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Olympia 2024: DFB-Skandal gefährdet Hamburg-Bewerbung

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"Die Stimmung kippt"  

DFB-Affäre gefährdet Olympia in Hamburg

28.10.2015, 14:45 Uhr | dpa, t-online.de

Olympia 2024: DFB-Skandal gefährdet Hamburg-Bewerbung. Deutsche Olympia-Bewerbung in Hamburg: zwischen Fifty-Fifty und 70 Prozent. (Quelle: imago/Richard Warenham)

Deutsche Olympia-Bewerbung in Hamburg: zwischen Fifty-Fifty und 70 Prozent. (Quelle: Richard Warenham/imago)

Die Macher der deutschen Olympia-Bewerbung in Hamburg hatten auf eine breite Zustimmung gehofft. Doch einen Monat vor dem Volksentscheid werden sie von der Realität eingeholt: Die Flüchtlingspolitik bestimmt die öffentliche Debatte, dazu kommen die Negativ-Schlagzeilen rund um die WM 2006 in Deutschland.

Und so befürchtet Hamburgs Sport-Ikone Uwe Seeler, dass die Affäre negative Auswirkungen auf die Olympia-Bewerbung haben könnte. Es gebe bestimmt viele Menschen, die "alles über einen Kamm scheren", sagt Seeler. Er hoffe aber, "dass wir nicht unter der Affäre leiden".

Sportbund-Chef hofft auf 70 Prozent

Selbst Olympia-Vorkämpfer wie Hamburgs Sportbund-Chef Jürgen Mantell äußern die leichte Sorge, "dass die Leute oftmals die internationalen Verbände in einen Topf schmeißen. Dann sind FIFA und IOC das Gleiche".

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Sollten die Olympischen Spiele 2024 in Deutschland stattfinden?

Er hofft aber, dass den Bürgern diese Trennung bewusst gemacht werden kann und diese ihr Stimmverhalten auch nicht von den jüngsten Negativ-Schlagzeilen rund um die WM-Vergabe 2006 abhängig machen. Am 29. November rechnet Mantell jedenfalls weiter mit einem klaren Ja der Hamburger zu den Olympia-Plänen. "Ich hoffe beim Referendum auf etwa 70 Prozent."

Yildiz: "Es wird Fifty-Fifty sein"

Mehmet Yildiz, sportpolitischer Sprecher der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, blickt dem Tag der Entscheidung hingegen mit gänzlich anderen Erwartungen entgegen. Ihm zufolge wollen viele junge Leute, dass mit den für Olympia einkalkulierten Milliarden besser Flüchtlingen geholfen wird. "Ich merke, dass die Stimmung kippt", erklärte er. Das Referendum werde knapp ausgehen. "Es wird Fifty-Fifty sein."

Sollte sich seine Prognose bewahrheiten, wäre dies ein Schlag ins Kontor für SPD-Bürgermeister Olaf Scholz und dessen rot-grünen Senat. Denn alles andere als eine Zustimmung von 60 Prozent plus X würde der Hansestadt im Wettstreit mit Los Angeles, Paris, Rom und Budapest wohl keinen Schwung verleihen. Das weiß auch Sportstaatsrat Christoph Holstein, dessen Amt Scholz eigens für die Olympia-Bewerbung geschaffen hat. "Je höher die Zustimmung desto deutlicher das Signal an die Welt und das IOC: Hamburg könnte zeigen, dass wir nicht nur können, sondern auch wollen", sagte Holstein. Zuletzt waren bei einer Umfrage 63 Prozent der Hamburger für eine Bewerbung.

Das Thema Flüchtlinge will Holstein positiv besetzt wissen - gerade im Rahmen der Olympia-Bewerbung. Das beeindruckende Engagement für Flüchtlinge in Hamburg entspreche den olympischen Werten, sagt er. "Das kann sich positiv auf die Bewerbung auswirken."

Alles hängt von den Zuschüssen ab

Dass der Bund die von Scholz geforderten 6,2 Milliarden Euro noch nicht zugesagt hat, sieht Holstein auch nicht als Problem. "Wir sind sicher, dass wir mit dem Bund zu einer guten Einigung kommen." Scholz hatte bei der Vorstellung des Finanzplans erklärt, die Spiele würden insgesamt 11,2 Milliarden Euro kosten, 7,4 Milliarden davon kämen auf den Steuerzahler zu. Hamburg selbst sei in der Lage, 1,2 Milliarden zu stemmen - und nicht mehr.

Für den "unwahrscheinlichen Fall", dass es zu keinem Arrangement mit der Bundesregierung komme, würde er natürlich seiner Verantwortung und seinem Amtseid gerecht werden und die Finanzen der Stadt Hamburg nicht ruinieren, hatte Scholz angekündigt. Oder anders ausgedrückt: Sollten die Zuschüsse nicht hoch genug sein, würde er auch ein Ja der Bürger beim Referendum ignorieren und die Bewerbung absagen.

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