast: bei den Sommerspielen 1988 in der Hauptstadt Seoul.



Infografik Die drei Olympia-Bewerber im Vergleich

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