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Olympia 2024: Kosten als großes Konfliktpotenzial in Hamburg

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Start des Olympia-Marathons  

Kosten als großes Konfliktpotenzial in Hamburg

17.03.2015, 13:35 Uhr | sid

Olympia 2024: Kosten als großes Konfliktpotenzial in Hamburg. Daumen hoch: Auf den Hamburger Sportsenator Michael Neumann wartet viel Arbeit. (Quelle: dpa)

Daumen hoch: Auf den Hamburger Sportsenator Michael Neumann wartet viel Arbeit. (Quelle: dpa)

Exakte Kalkulation der Kosten, zügige Auswahl des Segelreviers und beharrlicher Kampf um die Gunst der Bürger: Am Tag nach der Empfehlung des DOSB-Präsidiums für Hamburg als deutschen Bewerber für die Sommerspiele 2024 krempelten die Olympia-Planer der Hansestadt um Sportsenator Michael Neumann umgehend die Ärmel hoch. Der Countdown bis zum Referendum im Herbst, der letzten Hürde auf dem Weg zu einer internationalen Bewerbung, hat an der Elbe begonnen.

"Die Empfehlung war nicht der Zieleinlauf, sondern der Startschuss für einen langen Marathon", sagte Neumann dem Radiosender NDR 90,3: "Was jetzt vor uns liegt, wird richtig anstrengend." Man werde sehr schnell "daran arbeiten, die Planungen zu konkretisieren und die Kosten zu ermitteln", die auf Hamburg zukommen. "Das ist ein ganz wichtiger Punkt, um möglichst früh und möglichst breit darüber zu informieren", sagte der SPD-Politiker und verwies auf bevorstehende Verhandlungen mit dem Bund, der Europäischen Union und dem IOC.

Bis zu zwei Milliarden Euro

Auch Hamburgs Olympia-Botschafter und Olympiasieger Michael Stich sieht den Zuschlag für die Elb-Metropole als "Verpflichtung. Wir müssen jetzt abliefern. Das ist irre viel Arbeit, aber ich denke, wir sind dafür super aufgestellt", sagte der frühere Tennisstar: "Wir müssen jetzt die Strukturen dafür schaffen und Vollgas geben. Dann haben wir auch die Chancen für Olympia."

Das größte Konfliktpotenzial birgt mit Blick auf den Volksentscheid die Kostenfrage, sie ist die große Unbekannte in den Hamburger Planspielen. Nach Angaben der Handelskammer kommen auf die Stadt Summen von ein bis zwei Milliarden Euro für den Neubau und die Sanierung von Sportstätten zu. Eine aussagekräftige Kalkulation über die Kosten der Spiele wird zwar erst in Auftrag gegeben, doch allein die Bewerbung soll 50 Millionen Euro verschlingen.

Vor der Abgabe der Unterlagen beim IOC am 8. Januar 2016 müssen sich mindestens 50 Prozent der Bürger in der Hansestadt in einer Befragung im September für die Sommerspiele aussprechen. In der letzten Stimmungsumfrage des DOSB hatten sich 64 Prozent der Hamburger für Sommerspiele an der Elbe ausgesprochen. "Es sind schon viele begeistert. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir noch viel mehr Menschen begeistern können", sagte Neumann.

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Volksentscheid ein "großes Risiko"

"Der Volksentscheid ist kein Selbstgänger, sondern ein großes Risiko", sagte Dirk Seifert von der Hamburger NOlympia-Bewegung: "Das ist noch lange nicht durch. Was in München 2013 passiert ist, war nicht zufällig." In der bayrischen Metropole hatten Bürgerentscheide eine Bewerbung verhindert. Angesichts der hohen Kosten müsse man "abwarten, ob die Stimmung noch weiter nach oben geht oder deutlich nach unten. Das wird keine leichte Aufgabe für den DOSB und den Hamburger Senat."

Auch die Linken-Fraktion in der Bürgerschaft warnte vor einer Kostenexplosion und kündigte für die kommenden Monate bis zum Referendum eine Anti-Olympia-Kampagne gegen die Bewerbung um Sommerspiele 2024 an. Die Hamburger Olympia-Planer sind jedenfalls gewarnt: Schon einmal verlor die aktuelle Regierung ein Referendum, 2013 votierten 50,9 Prozent der Bürger für den Rückkauf der Energienetze und gegen den Willen von Bürgermeister Olaf Scholz.

Kiel, Lübeck oder Rostock?

So oder so. In Hamburg müssen Fakten geschafften werden. So stehen in den kommenden Tagen intensive Gespräche über das Segelrevier an. Neben dem großen Favoriten Kiel und Lübeck-Travemünde rechnet sich auch Rostock, das mit dem Revier vor Warnemünde ursprünglich Bestandteil der Berliner Olympiabewerbung war, weiterhin Chancen aus. "Wir wollen und wir können Olympia", sagte Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos).

Klarer Favorit ist jedoch Kiel, das als Olympiastützpunkt der deutschen Segler und Olympiarevier von 1972 starke Argumente liefert. Das DOSB-Präsidium und das Bewerberkomitee Hamburgs stehen zurzeit in engem Kontakt mit dem Deutschen Seglerverband (DSV).

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