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Bewerbung geplatzt  

Olympia 2022 nicht in München

10.11.2013, 19:37 Uhr | dpa

Olympia 2022 nicht in München . Die Bürger lehnen eine Bewerbung von München um Olympia 2022 ab. (Quelle: dpa)

Die Bürger lehnen eine Bewerbung von München um Olympia 2022 ab. (Quelle: dpa)

Das Münchner Olympia-Projekt ist bei den Bürgern krachend durchgefallen - Deutschland wird 2022 keine Winterspiele in den bayerischen Alpen erleben. Bei den vier Bürgerentscheiden ergab gleich das erste Ergebnis in Garmisch-Partenkirchen einen Erfolg für die Gegner des sportlichen Großereignisses.

51,6 Prozent stimmten mit Nein, gerade 48,4 Prozent mit Ja. Kurz darauf meldete der Landkreis Traunstein: 59,67 Prozent der Wähler sind gegen eine Olympia-Bewerbung. In München waren am Ende 52,1 Prozent der Abstimmenden dagegen, im Berchtesgadener Land 54 Prozent.

"Das Votum ist kein Zeichen gegen den Sport, aber gegen die Profitgier des IOC. Ich glaube, in ganz Deutschland sind Olympia-Bewerbungen mit dem heutigen Tag vom Tisch. Zuerst muss sich das IOC ändern. Nicht die Städte müssen sich dem IOC anpassen, sondern umgekehrt", sagte Ludwig Hartmann, der Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag und einer der Wortführer des Bündnisses "NOlympia". Weitere Reaktionen zu den Bürgerentscheiden finden Sie hier.

"Wir haben ein ganz anderes Ergebnis erwartet"

Politik und Sport hatten sich im Vorfeld freiwillig verpflichtet, das Votum der Bürger als entscheidend für eine Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zu bewerten. Nur bei einem einmütigen Ja zu Olympia an allen vier geplanten Wettkampfregionen sollte diese bei der Ringe-Organisation eingereicht werden. Insgesamt waren rund 1,3 Millionen Menschen in Oberbayern stimmberechtigt, über eine Million davon allein in München. In Garmisch-Partenkirchen waren es mit nur gut 20.000 Menschen die wenigsten.

Am Fuße der Zugspitze war der einzige Bürgerentscheid bei der ersten gescheiterten Münchner Bewerbung für die Winterspiele 2018 noch positiv ausgefallen. Viele dachten, dass durch die Verlagerung der Biathlon- und Langlaufwettbewerbe im neuen Olympia-Konzept in den Chiemgau nach Ruhpolding die Bürger diesmal sogar eher zu einem Ja verleiten würde. "Wir haben ein ganz anderes Ergebnis erwartet. Ich persönlich glaube, dass es unsere letzte Chance war, Winterspiele zu bekommen", sagte Garmischs Bürgermeister Thomas Schmid enttäuscht.

Zweite Niederlage für Ude und Co.

Olympische Winterspiele in München dürften damit auf unabsehbare Zeit von der Agenda des deutschen Sports verschwinden. "Klar ist, dass dann eine solche Bewerbung für lange Zeit nicht möglich wäre", hatte Michael Vesper, der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), für den Fall eines negativen Bürgervotums erklärt. Womöglich werden nach der Erholung von dem aktuellen Niederlagen-Schock Stimmen nach einer Bewerbung um Sommerspiele laut.

"Man weiß nie, wie gut die Mobilisierung bei den Menschen funktioniert", sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) bei der Abgabe seiner Stimme im Wahllokal geäußert. Ude beschwor immer wieder die seiner Meinung nach einzigartige Chance, dass München als erste Stadt überhaupt ein halbes Jahrhundert nach den Sommerspielen 1972 auch Gastgeber von Winter-Olympia werden könnte. Jetzt musste das Stadtoberhaupt mit seinen Mitstreitern die zweite Niederlage nach der gescheiterten 2018-Kandidatur gegen das südkoreanische Pyeongchang verkraften.

Kein bayerisches Wintermärchen

Das sportliche Konzept war gegenüber der ersten gescheiterten Bewerbung modifiziert worden. Der Neubau von Wettkampfstätten wäre durch vier Wettkampforte verringert worden. Die Kosten der Spiele wurden mit 3,3 Milliarden Euro veranschlagt, die Bewerbungskampagne sollte 29 Millionen Euro betragen.

Die Gegner führten als ihre Hauptargumente gegen Olympia die Eingriffe in die sensible Natur der Alpenregion, "Knebelverträge" mit dem IOC und eine von ihnen befürchtete Kostenexplosion an. Offenbar zogen diese Argumente bei den Bürgern mehr als die Aussicht auf ein bayerisches Wintermärchen analog zum Sommermärchen bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.




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