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Olympia: Superstar Bolt soll Stimmung und Show retten

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Olympia 2016  

Superstar Bolt soll Stimmung und Show retten

10.08.2016, 09:06 Uhr | dpa

Olympia: Superstar Bolt soll Stimmung und Show retten. Usain Bolt will in Rio "Grenzen verschieden".

Usain Bolt will in Rio "Grenzen verschieden". Foto: Michael Kappeler. (Quelle: dpa)

Rio de Janeiro (dpa) - Lichtgestalt Usain Bolt will zur Legende werden und soll die Leichtathletik mit seiner Ein-Mann-Show aus dem Schattenreich holen. In der tiefsten Krise der olympischen Kernsportart beginnen am Freitag die Wettkämpfe in Rio de Janeiro.

Der jamaikanische Supersprinter feiert am Schlusstag der Spiele seinen 30. Geburtstag und will dann sein drittes Gold-Triple nach 2008 und 2012 feiern. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) möchte seinen Aufwärtstrend fortsetzen und hofft mit seinen 89 Sportlern auf eine ähnliche Ausbeute wie vor vier Jahren in London.

Nach Doping-Skandalen und der Affäre um den Weltverband IAAF ist die Leichtathletik beschädigt wie nie zuvor. Erstmals seit dem Olympia-Boykott 1984 in Los Angeles fehlen die russischen Athleten - bis auf Weitspringerin Darja Klischina. Sie studiert in Florida und fiel deshalb nicht unter den Bann der IAAF.

Doping-Whistleblowerin Julia Stepanowa muss außen vor bleiben - sehr zum Unwillen zahlreicher Athleten. Die mittlerweile in den USA lebende 800-Meter-Läuferin hatte die Enthüllungen über das systematische Doping in Russland, wie später die Internationale Anti-Doping-Agentur WADA urteilte, ins Rollen gebracht.

Zuletzt war auch erneut Kenias Leichtathletik mit seinen seit Jahrzehnten herausragenden Lauf-Assen wieder einmal ins Zwielicht geraten. Der Weltverband unter der neuen Führung von Sebastian Coe hat zwar die Russen von den Sommerspielen ausgeschlossen, seine eigene Glaubwürdigkeit jedoch längst eingebüßt: Der Skandal um Coe-Vorgänger Lamine Diack ist einzigartig im Weltsport. Der Senegalese sitzt wegen des Verdachts der Korruption und Geldwäsche in Paris in Haft, er soll Dopingfälle vertuscht und dabei auch noch kassiert haben.

Topstar Bolt bereitet die Zukunft der Leichtathletik keine Angst: "Ich denke, es geht in die richtige Richtung und ist in der richtigen Spur", sagte der Weltrekordler bei einem groß inszenierten PR-Termin in Rio. "Man muss durch harte Zeiten gehen, bevor es wieder gute gibt. In eine paar Jahren wird der Sport sauber sein und alles wird großartig."

Bolt strebt erneut Gold über 100, 200 und 4 x 100 Meter an. Seine Show beginnt am Samstag mit den Vorläufen über 100 Meter, das Finale folgt am Sonntag 3.25 Uhr. Seine Rolle spielt der elfmalige Weltmeister gern und gut: Bolt möchte bei seinen letzten Spielen den Fans nicht nur das Triple und einen 200-Meter-Weltrekord (bisher 19,19 Sekunden) bieten. "Ich bin ein Sprinter, aber auch ein Entertainer."

Vor vier Jahren hatte Diskus-Riese Robert Harting als Olympiasieger öffentlichkeitswirksam sein Hemd zerrissen, zudem gab es viermal Silber und dreimal Bronze für das deutsche Team. Der dreimalige Weltmeister tritt zusammen mit seinem Bruder Christoph an, bei den Frauen steht zudem seine Freundin Julia Fischer im Ring. "Also eine Medaille klappt auf jeden Fall!", verspricht er. Überhaupt ruhen die Hoffnungen wieder einmal auf den Werfern wie die Kugelstoß-Asse Christina Schwanitz und David Storl und die Speerspitzen Thomas Röhler, Christina Obergföll, Linda Stahl und Christin Hussong.

Auch Top-Talente wie Gesa Krause (24), die WM-Dritte über 3000 Meter Hindernis, Dreisprung-Europameister Max Hess (20) und Höhenjägerin Marie-Laurence Jungfleisch (25) machen dem DLV Hoffnung auf den einen oder anderen Coup bei insgesamt 47 Entscheidungen. Zuletzt hatte das deutsche Team bei der eher unwichtigen EM in Amsterdam gleich 16 Medaillen gewonnen. "Die Europameisterschaften waren erfolgreich, aber von einer EM kann man nicht auf Olympische Spiele schließen", erklärte Chef-Bundestrainer Idriss Gonschinska.

Ein öffentlich verkündetes Medaillenziel gibt es vom DLV - wie seit vielen Jahren - nicht. "Wir treten mit einer Mischung aus erfahrenen und jungen Sportlern an und haben dabei in einer Reihe von Disziplinen gute Chancen auf Medaillen und Finalplätze", sagte Verbandspräsident Clemens Prokop. "Trotz des Wissens über die Stärke der internationalen Konkurrenz gehen unsere Athletinnen und Athleten mit Optimismus in Rio an den Start."

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