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Olympia 2016: Fragen und Antworten zur IOC-Entscheidung zu Russland

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Fragen und Antworten zur IOC-Entscheidung

25.07.2016, 18:53 Uhr | sid

Die Weltverbände aller olympischen Sportarten überprüfen die nominierten russischen Athleten. Kein Russe und keine Russin, der/die schon einmal wegen Dopings gesperrt war, darf in Rio de Janeiro starten. Abgesegnet werden die Vorschläge vom Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne und abschließend vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC).
Interessant wird sein, wie die russischen Athleten in Brasilien empfangen werden bzw. wie auf russische Siege reagiert wird.

Wie viele Russen werden in Rio starten?
Viele, vermutlich fast alle Nominierten. Die Weltverbände für Tennis (ITF), Judo (IJF) und Bogenschießen (WA) haben als erste bekannt gegeben, dass sie keine russischen Sportler von einem Olympiastart abhalten werden. Bei anderen Verbänden zeichnet sich die gleiche Tendenz ab. Es scheint sich ein Trend zu entwickeln, dass kaum Russinnen und Russen aussortiert werden.

Wie fallen die Reaktionen aus?
Heftig. Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) fühlt sich brüskiert und spricht von einem "fatalen Signal", Ines Geipel, Vorsitzende der Doping-Opfer-Hilfe (DOH), nennt den IOC-Beschluss "eine diabolische Entscheidung". Medien in aller Welt kritisieren das IOC und dessen Präsidenten Thomas Bach fast einhellig - außer in Russland, versteht sich. Besondere Empörung ruft die Entscheidung hervor, die Whistleblowerin Julija Stepanowa nicht starten zu lassen.

Wie wirkt sich die Entscheidung auf das Ansehen von Thomas Bach aus?
Bach entsteht ein gewaltiger Imageschaden. Die "Bild"-Zeitung nannte den deutschen IOC-Präsidenten scharf "Putins Pudel", der Eindruck, Bach habe vor der Großmacht Russland gekuscht, zieht sich durch viele Kommentare. Bachs Glaubwürdigkeit ist schwer erschüttert, die Männerfreundschaft mit dem russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin erscheint höchst fragwürdig. Für die Anti-Doping-Kämpfer ist die Entscheidung entmutigend, ein Schlag ins Gesicht.

Steht der deutsche Sport zu Bach?
Ja, zumindest DOSB-Präsident Alfons Hörmann. "Thomas Bach hat den Fall professionell und so ausgewogen und ganzheitlich gemanagt, wie er es an der Spitze des Weltsports tun muss", sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes. Es sei eine äußerst schwierige Entscheidung gewesen, die von vielen deutschen Athletinnen und Athleten mitgetragen werde.

Fällt ein Schatten auf Olympia?
Definitiv. Es ist ein Tiefpunkt der olympischen Geschichte. Wenn eine Nation trotz nachgewiesenen Staatsdopings bei ihrem Olympia-Heimspiel nicht von den folgenden Spielen ausgeschlossen wird, wann dann? Die Spiele von Rio de Janeiro sind beschädigt, bevor sie begonnen haben. Die olympische Bewegung und das IOC sind in ihrer tiefsten Glaubwürdigkeitskrise.

Was sagen die Athleten?
Sie äußern sich nicht oder sehr zurückhaltend. So auch der zweimalige Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste, der Verständnis für das IOC zeigte. Die Ausnahme ist der britische Weitsprung-Star Greg Rutherford, der die Entscheidung "rückgratlos" nannte. Das IOC habe es verpasst, eine "klare Botschaft der Transparenz und des Fortschritts" zu senden, sagte der Olympiasieger von London und amtierende Weltmeister: "Was wir jetzt haben, ist ein schmutziger, grauer Bereich, womit niemandem geholfen ist."

Welchen Einfluss hat die Entscheidung auf die Paralympics?
Den russischen Behindertensportlern droht ungeachtet der Entscheidung des IOC weiter das Aus für die Paralympics in Rio de Janeiro (7. bis 18. September). Das bestätigte das Internationale Paralympische Komitee (IPC). Das IPC hatte nach Veröffentlichung des McLaren-Reports ein Ausschlussverfahren gegen den russischen Nationalverband eingeleitet. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) begrüßte die Fortführung des Ausschlussverfahrens ausdrücklich. Damit zeige das IPC, dass "im Gegensatz zum IOC die Null-Toleranz-Politik" im Paralympischen Sport "keine leere Worthülse" sei, hieß es in einer am Montag veröffentlichen Mitteilung.

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