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Thomas Bach ist neuer IOC-Präsident: Das bedeutet seine Wahl für den Sport

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Analyse zur IOC-Wahl  

München könnte vom Präsidenten Bach profitieren

11.09.2013, 13:11 Uhr | t-online.de

Thomas Bach ist neuer IOC-Präsident: Das bedeutet seine Wahl für den Sport. Tief durchatmen: Thomas Bach sprach nach seiner Wahl zu den IOC-Delegierten. (Quelle: dpa)

Tief durchatmen: Thomas Bach sprach nach seiner Wahl zu den IOC-Delegierten. (Quelle: dpa)

Eine Analyse von Jörg Runde

Thomas Bach hat es also geschafft: Er ist der erste deutsche IOC-Präsident. "Einen historischen Moment", nennt Innen- und Sportminister Hans-Peter Friedrich die Wahl der Delegierten. Ist sie das wirklich? Was bedeutet Bachs Wahl für den olympischen Sport international und national? Ist im IOC tatsächlich mit einem Politikwechsel zu rechnen?

Zunächst einmal ist Bachs Wahl die Folge einer punktgenauen Karriereplanung mit einem einzigen Ziel: Dem höchsten Amt im Weltsport. Vom wütenden Athletensprecher, der wegen des Boykotts 1980 in Moskau überhaupt erst sportpolitisch aktiv wurde, ist nicht mehr viel übrig. In der mächtigen Sport-Organisation, in der statt mit Transparenz mit geheimen Abstimmungen und Kuhhandeln regiert wird, bewegt sich schon seit Jahren kaum einer so gekonnt wie Bach.

Geschickt oder aalglatt?

Als diplomatisch geschickt und klug taktierend bezeichnen ihn seine Bewunderer. Kritiker interpretieren sein Auftreten eher als aalglatt und formatlos. Auch wenn in Ausrichterländern der Spiele die olympischen Ideale "Respekt und Freundschaft" mit Füßen getreten werden, klare politische Positionierungen sind von Bach nicht zu erwarten. Unangenehme Fragen nach den Menschenrechten in China oder nach der Homosexuellen-Diskriminierung in Russland weicht der Fechtolympiasieger von 1976 gekonnt aus. Gleiches gilt für den Umgang mit kritischen Journalisten, gegen diese schickt Bach gerne seine Anwälte ins Gefecht.

Fakt ist: Bach ist schwer zu greifen, er will es sich mit niemandem verscherzen, er ist bestens vernetzt und hat ein gutes Gespür für die richtigen Strömungen. Dabei profitiert er von seiner jahrelangen Erfahrung als Vize-Präsident des IOC. Als Präsident der offiziellen Vertretung aller arabischen Industrie- und Handelskammern in Deutschland gelten vor allem seine Verbindungen dorthin als exzellent. Der enge Draht zum kuwaitischen IOC-Mitglied Scheich Ahmad al-Sabah wird öffentlich besonders kritisch beäugt. Der mächtige Öl-Multi gilt als wichtigster Stimmenbeschaffer Bachs.

Ein Scheich als Förderer

Schon vor der Wahl ließ der Scheich verkünden, dass Bach der richtige Präsident sei, um den eingeschlagenen olympischen Kurs beizubehalten. Weder ihm noch Bach kommt im Zusammenhang mit der olympischen Bewerbung das Wort Veränderung über die Lippen. Es ist also nicht damit zu rechnen, dass es zu einer Programmreform der Sommerspiele oder gar zu einem Ende des Gigantismus bei der Vergabe der Spiele kommen wird. Auch der Kampf gegen Doping wird wohl wenig neue Impulse bekommen.

Der neue IOC-Präsident gilt nicht als Modernisierer, er versteht sich eher als freundlicher Verwalter und Vermittler. Diese Rolle nahm Bach auch beim DOSB ein. Mit der Folge, dass der deutsche Olympiasport im Stillstand verharrte teilweise sogar Rückschritte machte. Selbst Olympia-Sieger wie Robert Harting (Diskus) und Julius Brink (Beachvolleyball) übten regelmäßig deutliche Kritik am Verband und seinem Präsidenten.  Vor allem im Bereich der finanziellen Unterstützung und wissenschaftlichen Betreuung sind deutsche Athleten gegenüber der Konkurrenz aus den USA, Großbritanien oder Australien klar unterlegen.

Strippenziehen für die Heimat

Tritt an Bachs Stelle ein mutigerer und reformwilliger DOSB-Präsident, könnte der nationale Sport tatsächlich von der Wahl des neuen IOC-Präsidenten profitieren. Viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass Bachs mächtige Position der Olympia-Bewerbung Münchens zu Gute kommt. Die unterstützte er immer mit Nachdruck. Bis zur Vergabe der Winterspiele 2022 hat Bach noch gut zwei Jahre Zeit, dass zu machen, was er am besten kann: Strippenziehen für sein Wunschergebnis.

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