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Olympia 2016 - Gewichtheben: Jürgen Spieß ärgert sich über Dopingsystem

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Dopingfrei? Keine Illusionen  

Gewichtheber Spieß: "Von vorne bis hinten verarscht"

16.08.2016, 11:16 Uhr | dpa, t-online.de

Olympia 2016 - Gewichtheben: Jürgen Spieß ärgert sich über Dopingsystem . Jürgen Spieß ist während des Wettkampfes in Rio voll fokussiert. (Quelle: imago)

Jürgen Spieß ist während des Wettkampfes in Rio voll fokussiert. (Quelle: imago)

Freude über die Leistung, Ärger über die Platzierung: Dieses Schema trifft auf viele der deutschen Gewichtheber bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro zu. Das Gefühl kennt auch Jürgen Spieß. Obwohl der 32-Jährige mit seiner Vorstellung durchaus zufrieden sein kann, liegen die Medaillenränge in weiter Ferne. Für Spieß ist der Grund klar: Doping.

"Wir haben einfach ein paar schwarze Schafe, das ist bekannt. Wir wissen das ja seit Jahren. Der Iraker, der vor mir Erster in der Gruppe B geworden ist, war auch schon zwei Jahre gesperrt. Wir werden von vorne bis hinten verarscht", sagte Spieß mit Bezug auf Dopingsünder in seiner Sportart.

Der Europameister von 2009 im Zweikampf und im Stoßen sieht die Schuld aber im System, und nicht bei den Sportlern: "Da sind auch nette Kerle dabei, das sind für mich nicht alles Arschlöcher. Die Jungs können ja gar nichts dafür, bei dem System, in dem sie aufwachsen. Für die ist es genauso normal, Stoff zu nehmen, wie dass ich mir morgens Kaffee einschenke. Der Fisch stinkt vom Kopf her."

"Man schüttelt nur noch den Kopf"

Den Funktionären wirft er vor, aufkommende Doping-Fälle nach Großereignissen wieder unter den Tisch zu kehren. "Man hört irgendwann auf, sich aufzuregen und schüttelt nur noch den Kopf" sagte Spieß.

Bei seiner Argumentation greift er auf ein akutes Beispiel zurück: Ein kasachischer Gewichtheber-Trainer sei "verantwortlich für fünf olympische Goldmedaillen, die aberkannt wurden." Dennoch nahm der Coach erneut an Olympia in Rio teil. Das treibt Spieß auf die Palme. "Was hat der Mann hier zu suchen? Was muss noch passieren? Die Sportler sind nur Opfer des Systems", so der 32-Jährige.

Für Spieß sind die Sommerspiele in Brasilien die dritte Olympia-Teilnahme. 2008 in Peking und 2012 in London wurde er jeweils Neunter.

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