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Olympia 2014 in Sotschi: Russland hat Doping-System unterstützt

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Auch Medaillengewinner dabei  

Bericht: Russisches Doping-System in Sotschi

13.05.2016, 14:35 Uhr | sid

Olympia 2014 in Sotschi: Russland hat Doping-System unterstützt. Begehrtes Objekt: Um in Sotschi 2014 möglichst viele Medaillen zu gewinnen, soll es ein russisches Doping-System gegeben haben. (Quelle: Reuters)

Begehrtes Objekt: Um in Sotschi 2014 möglichst viele Medaillen zu gewinnen, soll es ein russisches Doping-System gegeben haben. (Quelle: Reuters)

Nach einem Bericht der "New York Times" hat es vor Olympia 2014 in Sotschi ein staatlich gestütztes Doping-System in Russland gegeben. Mehrere Dutzend russische Sportler, darunter mindestens 15 Medaillengewinner sollen in Sotschi gedopt an den Start gegangen sein.

Die angesehene Zeitung beruft sich dabei auf den ehemaligen Leiter des Anti-Doping-Labors in Moskau, Gregori Rodtschenkow. Er gab in dem Bericht zu, in nächtlichen Aktionen die Dopingpraktiken vertuscht und rund 100 Urinproben ausgetauscht zu haben. Zudem habe er für russische Sportler extra einen Mix aus drei verschiedenen Dopingmitteln entwickelt. Kein Athlet wurde damals überführt.

"Die Menschen haben die Olympiasieger gefeiert, aber wir saßen da und haben Urinproben ausgetauscht", sagte Rodtschenkow.

Proben durch Loch in der Wand gereicht

Namentlich genannt wurden in dem Bericht der Doppel-Olympiasieger Alexander Subkow (Bob), Langlauf-Olympiasieger Alexander Legkow und Skeleton-Olympiasieger Alexander Tretjakow. Zudem sei unter anderem das gesamte Frauen-Eishockey-Team gedopt gewesen.

Russlands Sportminister Witali Mutko wies die Anschuldigungen zurück und sprach gegenüber der Nachrichtenagentur Tass von einer Verschwörung. "Schon wieder wird der russische Sport attackiert. Es ist so, als würden sich ausländische Medien den Staffelstab in die Hand geben. Alles das sind Glieder in einer Kette", sagte Mutko und stellte klar: "Das sind alles Behauptungen, aber keine Fakten."

Die Manipulationen waren dabei offenbar von langer Hand geplant. Beispielsweise seien die Dopingproben durch ein Loch in der Wand in einen als Abstellkammer deklarierten Raum weitergereicht worden. Dort sei es dann nachts zur Manipulation gekommen.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) nannte die Vorwürfe "sehr detailliert und sehr besorgniserregend". Man bitte die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), sie "sofort zu untersuchen", teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.

Auch CBS berichtet von Dopingfällen

Zuvor hatten schon Enthüllungen im US-Fernsehsender CBS für Aufsehen gesorgt, wonach mindestens vier russische Olympiasieger während der Spiele in Sotschi mit Steroiden gedopt waren. Dies sei von dem russischen Doping-Labor vertuscht worden. Auch war bereits davon die Rede, dass demnächst eine Liste mit allen gedopten Athleten aus Russland veröffentlicht werde.

Die CBS-Enthüllungen gingen zurück auf Gespräche, die Whistleblower Witali Stepanow mit Rodtschenkow geführt und aufgezeichnet hatte. Stepanow, ein ehemaliger Mitarbeiter der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA, und seine Frau Julia hatten bereits Ende 2014 mit heimlichen Aufnahmen den Betrug in der russischen Leichtathletik öffentlich gemacht.

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