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Olympia 2020: Ringen bleibt offizielle Disziplin

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"Fehler korrigiert"  

Ringen bleibt offizielle Olympia-Disziplin

08.09.2013, 20:44 Uhr | sid, dpa

Olympia 2020: Ringen bleibt offizielle Disziplin . Entscheidung gefallen: Ringen bleibt olympisch.  (Quelle: imago/Itar-Tass)

Entscheidung gefallen: Ringen bleibt olympisch. (Quelle: Itar-Tass/imago)

Die Traditionssportart Ringen hat den olympischen Überlebenskampf gewonnen. Sieben Monate nach der drohenden Streichung des Olympia-Status erhielt die Kampfsportart bei der 125. Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Buenos Aires den letzten freien Platz im Programm der Spiele 2020 und 2024.

Mit 49 von 95 abgegebenen Stimmen setzte sich Ringen klar vor den Mitbewerbern Baseball/Softball (24) und Squash (22) durch. Damit korrigierte die IOC-Session das Fehlurteil der eigenen Exekutive, die sich im Februar für die Streichung des jahrtausendealten Sport aus dem Programm ausgesprochen hatte.

Wladimir Putin ist bekennender Befürworter

"Es war solch ein Fehler, er muss einfach korrigiert werden", hatte IOC-Präsidentschaftskandidat Denis Oswald aus der Schweiz schon vor der Abstimmung stellvertretend für viele gesagt. Die Entscheidung der Exekutive hatte damals weltweit Unverständnis und Empörung hervorgerufen. Zu den entschiedensten Fürsprechern der Ringer zählte unter anderen Kremlchef Wladimir Putin.

"Wir sind nun überglücklich, dass die IOC-Vollversammlung der Empfehlung des Exekutiv-Ausschusses vom Mai gefolgt ist und Ringen weiter zur Familie der olympischen Sportarten zählt", sagte derweil Manfred Werner, Präsident des Deutschen Ringer-Bundes (DRB).

Regeländerungen sollen Sportart reformieren

Mit umfassenden Regeländerungen hatte die Sportart in den vergangenen Monaten unter dem neuen Verbandspräsidenten Nenad Lalovic ihren Reformprozess vorangetrieben. In Zukunft wird in zwei Runden à drei Minuten gekämpft und mehr Aktivität belohnt - die Kämpfe sollen nach Punkten und nicht wie bisher nach Runden entschieden werden. Es gibt zwei Gewichtsklassen mehr für Frauen - auf Kosten der Männer.

"Wir haben Fehler gemacht und wir haben zugehört und wir haben gelernt. Wir haben unsere Statuten demokratisiert mit mehr Frauen und Athleten im Vorstand", sagte der neue Verbandschef Lalovic. Die FILA soll künftig auch für Frauen geöffnet werden, eine Vizepräsidentin soll her. "Der Verband hat die Gründe für die Streich-Empfehlung verstanden und gut reagiert", lobte IOC-Präsident Jacques Rogge, dessen große Reformpolitik gescheitert ist.

Denn mit der Entscheidung pro Ringen bleibt beim Olympia-Programm alles beim alten. Rogges groß angekündigte Reform beschränkt sich auf die Aufnahme von Golf und Rugby bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro.

Baseball/Softball und Squash werden abgelehnt

Trotz flammender Appelle bei den abschließenden Präsentationen fanden die Bewerbungen von Baseball/Softball und Squash bei den Olympiern kein Gehör. "Wir sind der einzige neue Sport, der in der engeren Auswahl steht. Wir wollen das olympische Programm erfrischen", hatte der indische Weltverbandspräsident Narayana Ramachandran, erklärt und darauf hingewiesen, dass Squash in 185 Ländern gespielt werde.

Auch für die gemeinsame Bewerbung von Baseball und Softball, die 2005 bei Olympia ausgemustert worden waren und 2008 in Peking letztmals auf dem Programm standen, fand sich keine Mehrheit. Der Internationale Baseball- und Internationale Softball-Verband hatten sich im Vorjahr zusammengeschlossen, um die Chancen für ein Olympia-Comeback zu verbessern.

Exekutive darf neue Sportarten aufnehmen

Knapp zwei Stunden vor der Abstimmung hatte es noch eine kontroverse Debatte unter den Delegierten gegeben. IOC-Spitzenfunktionär Richard Pound kritisierte die Sinnhaftigkeit von Rogges vermeintlicher Programm-Reform, die seiner Meinung nach keine ist. "Jetzt sind wir wieder da, wo wir vor sieben Monaten begonnen haben. Squash und Baseball/Softball wurden durch unnötige Härtetests geschickt." Pound bat deshalb um einen Aufschub der Abstimmung bis zur kommenden Vollversammlung in Sotschi.

Bei der Session 2007 in Guatemala-Stadt hatten die IOC-Mitglieder einstimmig den Modus beschlossen, der Exekutive den Vorschlag zu überlassen, neue Sportarten aufzunehmen und alte aus dem Programm zu lösen. Rogge erinnerte seine Kollegen an Guatemala und verteidigte seine Strategie. "Wir sollten jetzt abstimmen und unsere eigene Entscheidung von damals respektieren." IOC-Marketing-Chef Gerhard Heiberg sah es ähnlich: "Alle Sportarten haben viel Zeit und Geld investiert. Sie erwarten von uns eine Entscheidung", sagte der Norweger.

Weitere Reaktionen:

Nenad Lalovic (Präsident des Ringer-Weltverbandes FILA): "Ich bin erleichtert und überglücklich. Aber unser Kampf hört damit nicht auf. Ringen ist kein neuer Sport, aber das Ringen, das wir jetzt präsentieren, ist ein neues Ringen."

Alexander Karelin (dreifacher Ringer-Olympiasieger aus Russland): "Es war eine Lektion für uns. Das hat unser Team zusammengeschweißt. Jetzt haben wir eine neue fantastische Perspektive."

Alexander Leipold (21-facher deutscher Meister): "Dieser weltweite Zusammenhalt und Kampf macht mich stolz auf unsere Ringergemeinschaft. Ich freue mich sehr über die richtige und sinnvolle Entscheidung des IOC und möchte allen weltweiten Unterstützern danken."

Jannis Zamanduridis (Sportdirektor des Deutschen Ringer-Bundes): "Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass man uns Ringer und unseren Sport nicht aus den Farben der olympischen Ringe reißt und auch künftig an der olympischen Idee festhält. Nun müssen wir nach vorne blicken und aus unseren Fehlern lernen. Erste Schritte in diese Richtung wurden ja bereits unternommen und trugen sicher nicht zuletzt zu dieser Entscheidung bei."

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