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Olympia 2016: Hickhack um russiche Athleten geht weiter

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Nach CAS-Urteil  

Hickhack um russische Athleten geht weiter

06.08.2016, 02:18 Uhr | dpa

Olympia 2016: Hickhack um russiche Athleten geht weiter. Julia Jefimowa darf bei Olympia 2016 starten. (Quelle: dpa)

Julia Jefimowa darf bei Olympia 2016 starten. (Quelle: dpa)

Das Ringen um das Startrecht russischer Athleten nahm auch am Eröffnungstag der Olympischen Spiele in Rio 2016 noch kein Ende. Nachdem der Internationale Sportgerichtshof CAS den Olympia-Ausschluss von drei schon einmal gedopten Sportlern aus Russland ablehnte, ging das große Prüfen weiter.

"Wir sind natürlich enttäuscht, dass der CAS unsere Maßnahmen gegen gedopte Athleten als zu hart betrachtet. Aber wir akzeptieren deren Beurteilung", hieß es in einer IOC-Stellungnahme. Das letzte Wort will der olympische Ausrichter dennoch behalten.

Weltverbände müssen prüfen

Schwimm-Weltmeisterin Julija Jefimowa erhielt vom IOC anscheinend grünes Licht. Das zumindest teilte Igor Kasikow als Delegationsleiter der russischen Olympia-Mannschaft der Nachrichtenagentur Tass mit. "Wir haben einen Brief vom IOC erhalten, dass sie teilnehmen darf", sagte Kasikow.

Zuvor hatte der CAS in mehreren Fällen russischer Sportler festgestellt, dass sie wegen ihrer früheren Dopingsperren nicht noch einmal mit einer Verbannung von Olympia bestraft werden dürfen. Da das CAS aber zugleich die Anträge dieser Sportler auf Startrecht in Rio zurückgewiesen hat, mussten im Eilverfahren erst die Weltverbände eine Teilnahme-Genehmigung prüfen.

Auch der Segler Pawel Sosikin und drei russische Radsportler kamen durch diese Hintertür noch zum sportjuristischen Erfolg. Olga Sabelinskaja wird nun am Straßenrennen teilnehmen können, wie der Geschäftsführer des russischen Verbands der Nachrichtenagentur AP bestätigte.

Auch Ilnur Sakarin und Bahnsprinter Sergej Schilow dürften nun in Rio dabei sein, werden aber wohl trotzdem nicht starten. Der offenbar nicht fitte Sakarin fehle aus "einem Zusammentreffen von Umständen", hieß es. Schilows drei Teamkollegen im Bahn-Vierer droht wegen Dopings der Olympia-Ausschluss.

Whistleblowerin Stepanowa verzichtet

Im Fall der russischen Ruderer blieb der Weltverband FISA hart. Anastassija Karabelschtschikowa und Iwan Podschiwalow dürfen trotz des Teilerfolges vor dem CAS bei Olympia nicht ins Boot steigen. Die Skullerin kann laut einer FISA-Mitteilung die Vorgaben zur nötigen Zahl international unabhängiger Doping-Tests nicht erfüllen. Podschiwalow wäre zwar startberechtigt, doch der russische Verband möchte die Besetzung seines Doppelvierers vor dem Vorlauf am Samstag nicht mehr ändern.

Auch Whistleblowerin Julia Stepanowa hätte durch die CAS-Entscheidung wieder Chancen auf einen Start gehabt. Sie verzichtete aber darauf, ihr Recht einzuklagen. "Sie hatte es nie im Sinn", sagte ihr Schweizer Manager Patrick Magyar. Der 31 Jahre alten russischen 800-Meter-Läuferin war vom Internationalen Olympischen Komitee auch wegen einer zweijährigen Dopingsperre die Teilnahme an den Rio-Spielen verweigert worden. Der Leichtathletik-Weltverband hätte dagegen einen Start gut geheißen.

Russischer Sportminister zufrieden

Nach den Fachverbänden checkt noch ein CAS-Experte, ob die Entscheidungen regelkonform sind, und am Ende muss noch das Dreier-Gremium des IOC um die deutsche Athletensprecherin Claudia Bokel final befinden, ob die Ex-Gedopten mitmachen dürfen. Das IOC hatte im Staatsdoping-Skandal um Russland auch entschieden, dass Athleten aus dem Land mit Doping-Vergangenheit nicht antreten dürfen.

Russlands Sportminister Witali Mutko frohlockte, dass dank der Schützenhilfe durch den CAS zu den 271 vom IOC zugelassenen Athleten noch weitere hinzukommen. "Auch unsere Verbände müssen aktiv werden, dann kann die Zusammensetzung der Mannschaft noch ausgeweitet werden", sagte er der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Ursprünglich standen 389 Athleten auf der Liste des Nationalen Olympischen Komitees Russlands für Rio.

DOSB kann "Entscheidung nicht nachvollziehen"

Der Deutsche Olympische Sportbund übte heftige Kritik an den Weltverbänden und deren Prüfungen des Startrechts von russischen Athleten für die Rio-Spiele. "Legt man die harten Kriterien des IOC-Beschlusses vom 24. Juli zugrunde, dann ist diese hohe Zahl angesichts der Schwere der vom McLaren-Report belegten Missstände und der bewiesenen staatlichen Lenkung des Dopings in Russland kaum nachvollziehbar", hieß es in einer DOSB-Erklärung. "Sie lässt vermuten, dass die Weltverbände der einzelnen Sportarten nicht mit gleichem Maß und nach gleichen Kriterien gemessen haben."
Es dränge sich deshalb "der Eindruck auf, dass der IOC-Beschluss trotz Prüfung durch CAS-Experten und der vom IOC eingesetzten Kommission nicht in allen Sportarten konsequent umgesetzt wurde", hieß es weiter. "Damit ist aktuell die Chance auf ein deutliches Zeichen im Anti-Doping-Kampf verpasst worden."

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