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Olympia 2016: Doping-Skandal überschattet auch IOC-Session

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Olympia 2016  

Russlands Doping-Skandal überschattet auch IOC-Session

02.08.2016, 07:21 Uhr | dpa

Olympia 2016: Doping-Skandal überschattet auch IOC-Session. Ein Großteil des russischen Teams ist bereits angekommen.

Ein Großteil des russischen Teams ist bereits angekommen. Foto: Sergei Ilnitsky. (Quelle: dpa)

Rio de Janeiro (dpa) - Kurz vor Eröffnung der Sommerspiele in Rio de Janeiro steht das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit Präsident Thomas Bach wegen des russischen Doping-Skandals weiter unter Druck.

Athleten und Funktionären beklagten mit Unverständnis und Verbitterung die IOC-Entscheidung, eine russische Mannschaft am Freitag bei der Eröffnungsfeier ins Maracaña-Stadion von Rio einmarschieren zu lassen. Unklar bleibt noch, welche russischen Sportler überhaupt antreten dürfen, da sich das IOC das letzte Wort vorbehalten hat.

Einige von ihnen - wie die Schwimmer Wladimir Morosow und Nikita Lobinzew - wollen versuchen, juristisch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS einen Start zu erzwingen. Schätzungsweise 250 russische Athleten erhielten bisher von ihren internationalen Verbänden vorläufig grünes Licht. Die Einzelprüfung durch CAS-Experten und ein Trio von IOC-Mitgliedern zieht sich hin.

Belastet vom Umgang mit dem russischen Doping-Skandal wollte die IOC-Session in Rio zusammenkommen. Auf der offiziellen Agenda der Hauptversammlung - der 129. Session - der derzeit 90 IOC-Mitglieder stand das konfliktträchtige Thema aber nicht.

Bach wollte zur feierlichen Eröffnung am Montagabend (01.00 Uhr Dienstagmorgen MESZ) sprechen. Die IOC-Session will schon auf die nächsten Sommerspiele 2020 in der japanischen Hauptstadt Tokio schauen. Das IOC-Exekutivkomitee hat vorgeschlagen, fünf neue Sportarten ins Tokio-Programm aufzunehmen: Baseball mit der Frauen-Variante Softball, Karate, Skateboard, Surfen und Klettern.

Bis Donnerstag wird die Session zudem die Kandidaten für die Sommerspiele 2024 zum Stand der Vorbereitungen anhören: Rom, Paris, Budapest und Los Angeles. Die Entscheidung, wer die Spiele ausrichten wird, fällt voraussichtlich auf der Session im September 2017 in Lima.

Die Vorwürfe aus den Reihen von Sportlern und Funktionären vor allem an Bach rissen nicht ab. Nun begann auch das Internationale Paralympische Komitee IPC Beratungen über einen möglichen Ausschluss Russlands. Die Exekutive des IPC werde im Laufe der Woche einen Entschluss mitteilen, erklärte der deutsche Chef der Mission, Karl Quade, in Berlin.

"Das IPC hat jetzt die große Chance, eine ganz wichtige Botschaft an den Sport weltweit zu senden", sagte Friedhelm Julius Beucher, der Präsident des Deutschen Behindertensport-Verbandes.

Im Report von Chefermittler Richard McLaren an die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA zum Staatsdoping in Russland stehen auch 35 positive Dopingfälle aus dem paralympischen Sport.

In einem Schreiben an die Verbände hat das IPC bereits signalisiert, den Russen für den Fall eines Ausschlusses von den Paralympics eine Einspruchsfrist von 21 Tage einzuräumen. In diesem Fall käme das IPC vor Beginn der Paralympics vom 7. bis 18. September stark unter Zeitdruck.

Für DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen hat das IOC mit dem Rio-Startverbot für die russische Doping-Informantin Julia Stepanowa die Chance zu "einem machtvollen Statement gegen Doping" vertan.

Die Entscheidung, Russland nicht komplett auszuschließen, aber die Athletin aufgrund ethischer Bedenken nicht starten zu lassen, sei "ein Kniefall vor den Russen und ein dunkler Tag für die ehrliche Sportwelt", sagte Kurschilgen, im Deutschen Leichtathletik-Verband für den Spitzensport mitverantwortlich, der Deutschen Presse-Agentur.

Stepanowa müsse die Entscheidung wie eine "billige Brüskierung" vorkommen, wenn Athleten wie US-Sprinter Justin Gatlin oder die kroatische Diskuswerferin Sandra Perkovic, die beide zweimal positiv auf Doping getestet wurden, am Zuckerhut um die Goldmedaille kämpfen, meinte Kurschilgen.

Die IOC-Entscheidung gegen einen Komplett-Ausschluss hat für Mountainbikerin Sabine Spitz mit der Größe des Landes zu tun. "Wäre ein anderes, kleines Land betroffen, dann wäre das weg vom Tisch, dann hätte es das Rumeiern nicht gegeben", sagte die Olympiasiegerin von 2008 in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" (Montag).

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