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Staatsdoping in Russland: Thomas Bach hält Olympia-Ausschluss für möglich

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Staatsdoping in Russland  

Bach schließt Olympia-Ausschluss nicht aus

18.05.2016, 13:47 Uhr | dpa

Staatsdoping in Russland: Thomas Bach hält Olympia-Ausschluss für möglich. Hält einen Olympia-Ausschluss Russlands für möglich: IOC-Präsident Thomas Bach. (Quelle: imago/Xinhua)

Hält einen Olympia-Ausschluss Russlands für möglich: IOC-Präsident Thomas Bach. (Quelle: Xinhua/imago)

Russland steht wegen des Verdachts von Staatsdoping gut elf Wochen vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro unter erheblichem Druck - selbst ein Ausschluss scheint möglich.

Um den Vorwürfen auf den Grund zu gehen, ermitteln die US-Justiz, das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA.

Im schlimmsten Fall droht Russland der Ausschluss von Rio. Das hält angesichts der schweren Vorwürfe gegen Russland bei den Winterspielen 2014 in Sotschi sogar IOC-Präsident Thomas Bach für möglich.

Bach schrieb in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Die Teilnahme der russischen Athleten an den Olympischen Spielen in Rio 2016 hängt auch stark von den Ergebnissen der WADA-Untersuchung ab."

Und weiter: "Sollte es Hinweise auf ein organisiertes und flächendeckendes Doping-System geben, das weitere Sportarten betrifft, müssten die Internationalen Verbände und das IOC die schwierige Entscheidung zwischen kollektiver Verantwortung und individueller Gerechtigkeit treffen."

Das russische Sportministerium will bei der Aufklärung "vollständig" mit der WADA kooperieren, hat sich aber erneut gegen eine drohende Bestrafung sauberer Sportler ausgesprochen. "Wir sind der starken Überzeugung, dass Athleten, die jahrelang für die Olympischen Spiele trainiert haben, nicht das Recht abgesprochen werden darf, daran teilzunehmen", hieß es in einer Stellungnahme.

US-Justiz ermittelt

Das US-Justizministerium ermittelt laut "New York Times" wegen möglicher Verschwörung und Betrugs. Das Blatt berief sich auf zwei namentlich nicht genannte Quellen, die mit dem Fall vertraut seien. Die US-Staatsanwaltschaft für den östlichen Bezirk von New York sei federführend. Die Behörde habe russische Offizielle, Athleten, Trainer sowie Anti-Doping-Verantwortliche im Visier, hieß es.

Ermittlungen wie diese sind schon bei geringsten vermuteten Verbindungen in die Vereinigten Staaten möglich, oder wenn eventuell Gelder über eine US-Bank geflossen sind.

Sotchi-Spiele auf dem Prüfstand

Der ehemalige Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors, Gregori Rodschenkow, hatte in der vergangenen Woche der "New York Times" gesagt, er habe systematische Manipulationen im russischen Team während der Sotschi-Spiele mitorganisiert.

Rodschenkow, der jetzt in Los Angeles in den USA lebt, behauptet, 15 der russischen Medaillengewinner in Sotschi seien gedopt gewesen. Dafür gibt es bisher keine unabhängigen Beweise. Die US-Justiz hat nach den Informationen der Zeitung auch Rodschenkow selbst im Visier.

WADA stellt Ermittlerteam

Das Internationale Olympische Komitee und die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA schalteten sich ebenfalls ein und brachten Untersuchungen auf den Weg. Die WADA stellte ein Ermittlerteam zusammen, um die Vorwürfe zu untersuchen.

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