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Olympia 2016: Gewichtheber Ribouem - vom Obdachlosen zum Olympioniken

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Gewichtheber lebt seinen Traum  

Ribouem: vom Obdachlosen zum Olympioniken

12.08.2016, 11:55 Uhr | sid

Olympia 2016: Gewichtheber Ribouem - vom Obdachlosen zum Olympioniken. Simplice Ribouem hat eine bewegte Lebensgeschichte hinter sich. (Quelle: imago/Xinhua)

Simplice Ribouem hat eine bewegte Lebensgeschichte hinter sich. (Quelle: Xinhua/imago)

Am Wendepunkt seines Lebens fürchtete sich Simplice Ribouem vor Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Verzweifelt und frierend lag der stämmige Kameruner im März 2006 auf einer Parkbank im Melbourner Stadtteil Brunswick und fühlte sich verloren in einem fremden Land. "Ich hatte Angst. Es war eiskalt, ich hatte nicht einmal eine Decke", sagte der Gewichtheber.

Als Teilnehmer der Commonwealth Games war Ribouem nach Down Under gereist, er war erfolgreich, stand mit Bronze auf dem Podium - und plötzlich als Obdachloser vor dem Nichts. Ribouem hatte sich zur Flucht entschieden. Vor der Armut und Perspektivlosigkeit in seiner Heimat, in der Hoffnung auf ein besseres Leben in Australien.

Olympische Spiele als "Endstation"

Sein sportliches Können war Ribouems Glück. Im Park von Brunswick erkannte ihn ein Sicherheitsbeamter und lieh ihm bereitwillig sein Telefon. "Ich rief meinen Vater an, und er sagte mir: 'Wenn dir dieses Land Sicherheit bietet, dann folge deinem Herzen geh deinen Weg'", erzählte Ribouem.

Zehn Jahre später ist Ribouem längst angekommen. Seine Söhne Samuel und Nathan sind sein ganzer Stolz, er ist verheiratet - und in Rio de Janeiro Australiens einziger Gewichtheber. "Die Spiele sind für jeden Athleten die Endstation. Darüber kommt nichts mehr", sagte Ribouem, der in Brasilien am Samstag in der B-Gruppe der Gewichtsklasse bis 94 Kilogramm antritt.

Doppelter Schicksalsschlag im letzten Jahr

Ribouem, Bestleistung 349 Kilogramm, will den Wettkampf genießen und sich sportlich steigern. Von Edelmetall für das Land, das ihm die Chance auf einen Neuanfang bot und dessen Staatsbürger er seit 2008 ist, kann er dagegen nur träumen.

Allein sein Start in Rio ist ein weiterer Beleg für seine Widerstandsfähigkeit. 2015 traf ihn das Schicksal erneut schwer. Sein Vater, der ihn am Telefon einst zur Zukunft in Australien ermutigte, starb an einem Herzinfarkt. Auf der Reise zur Trauerfeier in Kamerun infizierte er sich mit Malaria, der muskelbepackte Ribouem verlor 20 Kilogramm Gewicht. Olympia in Rio schien so nur ein frommer Wunsch zu sein.

Familie als beste Freunde

Ribouem hatte schon aufgegeben, erst seine Familie überzeugte ihm vom Gegenteil. "Meine Söhne und meine Frau sind meine besten Freunde. Als ich am Boden lag, haben sie mich aufgerichtet. Ihretwegen bin ich in Rio", sagte er.

Wenn Ribouem am Samstag in Grün und Gold auf die Heberbühne steigt, wird im fernen Kamerun auch seine Mutter mitfiebern. In Sicherheit, darauf legte Ribouem wert. "Ich habe für sie einen Platz zum Leben fernab der Stadt angemietet, damit sie nicht in Gefahr ist. Jeden Monat überweise ich ihr zudem Geld", sagte er. Angst, das weiß Simplice Ribouem, will er nicht mehr spüren.

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