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Fußballer als Exoten: Die deutschen Olympioniken peilen eine Medaille an

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"Medaille wäre sensationell"  

Horn freut sich auf Olympia und Duell mit Neymar

27.07.2016, 07:09 Uhr | t-online.de

Fußballer als Exoten: Die deutschen Olympioniken peilen eine Medaille an. Timo Horn hat mit der deutschen Auswahl bei den Olympischen Spielen in Rio große Ziele. (Quelle: imago/Revierfoto)

Timo Horn hat mit der deutschen Auswahl bei den Olympischen Spielen in Rio große Ziele. (Quelle: Revierfoto/imago)

Von Marc L. Merten

Die Olympia-Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes bricht am Samstag nach Brasilien auf. Das Ziel: Salvador. Zumindest das Reiseziel. Das sportliche Ziel ist eine Medaille beim olympischen Fußballturnier in Rio de Janeiro.

Als Timo Horn vor wenigen Tagen in den sozialen Netzwerken ein Bild von sich aus Kindertagen postete mit dem Verweis auf ein großes Turnier, das bevorstünde, hielten viele dies für einen Hinweis darauf, dass es schon immer ein Traum des Torhüters war, bei den Olympischen Spielen dabei zu sein.

Doch Horn war schon immer vor allem eines: ein Fußballer. Und als solcher, das hatte er zumindest seit seiner Geburt im Jahr 1993 noch nicht erlebt, reiste man als Deutscher nicht zu den Spielen. Dies ist in diesem Sommer bekanntlich seit 1988 erstmals wieder anders. Und Horn ist mit dabei - als Nummer eins im Tor der Hrubesch-Elf.

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Hrubesch setzte frühzeitig auf Horn

Es ist das letzte Turnier für Horst Hrubesch als U21-Trainer des DFB. Mit der Qualifikation für Rio hat er noch einmal für ein echtes Highlight gesorgt. Ein Highlight, bei dem er unbedingt mindestens bis ins Halbfinale kommen möchte. Als Rückhalt für dieses Unterfangen hat er als Torhüter den Kölner Horn auserkoren.

"Horst Hrubesch hat mir bereits während unserer EM-Qualifikation mitgeteilt, dass er mich bei Olympia als Nummer eins dabei haben möchte", verriet der 23-Jährige. "Damals musste ich mich noch hinter Bernd Leno und Marc-André ter Stegen anstellen. Ich habe mich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Und ich glaube, dass der Trainer mir nun mit dem Status als Nummer eins etwas zurückgeben möchte."

"Eine Medaille wäre sensationell"

Wer den loyalen und ehrgeizigen Horn kennt, weiß, dass es sein unbedingter Anspruch sein wird, dies mit einem fehlerlosen Turnier zurückzugeben. Der 1,92 Meter große Keeper hat sich in den letzten zwei Jahren zu einem der besten Bundesliga-Torhüter gemausert. Viele beim 1. FC Köln sehen ihn bereits in einer Reihe mit den einstigen Idolen Toni Schumacher und Bodo Illgner.

Ihnen könnte Horn schon in wenigen Wochen etwas voraus sein: eine Medaille bei den Olympischen Spielen. "Natürlich ist es unser Ziel, eine Medaille zu holen. Wir werden eine sehr gute erste Elf haben. Das sind eigentlich ausschließlich Bundesliga-Spieler, viele davon Stammspieler. Daher schätze ich unsere Chancen als sehr gut ein. Eine Medaille wäre sensationell."

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DFB-Gerüst steht - Brasilien als Top-Favorit

Nach dem unwürdigen Possenspiel um die Kader-Nominierung will der DFB nun mit guter Miene in Brasilien die deutschen Farben stolz vertreten. Mit Horn als Fels in der Brandung, mit Weltmeister Matthias Ginter und Niklas Süle davor, mit den Bender-Brüdern im Mittelfeld, mit Wirbelwind Julian Brandt sowie Nils Petersen und Davie Selke in der Offensive.

Ein Gerüst, das vielversprechend klingt. Aber reicht das auch für eine Medaille? Damit es die Goldene würde, müsste etwas Außergewöhnliches passieren. Denn der Gastgeber hat sie bereits fest im Blick. Das sieht auch Horn so. "Brasilien will im eigenen Land mit allen Mitteln die Goldmedaille gewinnen. Neymar hat dafür sogar die Teilnahme an der Copa America abgesagt."

Horn entscheidet sich für Köln - und Olympia

Neymar gegen Horn, auf dieses Duell würde sich der Kölner ganz besonders freuen. Horn wurde von Bundestrainer Joachim Löw bislang gemieden. Torwarttrainer Andreas Köpke hatte ihm sogar geraten, zu einem Klub mit internationalen Ansprüchen zu wechseln, wenn er für die A-Nationalmannschaft in Frage kommen wolle. Das war in Köln gar nicht gut angekommen. Doch Horn ließ es kalt. Trotz einer Ausstiegsklausel in seinem Vertrag und einem Angebot des englischen Meisters Leicester City entschied er sich gegen die Premier League, gegen die Champions League und für einen Verbleib in Köln - und damit auch für Olympia.

"Den Schritt zu einem anderen Klub hätte ich nur dann gemacht, wenn wirklich alles gepasst hätte", erklärte Horn. "Bei den Vereinen, die interessiert waren, hatte ich einfach nicht das Gefühl, dass ich dafür alles aufgeben sollte, was ich mir in den letzten Jahren hier in Köln aufgebaut habe." Eine bemerkenswerte Aussage in Zeiten, in denen Vereinstreue ein Fremdwort geworden ist und Spieler immer häufiger dem Ruf des Geldes erliegen. Doch Horn entschied sich bewusst für Köln, wissend, dass der FC einer Teilnahme des Torhüters an den Spielen in Rio offen gegenüber stand. In Leicester hätte er sich einem neuen Team mit einem neuen Konkurrenzkampf stellen müssen. Die Olympischen Spiele wären ein Traum geblieben.

Deutschland trägt Vorrundenspiele im "Exil" aus

Nun kann Horn seinen Traum leben - als deutscher Fußballer bei Olympia. Exoten werden sie sein im Kreise der anderen deutschen Medaillenkämpfer. In Deutschland mit ihrer Sportart die großen Stars, neben der kaum eine andere Sportart zu existieren scheint. Bei Olympia eine Randerscheinung. Usain Bolt und Co. werden die Schlagzeilen dominieren, nicht die Fußballer.

Selbst im Olympischen Dorf werden sie zunächst nicht leben. Schließlich trägt Deutschland seine Vorrundenspiele im "Exil" aus, in Salvador und Belo Horizonte. Nur, wenn es die DFB-Elf ins Halbfinale schaffen sollte, würden die Spieler ins Dorf nach Rio ziehen. Zu den anderen Sportlern, die im Gegensatz zu den Fußballern auch an der Eröffnungszeremonie teilnehmen können, während das Fußballturnier schon läuft.

Traum vom Maracana

Eine sonderbare Rolle spielen die Fußballer bei Olympia. "Mit Sicherheit ohne Starallüren", ist Horn überzeugt, werde das deutsche Team in Brasilien auftreten. Mit Sicherheit aber mit dem Ehrgeiz, auf einer der größten Bühnen im Fußball zu spielen: im legendären Maracana. Das sagenumwobene Stadion in Rio soll zum Schauplatz des deutschen Erfolgs werden. Doch dafür müsste es Deutschland ins Halbfinale schaffen. Erst dann wäre ihnen der Olympische Geist ganz nahe.

"Es ist ein Traum, dieses olympische Gefühl miterleben zu dürfen", sagt Horn. "Wenn man mich als kleines Kind gefragt hätte, hätte ich wahrscheinlich gesagt, dass ich mal die Champions League gewinnen möchte - natürlich nicht, dass ich Olympiasieger werden möchte." Gut, dass sich im Leben die Prioritäten auch ändern können.

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