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Olympia: Lavillenie entschuldigt sich für "unpassenden Vergleich"

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Olympia 2016  

Lavillenie entschuldigt sich für "unpassenden Vergleich"

16.08.2016, 18:20 Uhr | dpa

Olympia: Lavillenie entschuldigt sich für "unpassenden Vergleich". Renaud Lavillenie hatte in aller Aufregung einen unpassenden Vergleich gewählt.

Renaud Lavillenie hatte in aller Aufregung einen unpassenden Vergleich gewählt. Foto: Diego Azubel. (Quelle: dpa)

Rio de Janeiro (dpa) - Am Morgen danach hat Stabhochsprung-Verlierer Renaud Lavillenie seine Kritik am brasilianischen Publikum mit einem Vergleich zu Jesse Owens und die Nazi-Spiele von 1936 bereut.

"Ich entschuldige mich für den unpassenden Vergleich, was die Stimmung anbelangt, in dem hitzigen Moment habe ich die Tragweite der Aussage nicht bedacht...", schrieb der Franzose am Dienstag auf seiner Facebook-Seite. Lavillenie hatte nach seiner Niederlage bei den Sommerspielen gegen den Brasilianer Thiago da Silva verärgert auf die Pfiffe des brasilianischen Publikums reagiert.

"Für die Olympischen Spiele ist das kein gutes Image. Ich habe den Brasilianern nichts getan", sagte der Franzose in der Nacht zum Dienstag, nachdem der Favorit und Olympiasieger von 2012 überraschend da Silva unterlegen war. Der war vom heimischen Publikum frenetisch angefeuert worden, Lavillenie hingegen ausgepfiffen worden.

"1936 war die Menge gegen Jesse Owens", sagte der Franzose unmittelbar nach der Entscheidung im Rückblick auf die Sommerspiele vor 80 Jahren in Berlin. "Wir haben so etwas seitdem nicht mehr erlebt. Wir müssen damit umgehen." Owens, der schwarze Sprinter und Weitspringer aus den USA, hatte 1936 vier Goldmedaillen gewonnen. In Hitler-Deutschland wurde dies nicht gern gesehen.

Lavillenie lag allerdings falsch: Die 100 000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion honorierten damals Owens die Leistungen mit Jubel und Sprechchören. "Man hat es beim Fußball gesehen. Es ist das erste Mal, dass man es in der Leichtathletik gesehen hat", sagte Lavillenie über die für die Leichtathletik ungewohnte Reaktionen des Publikums. "Ich bin nicht glücklich darüber. Nun muss ich vier Jahre warten, um mein Gold zurückzubekommen."

Der 22-jährige da Silva war als erster Brasilianer mit übersprungenen 6,03 Meter Olympiasieger im Stabhochsprung geworden. Lavillenie landete mit 5,98 Meter auf dem Silber-Rang. Dritter wurde der US-Amerikaner Sam Kendricks mit 5,85 Metern.

Nachdem Lavillenie im Wettkampf immer wieder ausgepfiffen worden war, provozierte er die Zuschauer vor dem letzten und entscheidenden Versuch mit einem nach unten gerichteten Daumen. "Ich wollte den Leuten zeigen, dass wir nicht in einem Fußballstadion sind. In der Leichtathletik ist dafür kein Platz", sagte er. "Thiago ist stark. Er hatte das ganze Stadion hinter sich. Ich bin ein bisschen enttäuscht, es war kein Fair Play im Stadion." Zudem jubelten die Zuschauer lauthals bei Lavillenies entscheidendem Fehlversuch.

Der 29 Jahre alte Hallen-Weltrekordler blieb aber auch nach seiner Entschuldigung bei der Kritik am Verhalten der brasilianischen Fans: "Trotzdem akzeptiere ich nicht die Pfiffe und die Buhrufe des Publikums auf der olympischen Sprunganlage. Ich denke, das ist verständlich!", schrieb er am Tag danach.

Verständnis fand Lavillenie beim Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees, Mark Adams, und beim Sprecher des Organisationskomitees, Mario Andrada. "Wir als Organisationskomitee, Brasilianer und Sportfans können das Buhen nicht gutheißen, selbst wenn bei dem Duell eins gegen eins ein junger Brasilianer die Chance hat, Champion zu werden", sagte Andrada. Und Adams ergänzte: "Wir lieben diese Leidenschaft der Fans. Wir bitten nur darum, dass sich auf gutem Wege zeigt. Es gibt ganz viele brasilianische Fans, die diese Spiele lieben und sich ganz richtig benehmen."

Sieger da Silva genoss zwar die Anfeuerung des brasilianischen Publikums, empfand sie aber auch als Belastung. "Die Menge hat mich etwas zu viel bejubelt", sagte er. "Ich musste mich auf die Technik konzentrieren und es vergessen." Da Silva freute sich auch über seine Leistung: "Es war mein erster Sechs-Meter-Sprung. Es ist unglaublich."

Erstmals seit 1992 stand kein deutscher Stabhochspringer in einem Olympia-Finale. Ex-Weltmeister Raphael Holzdeppe, der deutsche Meister Tobias Scherbarth und Karsten Dilla scheiterten in der Qualifikation.

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