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Olympia-TV-Schock: Künftig noch weniger Sport in der ARD?

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Nach dem Olympia-TV-Schock  

ARD denkt über weniger Sport-Berichterstattung nach

30.06.2015, 16:00 Uhr | dpa, sid

Olympia-TV-Schock: Künftig noch weniger Sport in der ARD?. Eine Fernsehkamera im gemeinsamen Studio von ARD und ZDF. (Quelle: dpa)

Eine Fernsehkamera im gemeinsamen Studio von ARD und ZDF. (Quelle: dpa)

Nach dem ersten Schock über die Vergabe-Revolution der Olympia-TV-Rechte an Discovery überlegen die öffentlich-rechtlichen Sender, wie es weitergehen soll. Die ARD erwägt nach dem überraschenden TV-Deal des IOC mit dem US-Unternehmen den Umfang der eigenen Sport-Übertragungen herunterzufahren. 

"Die Berichterstattungsstrategie von ARD und ZDF basierte bislang darauf, Olympiasender zu sein und den olympischen Kernsportarten auch in der Zeit zwischen den Spielen ein massenattraktives Programmumfeld anzubieten. Ob dies auch in Zukunft sinnvoll erscheint, werden wir in den kommenden Monaten prüfen müssen", sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. 

Balkausky erklärte außerdem: "Insbesondere die aufwändigen Fernseh-Produktionen nationaler Sportevents sind in Zeiten immer knapper werdender Etats sicherlich zu überdenken." ARD und ZDF waren am Vortag nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit mit dem IOC bei der TV-Rechtevergabe leer ausgegangen. Den Zuschlag für die europaweiten Rechte hatte der US-Medienkonzern Discovery erhalten.  

UMFRAGE
Sollen ARD und ZDF auch in Zukunft die Olympischen Spiele übertragen?

Leidet die kritische Berichterstattung?

Unterdessen wurden Befürchtungen laut, dass die kritische Aufarbeitung der Spiele unter einer zukünftigen Abwesenheit von ARD und ZDF leiden könnte. Dies sagte Jörg-Uwe Nieland vom Institut für Kommunikations- und Medienforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln: "Die Gefahr, dass die unabhängige und kritische Berichterstattung zurückgedrängt wird, nimmt deutlich zu", sagte Nieland. Besonders bei den Themen Doping, Korruption und Hintergründe der Spiele sieht der Wissenschaftler Stärken bei den Öffentlich-Rechtlichen.

Hoffnungen auf Happy End mit ARD und ZDF

Allerdings gibt es weiter Hoffnung auf einen Einstieg von ARD und ZDF. "Wir wünschen uns Verhandlungen zwischen Discovery und den deutschen Sendern. Am besten schon gestern", sagte Discovery-Marketing-Direktor Timo Lumme. Und auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sprach sich für eine Kooperation aus. "Wir haben immer gut mit ARD und ZDF bei Olympischen Spielen zusammengearbeitet. Insofern gehen wir davon aus, dass es jetzt zu Verhandlungen der Sender mit Discovery kommt", sagte DOSB-Vorstandsvorsitzender Michael Vesper.

Welche Sublizenzen Discovery bzw. Eurosport in den mit Spannung erwarteten Verhandlungen genau anbieten will, blieb auch am Tag nach der Bekanntgabe des Deals noch unklar. "Wir haben das final noch nicht diskutiert", sagte Jonathan Bennett, Vize-Präsident für Kommunikation bei Discovery Communications, auf Anfrage.

Olympia-Kanal ist in Planung

Das Unternehmen bestätigte noch einmal, dass langfristig eine Kooperation mit dem geplanten Olympia-Kanal des IOC vorgesehen ist. "Es ist der Beginn einer großartigen Partnerschaft", sagte Bennett. Schon jetzt produziert das IOC TV-Material, das demnächst auf Eurosport gezeigt werden könnte. Dass die journalistische Distanz dabei verloren geht, wenn Veranstalter und TV-Partner so eng kooperieren, glaubt der Sprecher nicht: "Wir hätten dabei die strikte redaktionelle Kontrolle."

In den deutschen Sportverbänden hofft man ebenfalls, dass ARD und ZDF am Ende bei Olympia doch noch zum Zug kommen, zumal 2024 der Ausrichter Hamburg sein könnte. "Wir sind mit den öffentlich-rechtlichen Sendern gut gefahren. Sie müssen sich auch weiterhin um unsere Sportarten kümmern", forderte Präsident Ingo Weiss vom Deutschen Basketball Bund (DBB). Weiss glaubt fest daran, dass die Übertragung der Spiele in ähnlicher Qualität wie bisher erfolge. "Da vertraue ich ganz auf Thomas Bach", sagte Weiss.

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