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Olympia 2016: Deutsches Team schreibt Medaillenziel ab

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"Absolut besorgniserregend"  

Deutsches Olympia-Team schreibt Medaillenziel ab

14.08.2016, 19:06 Uhr | dpa

Olympia 2016: Deutsches Team schreibt Medaillenziel ab. Ohne Medaille in Rio: Schwimmer Paul Biedermann, Kugelstoßerin Christina Schwanitz und Fechter Peter Joppich (v.li.). (Quelle: dpa/imago)

Ohne Medaille in Rio: Schwimmer Paul Biedermann, Kugelstoßerin Christina Schwanitz und Fechter Peter Joppich (v.li.). (Quelle: imago/dpa)

44 plus X wird nix: Schon zur Halbzeit der Rio-Spiele hat die Spitze des deutschen Olympia-Teams das Medaillenziel abgeschrieben und deutliche Konsequenzen angekündigt.

"Insgesamt werden wir nach den Spielen in der notwendigen Klarheit darüber reden müssen, wo wir stehen und warum", kündigte DOSB-Präsident Alfons Hörmann an.

"Ein 'Weiter so' kann und darf es nicht geben", sagte er mit Blick auf das Abschneiden einzelner Fachverbände in der ARD. Denn in einigen Sportarten seien die Ziele schlichtweg nicht ansatzweise erreicht worden. "Absolut besorgniserregend ist für mich das Ergebnis bei den Schwimmern", sagte Hörmann.

Klar hinter den Erwartungen zurück

Nicht ganz so drastische Worte wählte Chef de Mission Michael Vesper bei der Halbzeit-Pressekonferenz im Deutschen Haus. Aber auch er machte keinen Hehl daraus, dass das bisherige Abschneiden alles andere als zufriedenstellend ist. "Es zeichnet sich ab, dass wir die in London gesetzte Marke nicht erreichen werden", räumte Vesper ein.

Mindestens 44 Medaillen wie 2012 - so hatte das erklärte Ziel gelautet. Mit 17 Mal Edelmetall (8x Gold/5x Silber/4x Bronze) blieb das 423-köpfige Aufgebot des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) vor den Sonntags-Wettkämpfen aber klar unter den Erwartungen - in London hatte es zu diesem Zeitpunkt schon 21 Medaillen (5/10/6) gegeben.

Deutsche können "Niveau nicht mitgehen"

In zahlreichen Sportarten sind die Deutschen schlichtweg nicht mehr konkurrenzfähig, wie Hörmann früh festgestellt hatte: "Wir haben im Weltsport ein Niveau, das wir in zahlreichen Verbänden nicht mehr vollumfänglich mitgehen können." Ob im Beckenschwimmen, Fechten oder Straßenradsport - in früheren Medaillenbänken gingen die Deutschen in Rio de Janeiro komplett leer aus.

Vor allem das Abschneiden der medaillenlosen Schwimmer sorgt für Unmut - und wird wohl gravierende Veränderungen im Verband nach sich ziehen. "Bei 34 Entscheidungen sieht man, wie bedeutend die Sportart Schwimmen ist", sagte der Sportliche Leiter Dirk Schimmelpfennig.

"Es bestätigt sich, was wir immer gesagt haben: Es wird schwerer, Medaillen zu gewinnen, weil immer mehr Nationen nachgerüstet haben", sagte Vesper, der betonte: "Ich gehe davon aus, dass unsere Mannschaft sauber ist. Die Sportler wurden vielfach getestet."

Goldene Lichtblicke

Mit einer Leistungssportreform, an der DOSB und Bundesinnenministerium seit einem Jahr arbeiten, soll spätestens bis zu den Spielen 2020 und 2024 die Rückkehr in die Weltspitze gelingen. Nach Angaben des BMI steckt der Staat jährlich 153 Millionen Euro in den Spitzensport. Nicht genug, findet Vesper: "Dass wir mehr Mittel brauchen, ist unbestritten."

Nur den Schützen, Ruderern und Reitern mit ihren Gold-Coups ist es zu verdanken, dass sich die Zwischenbilanz nicht noch schlechter liest. Zudem machen die Teams Hoffnung auf mehr: Im Fußball, Hockey, Handball und Tischtennis waren am Sonntagvormittag noch alle auf Kurs.

Von einem Bild mit "Licht und Schatten" sprach folglich Vesper. Eines macht der DOSB-Spitze Mut: "Wir sind stolz darauf, dass wir schon acht Goldmedaillen gewonnen haben. Und wir werden auch noch weitere gewinnen", sagte Schimmelpfennig: "Wir haben die Möglichkeit, die elf Goldmedaillen von London zu erreichen."

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