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Olympia 2016: Herbe Pleite für deutsche Diskus-Frauen

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Fischer: "Habe alles gegeben"  

Herbe Pleite für deutsche Diskus-Frauen

16.08.2016, 18:56 Uhr | t-online.de, dpa

Olympia 2016: Herbe Pleite für deutsche Diskus-Frauen. Konnte keine Medaille holen: Diskus-Werferin Julia Fischer. (Quelle: dpa)

Konnte keine Medaille holen: Diskus-Werferin Julia Fischer. (Quelle: dpa)

Drei Tage nach dem Olympiasieg von Christoph Harting und dem Bronze-Coup von Daniel Jasinski sind die deutschen Diskuswerferinnen im Ring leer ausgegangen.

Mitfavoritin Julia Fischer kam nicht einmal in den Endkampf und enttäuschte als Neunte. Danach gab es Tränen. Die frühere Vize-Weltmeisterin Nadine Müller machte als Sechste ebenfalls ein langes Gesicht. Shanice Craft wurde Elfte.

Fischer: "Habe alles gegeben"

"Die letzten Tage waren schwer für mich. Wenn es den Menschen, die ich liebe, schlecht geht, dann ist das so, als wenn es mir selber schlecht geht", sagte Fischer in der ARD und meinte damit das unglückliche Olympia-Aus ihres Lebensgefährten Robert Harting in der Qualifikation.

"Ich habe alles gegeben, mehr konnte ich nicht machen." Auch ein Plakat mit der Aufschrift "Hoch und weit, jetzt ist Fischer-Harting-Zeit" konnte sie nicht aufmuntern.

Harting-Unterstützung wirkungslos

Nichts war es also mit der dritten Medaille für die deutschen Diskus-Asse und das 89-köpfige Leichtathletik-Team. Vize-Europameisterin Fischer, die zusammen mit Robert und Christoph Harting bei Torsten Lönnefors trainiert, hatte bereits in der Qualifikation am Abend vorher Probleme, jedoch prophezeit: "Morgen wird's besser!"

Wurde es aber nicht: Mit 62,67 Metern blieb sie deutlich unter ihren Möglichkeiten - trotz der Anwesenheit Robert Hartings: "Er war den ganzen Tag da, er hat mich super unterstützt."

Müller verstimmt: "Hätte hier pennen können"

Müller hatte nach ihren 63,13 Metern zum Auftakt nur noch fünf ungültige Versuche. Anschließend beklagte sie sich bitterlich über den Zeitplan. "Da hat einer gepennt und a.m. und p.m. verwechselt", sagte die frühere Vize-Weltmeisterin. Das Diskus-Finale hatte am Vormittag um 11.20 Uhr (Ortszeit) begonnen. Normalerweise sind solche Entscheidungen am Abend. Die Diskuswerferinen hatten zudem ihre Qualifikation erst am Abend vorher.

"Ich war erst um eins, halb zwei im Bett", sagte Müller: "Da muss man schon die Organisatoren frage, ob das Sinn macht. Im Sinne der Athleten ist dies jedenfalls nicht." Bei der Hallenserin hatte um 6.10 Uhr der Wecker geklingelt: "Eigentlich hätte ich auch hier pennen können, das wäre besser gewesen."

Letzte Medaille 1996

Gold eroberte wie schon vor vier Jahren in London die Kroatin Sandra Perkovic. Perkovic machte es allerdings zunächst spannend: Die vierfache Europameisterin hatte wie schon bei der Ausscheidung zwei ungültige Versuche, ließ sich davon aber nicht irritieren und schleuderte den Diskus auf 69,21 Meter hinaus.

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Silber gewann die Französin Melina Robert-Michon mit dem Landesrekord von 66,73, Bronze die Kubanerin Dania Caballero mit 65,34. Die beiden bisher einzigen Olympiasiege für Deutschland bei den Frauen hatten Gisela Mauermayer 1936 und Ilke Wyludda 1996 geholt. Seitdem gab es keine Medaille mehr.

Nur eins aus drei

Das Leichtathletik-Paar Robert Harting/Julia Fischer reist nun doppelt enttäuscht von Rio nach Hause. "Also eine Medaille klappt auf jeden Fall - das muss man ganz klar so sagen", hatte Robert Harting über seine dreiköpfige Trainingsgruppe gesagt. Dass sich sein Bruder zum Olympiasieger kürt und er und seine "Jule" ohne Edelmetall nach Hause fliegen, das hatte er wahrscheinlich nicht gedacht.

Die 26 Jahre alte Fischer war in diesem Jahr in der Form ihres Lebens, verbesserte sich auf 68,49 Meter und gewann bei der EM in Amsterdam ihre erste internationale Medaille - Silber hinter Perkovic.

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