Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Olympia 2016 >

Olympia: Doping-Kronzeugin Stepanowa fast vor dem Nichts

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Olympia  

Doping-Kronzeugin Stepanowa fast vor dem Nichts

27.07.2016, 14:46 Uhr | dpa

Olympia: Doping-Kronzeugin Stepanowa fast vor dem Nichts. Julia Stepanowa darf bei den Olympischen Spielen in Rio nicht starten.

Julia Stepanowa darf bei den Olympischen Spielen in Rio nicht starten. Foto: Michael Kappeler. (Quelle: dpa)

Leipzig (dpa) - Kein Olympia-Start, kein Geld, kein normales Leben - aber trotzdem nicht mutlos. Nach dem zerstörten Traum vom Start bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro steht Doping-Kronzeugin Julia Stepanowa nahezu vor dem Nichts.

Seit acht Monaten lebt die 30 Jahre alte Leichtathletin mit ihrem Mann Witali und ihrem Sohn in einer geheimgehaltenen Kleinstadt in den USA und ist auf Spenden für den Lebensunterhalt angewiesen. "Natürlich ist es mit einem zweijährigen Sohn nicht leicht. Aber wir kommen zurecht", sagte die 800-Meter-Läuferin in einem Interview des Fernsehsenders Sky Sport News HD mit einem gequälten Lächeln.

Die Enttäuschung über die Verweigerung eines Olympia-Starts durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) sitzt tief. "Ich habe schon immer davon geträumt, Olympiasiegerin zu werden", sagte Stepanowa. Immerhin hatte ihr der Leichtathletik-Weltverband IAAF die Starterlaubnis erteilt. Dadurch konnte sie bei der EM in Amsterdam starten, wenngleich sie dort wegen einer Fußverletzung ihr Rennen nicht beenden konnte. "Natürlich würde ich mir wünschen, dass sich das IOC auch für mich einsetzt und mich unterstützt. Aber es passiert das Gegenteil: Ich werde bestraft", fügte sie hinzu.

Aus aller Welt erfahren sie und ihr Mann, der einst bei der Russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA) gearbeitet hat, zumindest moralische Unterstützung. "Sie ist nach meiner Meinung die einzige Person, die es verdient, wieder integriert zu werden in den Sport", sagte Diskus-Olympiasieger Robert Harting in einer Videobotschaft über die Läuferin und rief zu Spenden auf. Auch die kanadische Skilanglauf-Olympiasiegerin Becky Scott warb für finanzielle Hilfe. "Sie haben den vielleicht größten Beitrag für einen sauberen Sport geleistet", meinte das Mitglied der IOC-Athletenkommission.

"Ich empfinde die beschlossene Aussperrung der russischen Athletin Julia Stepanowa, die mit der Aufdeckung russischer Betrügereien dem sauberen Sport einen großen Dienst erwiesen hatte und in der Folge aus ihrer Heimat flüchten musste, als einen schamlosen Akt und eine einzigartige Verbeugung vor der Machtpolitik eines bloßgestellten Staates", erklärte der frühere deutsche Spitzenfunktionär Hans-Wilhelm Gäb und kündigte die Rückgabe seines olympischen Ordens an. Damit wolle er gegen die Entscheidung des IOC protestieren, Russland wegen Staatsdopings nicht von den Spielen in Rio auszuschließen.

Eine in Darmstadt gestartete Petition für einen Olympiastart von Stepanowa haben innerhalb eines Tages merh als 35 000 Menschen unterschrieben. IOC-Präsident Thomas Bach verteidigte den Ausschluss damit, dass sie Teil des russischen Dopingsystems war. Die Läuferin war von 2013 bis 2015 wegen Dopings gesperrt. Eine Einladung Bachs, als Gast nach Rio zu kommen, hat Julia Stepanowa abgelehnt. "Hätte Julia nicht die Wahrheit gesagt, wäre sie als Athletin dabei gewesen. Aber so ist alles angekommen", sagte Witali Stepanow.

Ein Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) wird Julia Stepanowa wohl aus Geldmangel nicht anstreben. Harting, Scott, die ehemalige Sprinterin und Bobfahrerin Lauryn Williams (USA) sowie Skeletonpilot Ben Sanford (Neuseeland) haben das Spendenprojekt "Eine strahlende Zukunft für die Stepanows" gestartet. Am Mittwochmittag waren 33 518 Schweizer Franken (ca. 31 000 Euro) von angestrebten 80 000 Schweizer Franken eingegangen.

Das Geld soll dem Lebensunterhalt dienen. Denn in den USA haben Stepanowa und ihr Mann noch keine Arbeitserlaubnis. Sie lernt englisch und trainiert, um weiter international starten zu können. "Wir fühlen uns hier sicher, weil uns niemand kennt. Wir hoffen, dass wir eine Aufenthaltgenehmigung bekommen und bleiben können", sagte Witali Stepanow.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Historischer Panzer fährt nach 70 Jahren wieder

Mit großer Not startet der 520-PS-starke Motor zu neuem Leben. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Nur heute und nur für die 1.000 schnellsten Besteller

tolino page eBook-Reader zum Schnäppchenpreis von nur 49.- € statt 69.- € bei Weltbild.de. Shopping

Shopping
iPhone 7 32 GB im Tarif MagentaMobil L mit Handy

Nur 99,95 €¹. Nur online: 24 Monate 10 % sparen! bei der Telekom Shopping

Vernetzung
Christmas Shopping: Jetzt 15,- € Gutschein sichern!

Nur bis zum 14.12.16. Erfahren Sie mehr zur Aktion auf MADELEINE.de.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal