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Olympia 2016: Mit Europameister Deutschland ist zu rechnen

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Wolff schon wieder in Topform  

Handballer nervenstark im Hexenkessel von Rio

07.08.2016, 19:42 Uhr | t-online.de

Olympia 2016: Mit Europameister Deutschland ist zu rechnen. DHB-Keeper Andreas Wolff (re.) ist in Rio bereits auf Betriebstemperatur. (Quelle: dpa)

DHB-Keeper Andreas Wolff (re.) ist in Rio bereits auf Betriebstemperatur. (Quelle: dpa)

Aus Rio de Janeiro berichtet Johann Schicklinski

3:54 Minuten dauerte es, bis den deutschen Handballern durch Paul Drux das erste Tor gegen Schweden gelang. Und doch war die Anfangsphase des DHB-Teams von Nervosität geprägt. 1:4 hieß es im Duell des aktuellen gegen den Rekord-Europameister nach über fünf Minuten. Doch nach den Startschwierigkeiten war die deutsche Mannschaft auf Betriebstemperatur.

Angetrieben vom überragenden Torhüter Andreas Wolff und von Julius Kühn, dem in den ersten zwanzig Minuten gleich fünf Treffer gelangen, erarbeiteten sich die Deutschen eine 18:15-Halbzeitführung. Am Ende stand ein hart erkämpfter 32:29-Sieg gegen die Skandinavier. Die Deutschen haben gezeigt, dass bei der Medaillenvergabe mit ihnen zu rechnen ist.

Dementsprechend war die Stimmung in der mit 8.000 Zuschauern besetzten Future-Arena in Rio, die sich als echter Hexenkessel erwies. Die Deutschen tanzten Arm in Arm auf dem Spielfeld und jubelten mit den Fans, als hätten sie bereits eine Medaille sicher. Trainer Dagur Sigurdsson sah nach der echten Härteprobe indes sichtlich geschafft aus und ließ sich erst einmal auf einen Stuhl in seiner Coaching-Zone fallen.

"Erleichterung ist riesig"

"Die Erleichterung ist riesig", gab er nach dem Match sichtlich erleichtert zu Protokoll: "Das war ein gelungener Turnierstart von uns. Wir waren einen Tick stärker und haben verdient gewonnen." Er hatte vor dem Turnier als Ziel eine Medaille ausgegeben, EM-Held Wolff sogar von Gold als Ziel gesprochen.

Umso wichtiger der erfolgreiche Auftakt. Das erste Spiel bei einem solchen Turnier ist immer besonders schwer. Man weiß nicht genau, wo man selbst steht und wo der Gegner steht, man brennt darauf, dass es endlich losgeht. Nun ist die DHB-Auswahl schon etwas klüger.

Es gab viele positive Ansätze, auch wenn längst nicht alles Gold war, was glänzte. Insbesondere die fahrlässige Chancenverwertung und zu viele eigene Zeitstrafen dürften Coach Sigurdsson gestört haben.

Brenzlige Situation 15 Minuten vor Schluss

In der 45. Minute überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst foulte DHB-Kapitän Uwe Gensheimer den Schweden Johan Jakobsson, bekam dabei aber auch den Ellbogen seines Gegenspielers ins Gesicht. Er legte sich mit Jakobsson an, was die Future Arena in Rio zum Kochen brachte.

Gensheimer bekam eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe aufgebrummt, fortan waren aber nicht nur die schwedischen, sondern auch die neutralen Fans gegen die deutsche Mannschaft und begleiteten deren Ballbesitz mit fortwährenden Pfiffen.

Wolff in Weltklasseform

In der Folge konnten die Schweden zum 23:23 ausgleichen, dabei hatte die DHB-Auswahl noch mit 23:19 geführt. Hier hätte das Spiel kippen können, vor allem angesichts der Atmosphäre dieses Hexenkessels. Doch erneut angetrieben von Wolff, der einmal mehr Weltklasseparaden in Serie zeigte, bewiesen die Deutschen Coolness und siegten schließlich verdient.

"Jetzt konzentrieren wir uns auf Polen"

"Wir waren zum Schluss etwas cleverer und haben in der Abwehr besser zugepackt", sagte Kühn, der mit acht Toren Deutschlands bester Schütze war: "Hoffentlich geht es so weiter. Ab jetzt konzentrieren wir uns auf Polen."

Das ist der nächste Gegner des deutschen Teams, dem nicht viel Zeit zum Feiern bleibt. Schon am Dienstag wartet mit dem WM-Dritten das nächste Handball-Schwergewicht. Danach trifft die DHB-Auswahl in der Vorrunde noch auf Gastgeber Brasilien (11. August), Slowenien (13. August) und Ägypten (15. August). Die besten vier Teams qualifizieren sich für das Viertelfinale.

"Wir müssen jetzt schnell regenerieren", sagte Sigurdsson mit Blick auf die kommenden Aufgaben. Die Ausgangsposition für das Viertelfinale ist indes jetzt schon positiv. Die Konkurrenz wird den deutschen Auftritt auch registriert haben. Und weiß jetzt: Mit dem Europameister ist auch bei Olympia zu rechnen.

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