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Olympia 2024: DOSB stellt Deutschland-Bewerbung infrage

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"Zustimmung nicht hoch genug"  

DOSB stellt Olympia-Bewerbung für 2024 infrage

11.03.2015, 15:02 Uhr | sid, dpa

Olympia 2024: DOSB stellt Deutschland-Bewerbung infrage . Schüler bilden im Februar 2015 in Berlin vor dem Brandenburger Tor die Olympischen Ringe nach. (Quelle: dpa)

Schüler bilden im Februar 2015 in Berlin vor dem Brandenburger Tor die Olympischen Ringe nach. (Quelle: dpa)

Die deutsche Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 ist trotz des wachsenden Zuspruchs in Berlin und Hamburg nicht sicher. "Es könnte sein, dass wir zu dem Schluss kommen, keine Bewerbung für die Spiele 2024 abzugeben, weil uns die Zustimmung vielleicht nicht hoch genug erscheint", sagte Walter Schneeloch, Vizepräsident Breitensport des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), der "Rheinischen Post". DOSB-Boss Alfons Hörmann wischte derweil jegliche Zweifel an der Bewerbung weg.

Schneeloch, eines von acht DOSB-Präsidiumsmitgliedern, die über die Empfehlung abstimmen, will nicht um jeden Preis in das Rennen um Olympia 2024 einsteigen. "Bevor wir auf die Nase fallen, könnten wir einer neuen Bewerbung etwas mehr Zeit geben", sagte der 67-Jährige.

Hörmann: Bewerbung wird kommen

"Ich denke, dass es klar und deutlich zu einer Bewerbung wie vorgesehen und vorbereitet kommen wird", sagte nun DOSB-Präsident Hörmann - und wischte damit aufkommende Spekulationen über einen möglichen Verzicht entschieden beiseite: "Das Ergebnis, das jetzt vorliegt, ist eine gute Grundlage, um 2024 ins Rennen zu gehen."

UMFRAGE
Sollten die Olympischen Spiele 2024 in Deutschland stattfinden?

Bei einer vom DOSB in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage hatten 64 Prozent der befragten Hamburger Zustimmung für die Spiele signalisiert, in Berlin lag der Wert bei 55 Prozent. Am kommenden Montag gibt der DOSB eine Empfehlung an seine Mitglieder, die dann am 21. März in der Frankfurter Paulskirche die Siegerstadt bestätigen sollen. Das Abnicken gilt als Formalie.

Schneeloch: Meinungsumfrage kein Totschlagkriterium

Über das weitere Verfahren sagte Schneeloch: "Wir haben uns im Präsidium auf einen Katalog von zehn Kriterien geeinigt, an denen wir Hamburg und Berlin messen. Eins davon sind die Ergebnisse der jetzt vorliegenden Meinungsumfrage. Sie sind aber kein Totschlagkriterium", erklärte der Präsident des Landessportbunds NRW.

"Wenn 80 Prozent der Bürger sagen, holt die Spiele nach Deutschland, dann wäre es völlig falsch, dem Arbeitsauftrag nicht nachzukommen", konterte unterdessen Hörmann.

Bewerbung für 2024 soll an 2028 gebunden werden

"Für Berlin gibt es auch viele gute Gründe, die wir in Erwägung ziehen: die internationale Bekanntheit der Hauptstadt zum Beispiel oder die Tatsache, dass es dort bereits ein Olympiastadion gibt", so Schneeloch weiter. Er begrüßt das Verfahren, eine Bewerbung um 2024 an eine um 2028 zu binden: "Wenn wir die Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2018 an eine um die Spiele 2022 gekoppelt hätten, hätten wir Olympia bekommen."

De Maizière erinnert an München 2018

Bundesinnenminister Thomas de Maizière mahnte im Wettstreit der beiden Städte fünf Tage vor der Entscheidung unterdessen Geschlossenheit an. "Für mich ist wichtig, dass wir nicht vergessen, dass es hier nicht um zwei Städte geht, die sich in Deutschland bewerben, und hinterher glauben wir, wir haben gewonnen", sagte der CDU-Politiker. "So haben wir es nämlich schon mal gemacht - und das war nicht so erfolgreich."

Trotz positiver Umfragewerte (65 Prozent) war die Münchner Bewerbung um die Winterspiele 2018 am Ende krachend am Referendum gescheitert - eine Hürde, die Berlin oder Hamburg im Herbst auch noch nehmen müssen.

Kopf-an-Kopf-Rennen geht weiter

Die olympischen Spitzensportverbände beschäftigen sich aber keinesfalls mit einem möglichen Scheitern. "Diese furchtbare Ängstlichkeit kann ich überhaupt nicht nachvollziehen", sagte Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB), und wies Schneelochs Bedenken zurück. Es gelte, einen "Arsch in der Hose" zu haben: "Wenn die Politik, der Sport und die Wirtschaft das gemeinschaftlich wollen, dann bin ich überzeugt, dass wir eine Mehrheit kriegen."

Welche Stadt am Ende das Rennen macht, blieb auch am Mittwoch völlig offen - wobei DOSB-Boss Hörmann den Hamburgern mit Blick auf die Umfrage einen kleinen Etappensieg bescheinigte. "Wenn man die reinen Zahlen, Daten und Fakten der Befragung nimmt, dann muss man nüchtern und klar feststellen: Hamburg hat die Nase vorn, es ist nun mal das bessere Resultat in der Befragung erzielt worden", sagte Hörmann bei n-tv.

Vor der offiziellen Empfehlung des DOSB-Präsidiums an seine Mitglieder am kommenden Montag (16. März) und der feierlichen Kür am 21. März haben nun aber erst einmal die Verbände das Wort. "Ich habe noch keine Richtung erkannt", sagte Siegfried Kaidel, Sprecher der olympischen Spitzensportverbände: "Ich sehe beide gut im Rennen." Am Sonntag werde es ein "völlig offenes" Gespräch mit Vertretern aus der Hauptstadt und der Hansestadt geben. Das Kopf-an-Kopf-Rennen geht weiter.

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