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IOC: Thomas Bach kandidiert für Präsidentenamt

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Olympia 2014

Thomas Bach kandidiert für IOC-Präsidentenamt

09.05.2013, 16:56 Uhr | sid

Die Wahl soll am 10. September in Buenos Aires auf der IOC-Vollversammlung stattfinden.

Kaum hatte Thomas Bach offiziell zum Gipfelsturm in den Olymp des Weltsports angesetzt, da bekam er schon Rückenwind von Angela Merkel. "Die Bundeskanzlerin begrüßt seine Kandidatur sehr und wünscht ihm Erfolg", teilte eine Regierungssprecherin mit. Unmittelbar zuvor hatte Bach auf einer Pressekonferenz in Frankfurt verkündet, was eigentlich keine Überraschung mehr war: Der 59-Jährige wird sich am 10. September in Buenos Aires als Nachfolger des scheidenden IOC-Präsidenten Jacques Rogge zur Wahl stellen.

"Ich glaube, dass meine langjährige Erfahrung und aufgebauten Vertrauensverhältnisse sowie mein Herzblut als Athlet und Olympiasieger den ein oder anderen überzeugen können", begründete Bach seine Entscheidung. Ganz staatsmännisch war der DOSB-Boss einen Tag, nachdem er Jacques Rogge per Telefon über seine Kandidatur informiert hatte, in grauem Anzug und mit hellblauer Krawatte vor die Medien getreten.

Einheit in Vielfalt

Mit seinem Wahlkampfmotto "Einheit in Vielfalt" will er bis zum Stichtag bei der 125. Vollversammmlung in Buenos Aires auch die rund 100 Mitglieder des IOC-Imperiums überzeugen. "Die programmatischen Aussagen werden unter diesem Titel stehen. Es bringt die Universalität der olympischen Idee auf der einen Seite und die Solidarität des internationalen Sports auf der anderen Seite gut zum Ausdruck", sagte der Wirschaftsanwalt aus Tauberbischofsheim. Er ist der zweite Deutsche, der sich nach Willi Daume 1980 um das höchste Amt im Weltsport bewirbt. Daume unterlag damals dem Spanier Juan Antonio Samaranch.

Bach, 1976 in Montreal Fecht-Olympiasieger mit der Florett-Mannschaft, stürzte sich voller Tatendrang in den Wahlkampf. "Als Sportler liebt man die Wettkampfsituation. Deshalb freue ich mich auf die vier Monate Wettkampf", sagte der Jurist.

IOC-Präsident als Ehrenamt

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach begrüßte die Entscheidung des ehemaligen Weltklasse-Fechters. "Er hat uns persönlich von seiner Entscheidung informiert, und ich habe ihn spontan dazu beglückwünscht", sagte Niersbach. Er wisse, welch außergewöhnlich hohe Wertschätzung Bach im internationalen Sport genieße und über welch große Erfahrung und enorme Kompetenz dieser verfüge.

DOSB-Generalsekretär Michael Vesper beteuerte, dass der ganze deutsche Sport hinter Bach stehe. Vesper bezeichnete Bach als echten Mannschaftskapitän, der stets den Dialog mit seinen Partnern suche. Der Kandidat betonte derweil schon einmal, dass er nicht der erste vollbezahlte IOC-Chef werden will. "Ich würde das Amt als Ehrenamt wahrnehmen", sagte Bach. Der 71-jährige Rogge hatte jüngst angekündigt, der IOC-Exekutive vorschlagen zu wollen, den bezahlten Präsidenten zu bewilligen.

Favorit auf Chefsessel

Als gutes Omen wertete Bach die Tatsache, dass er mit dem Florett-Team 1977 ausgerechnet in Buenos Aires Weltmeister wurde. "Damals lagen wir im Finale gegen Italien mit 1:7 zurück und haben trotzdem noch gewonnen." Das Gefecht ging als "die Legende" der Finalkämpfe in die Geschichte ein. "Vielleicht ist das ein gutes Omen", sagte Bach und schmunzelte.

Der fränkische IOC-Vize gilt in Fachkreisen als Favorit auf den olympischen Chefsessel. Im Falle einer Wahl wäre Bach, dessen mögliche Gegenkandidaten sich bis 6. Juni beim IOC erklären müssten, der neunte Präsident in der Geschichte der 1894 gegründeten Weltsport-Regierung.

Rogge hält große Stücke auf Bach

Auch Rogge hält große Stücke auf den Deutschen. "Thomas Bach hat alle Qualitäten, die ein Präsident braucht: Er ist intelligent, kennt den Sport, liebt den Sport, kann Teams bilden, er hat das Geschick", hatte der nach zwei Amtsperioden ausscheidende Belgier bereits 2011 gesagt.

Dass eine eventuelle Wahl des ehemaligen Spitzensportlers die Chancen der deutschen Bewerbung um die Ausrichtung der Winterspiele 2022 erhöhen würde, glaubt Walther Tröger, ehemaliger Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) nicht. "Er muss sich als Präsident neutral verhalten. Seine Unterstützung wird auch nicht benötigt. Die Bewerbung ist so gut, dass sie für sich steht", sagte das langjährige IOC-Mitglied.

Kein Vergleich zu Willi Daume

Einen Vergleich mit jenen Zeiten, in denen sich Willi Daume 1980 als erster Deutscher um das höchste Amt im Weltsport bewarb, lässt Tröger nicht zu: "Damals gab es keine Vorbereitung. Da haben sich gestandene Persönlichkeiten zur Wahl gestellt, die für Seilschaften nicht verfügbar waren. Das hat sich inzwischen verändert."

09.05.2013, 16:56 Uhr | sid

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