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Michael Vesper ist optimistisch: Olympia-Medaillenspiegel: "Platz 1 keine Utopie"

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Olympia 2014 Medaillenspiegel  

Michael Vesper: "Platz eins ist keine Utopie"

04.02.2014, 13:07 Uhr | dpa

Michael Vesper: "Platz eins ist keine Utopie". DOSB-Generaldirektor Michael Vesper traut den deutschen Wintersportlern Großes zu.

DOSB-Generaldirektor Michael Vesper traut den deutschen Wintersportlern Großes zu. Foto: Jan-Philipp Strobel. (Quelle: dpa)

Sotschi (dpa) - Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) blickt den Olympischen Winterspielen in Sotschi mit großem Optimismus entgegen. "30 Medaillen plus eine" hält Michael Vesper für ein realistisches Ziel.

Ob es nach Platz zwei 2010 in Kanada auch zu Rang eins im Medaillenspiegel reichen könnte? "Es wäre eine Sensation, wenn wir das schaffen", sagte er in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Der DOSB hat mit den Verbänden Zielkorridore aufgestellt und den Gewinn von 27 bis 42 Medaillen bei den Sotschi-Spielen errechnet. In Vancouver standen am Ende 30 Medaillen zu Buche. Wären 27 Medaillen eine Enttäuschung und 42 ein Grund auf dem Tisch zu tanzen?

Vesper: Das sind Extreme, die so nicht eintreten werden. Das Ergebnis wird irgendwo dazwischen liegen. Unsere konkrete Zielstellung ist, das Ergebnis von Vancouver möglichst zu verbessern, also 30 Medaillen plus eine zu erreichen. Das wäre ein Riesenerfolg.

Ist es utopisch, dass das deutsche Team - wie zuletzt 2006 in Turin - Platz eins im Medaillenspiegel erreichen kann?

Vesper: Platz eins ist vielleicht keine Utopie, aber es wäre eine Sensation, wenn wir das schaffen würden. Immer mehr Nationen investieren immer mehr Geld in den Leistungssport, der Konkurrenzkampf wird immer härter. So hat Russland, das in Vancouver unter "ferner liefen" abschnitt, den Ehrgeiz, jetzt ganz vorne zu landen. Auch Kanada oder Norwegen streben an die Spitze. Bei uns sind einige herausragende Athleten wie Magdalena Neuner oder Michael Greis nicht mehr dabei. Junge Sportler sind nachgekommen, die hungrig sind und Leistung bringen wollen. Aber für viele von ihnen sind es die ersten Olympischen Spiele.

Braucht der deutsche Hochleistungssport mehr Geld, um weiterhin im Sommer wie im Winter in der Weltspitze mitzumischen?

Vesper: Dass die Förderung des Spitzensports trotz wachsenden Bedarfs stagniert, das ist in den Monaten nach den Olympischen Spielen in London hinlänglich diskutiert worden. Zwölf neue olympische Wettbewerbe sind für Sotschi hinzugekommen. Die Weltcups und Qualifikationen sind an immer entlegeneren Orten, und es gibt einen Wettstreit um die besten Trainer, in dem wir oft nicht mithalten können. Deswegen wäre es schon erforderlich - wenn gewünscht ist, dass die große Wirtschaftsnation Deutschland auch im Sport weiterhin an der Weltspitze mitmischt -, die Leistungssportförderung bedarfsgerecht auszustatten.

Fahren Sie wegen der Sicherheitslage in Russland mit einem mulmigen Gefühl als Chef de Mission nach Sotschi?

Vesper: Natürlich lassen einen die Anschläge nicht kalt, unsere Sensibilität ist noch einmal gestiegen. Sicherheitsdiskussionen hatten wir übrigens vor allen Spielen, sogar vor London, einer westlichen Metropole, vor Peking 2008 und besonders 2002 vor Salt Lake City nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center in New York. Am Ende ist es glücklicherweise immer gut gegangen - auch in dem Sinne, dass die notwendigen Kontrollen nicht die fröhliche Stimmung zerstört haben. Das ist die Kunst. Ich hoffe, dass die Russen es ähnlich gut hinbekommen.

Die Terrorgefahr, das Homosexuellen-Propagandagesetz, die Frage der Menschenrechte oder Kritik am Umweltschutz - an brisanten Themen mit Bezug auf den russischen Gastgeber mangelt es nicht. Werden die Sotschi-Spiele wie in Peking 2008 für das Internationale Olympische Komitee (IOC) ein sportpolitischer Drahtseilakt?

Vesper: Man kann Sotschi und Peking nicht miteinander vergleichen. In der Tat werden vor Olympischen Spielen, egal wo sie stattfinden, Themen im Zusammenhang mit dem Ausrichterland breit diskutiert. Das ist auch gut so. Vor Peking gab es eine Debatte um Tibet, und nun haben wir eine über Homophobie und Schwulen-Diskriminierung - auch mit ausgelöst und verstärkt durch den Fußballer Thomas Hitzlsperger. Das ist eine begrüßenswerte Diskussion, finde ich. Aber wir dürfen den Sport auch nicht überfordern. Er ist keine supranationale Regierung, die solche Fragen klären kann.

Alfons Hörmann hat als neu gewählter DOSB-Präsident seine erste große Aufgabe in Sotschi zu bewältigen. Und: Ist er knapp zwei Monaten nach seiner Wahl im Amt schon richtig angekommen?

Vesper: Ja, mehr als das, er ist nicht nur angekommen, sondern bereits voll in Bewegung. Alfons Hörmann ist hoch interessiert an allen Themen im Leistungs- wie im Breitsport und macht unglaublich viele Termine. Er saugt alles auf, und man merkt, welche Freude ihm das macht. Er geht sein Amt mit großer Professionalität an. Natürlich hilft es ihm, dass er aus dem Wintersport kommt. Er war ja nicht nur der deutsche Ski-Präsident, sondern ist auch im Vorstand des Ski-Weltverbandes. Die Zusammenarbeit klappt wunderbar.

Es gibt eine Rekordzahl an Doping-Kontrollen vor und während der Olympischen Winterspiele in Sotschi. Ist damit auch mehr Chancengleichheit gewährleistet?

Vesper: Eindeutig ja. Es ist zu begrüßen, dass es mehr und vor allem qualifiziertere Doping-Tests und Zielkontrollen geben wird. Außerdem werden die Proben für acht Jahre eingefroren und können auf Grundlage neuer Erkenntnisse noch einmal analysiert werden. Das verunsichert potenzielle Doper.

Geht die deutsche Mannschaft sauber an den Start?

Vesper: Absolut, das ist unser Ziel. Wir stehen im engen Kontakt mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur. Es sind nur Sportler nominiert, die nachweislich kontrolliert wurden. Außerdem wird jeder nominierte Athlet vor den Winterspielen noch einmal unangemeldet getestet, weil wir nichts unversucht lassen wollen, um für sauberen Sport zu sorgen.

Der hohe Sicherheitsaufwand, die heiklen Themen: Werden die Winterspiele in Sotschi Problemspiele?

Vesper: Sie sind zuerst einmal ein Sportfest und für die teilnehmenden Athleten der Höhepunkt ihres sportlichen Lebens. Das gilt es zu respektieren. Selbstverständlich blenden wir die Begleitumstände dieser Spiele nicht aus. Natürlich sehen wir, dass die Spiele nicht an eine traditionelle Wintersportregion vergeben worden sind, sondern an einen Ort, in dem es keine nennenswerte Infrastruktur für den Wintersport gab.

Das Konzept der Winterspiele in Sotschi steht im Kontrast zu dem der gescheiterten Olympia-Bewerbung von München. Kommt da vor dem Beginn der Sotschi-Spiele am 7. Februar besonders Wehmut auf?

Vesper: Mehr als das, nach wie vor auch Enttäuschung, gerade weil München das Gegenmodell zu Sotschi gewesen wäre. Hier hätten keine Sportstätten neu gebaut werden müssen. Deshalb ist es besonders schmerzlich, die Eingriffe in die Natur in Sotschi zu sehen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es solche Eingriffe in den Alpen in den letzten Jahrzehnten auch gegeben hat.

Ist eine deutsche Olympia-Bewerbung für viele Jahre gestorben?

Vesper: Für Winterspiele, denke ich, ja. Dass eine so große Organisation wie der DOSB den Traum, Olympische Spiele ins eigene Land zu holen, nicht aufgibt, ist aber auch klar.

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein (41) gehört zu den schwierigeren Athleten im deutschen Team. Haben Sie Bedenken, dass es Probleme geben könnte?

Vesper: Nein. Sie ist Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin und hat schwierige Zeiten erlebt. Wir haben sie aufgrund ihrer Leistungen nominiert, und sie ist nun ein Teammitglied wie jedes andere. Wir freuen uns, sie in der Mannschaft zu haben und nehmen sie mit offenen Armen auf. Es ist eine erstaunliche Leistung, dass sie in diesem Alter immer noch eine der Leistungsträgerinnen der deutschen Eisschnellläufer ist.

Wer erinnert sich nicht gern an den Bronzemedaillengewinn der deutschen Eishockey-Mannschaft der Männer bei den Olympischen Spielen 1976. Für Sotschi konnten sie sich nicht qualifizieren!

Vesper: Lange ist es her. Ich denke aber auch gern an Vancouver 2010. Bei den Spielen der deutschen Mannschaft herrschte Stimmung pur, auch wenn es nicht für das Viertelfinale gereicht hat. Es ist wirklich sehr schade und niemand leidet mehr darunter als der Deutsche Eishockey-Bund, dass die Männer 2014 fehlen. Dafür sind nun die Frauen qualifiziert. Wir müssen daran arbeiten, dass es für Pyeongchang 2018 mit der Teilnahme beider Teams klappt.

ZUR PERSON: Michael Vesper ist seit 2006 Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes. Von 1995 bis 2005 war der heute 61-jährige Grünen-Politiker Landesminister in Nordrhein-Westfalen.

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