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Kommentar zu Olympia 2024: Münchner Fehler nicht wiederholen

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Horror-Szenario droht  

Olympia 2024: Die Bevölkerung muss beteiligt werden

17.03.2015, 09:50 Uhr | t-online.de

Kommentar zu Olympia 2024: Münchner Fehler nicht wiederholen.

Die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sport-Bundes (DOSB) ist gefallen: Deutschland wird mit Hamburg als Bewerberstadt ins Rennen um die Olympischen Spiele 2024 und 2028 gehen. Die offizielle Verkündung am 21. März gilt nur als Bühne für den Sieger.

Der deutsche Sport steht nun vor der schwierigen Situation, dass noch gar nicht feststeht, ob sich Hamburg im September auch tatsächlich offiziell bewerben wird. Dann werden die Bürger darüber entscheiden, ob sie Olympia in ihrer Stadt überhaupt wollen.

Dass die Zustimmung laut einer Vorabbefragung in Hamburg (64 Prozent) höher als in Berlin (55 Prozent) lag, dürfte die Entscheidungsempfehlung des DOSB maßgeblich beeinflusst haben. Allerdings beruhen die Zahlen auf einer Befragung von lediglich 1500 Bürgern, weshalb die Verantwortlichen daraus kein Indiz für eine breite Akzeptanz einer Olympia-Bewerbung ableiten sollten. Vielmehr muss das Ergebnis als Auftrag begriffen werden, die Bevölkerung von Anfang an ins Boot zu holen.

UMFRAGE
Sollten die Olympischen Spiele 2024 in Deutschland stattfinden?

München scheitert grandios

Ein Versäumnis, das München zuletzt die Olympischen Spiele gekostet hat. Gleich vier Bürgerentscheide votierten gegen die Bewerbung der bayrischen Metropole um die Winterspiele 2022, obwohl ein finaler Zuschlag des IOC als höchst wahrscheinlich galt. Die Macher in München hatten schlicht vergessen, den Dialog mit den Bürgern zu suchen und diese von ihrem Konzept zu überzeugen.

Transparenz und Nachhaltigkeit wichtig

Eine weitere Ablehnung durch die Bürger würde Olympia in Deutschland auf Jahrzehnte diskreditieren – als Veranstaltung und auch als höchstes sportliches Ziel des DOSB und seiner Athleten. Um dieses Horror-Szenario zu vermeiden, muss von Seiten der Stadt und des DOSB im Vorfeld absolute Transparenz und Offenheit herrschen. Bei allen guten Argumenten, die für eine Austragung in Deutschland sprechen, gibt es auch genug Gründe gegen eine offizielle Bewerbung: Der Gigantismus des IOC und dessen Ruf als hoffnungslos korrupte Institution, die Umweltsünden bei den Baumaßnahmen für ein solches sportliches Großereignis, die Kostenexplosion und schließlich der allgegenwärtige Kommerz.

Ebenso wichtig wie Transparenz sind deshalb die Themen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Es bedarf Augenmaß und Sensibilität bei der Planung. Neuverschuldung und nach den Spielen nicht mehr nutzbare Sport-Ruinen sind nicht vermittelbar.

Erinnerungen ans "Sommermärchen" 2006

Gelingt es den Verantwortlichen, die Bedenken zu zerstreuen und die Bürger zu überzeugen, kann der Funke für eine deutsche Bewerbung überspringen. Doch selbst bei einem positiven Votum könnte Deutschland leer ausgehen. Im Rennen um die Spiele 2024 gilt der Mitkonkurrent USA mit der Ostküsten-Metropole Boston als Favorit. Dass sich der DFB um die Europameisterschaft 2024 bewirbt und wohl den Zuschlag erhalten wird, schmälert die Perspektive einer deutschen Bewerbung aufgrund der zeitlichen Nähe der beiden Großveranstaltungen weiter.

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Deshalb muss es im nächsten Schritt darum gehen, die Begeisterung und den Rückhalt in der Bevölkerung aufrecht zu erhalten und 2028 einen neuen Versuch zu wagen. Dann sind die Erfolgsaussichten weit größer. Dass Deutschland Großereignisse organisieren kann, hat zuletzt die Fußball-WM 2006 bewiesen. Mit dem Sommermärchen sammelte das Land durch Weltoffenheit und gute Laune weltweit Pluspunkte. Stellen es Hamburgs Macher und der DOSB nun geschickt an, kann das wieder gelingen.

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