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Olympia 2016: Deutsche Super-Serie endet im Glutofen von Deodoro

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Debakel für deutsche Hockey-Herren  

Super-Serie endet im Glutofen von Deodoro

16.08.2016, 19:39 Uhr | t-online.de

Olympia 2016: Deutsche Super-Serie endet im Glutofen von Deodoro. Fassungslos: DHB-Kapitän Moritz Fürste nach dem Halbfinal-Debakel. (Quelle: dpa)

Fassungslos: DHB-Kapitän Moritz Fürste nach dem Halbfinal-Debakel. (Quelle: dpa)

Aus Rio de Janeiro berichtet Johann Schicklinski

Die argentinischen Fans störte auch die extreme Hitze nicht: Sie sangen so inbrünstig, sie tanzten und sprangen so ausdauernd, dass man Angst hatte, die Stahlrohrtribünen des Olympischen Hockey-Stadions in Deodoro würden gleich zusammenbrechen.

Die ungefähr 60 deutschen Fans versuchten, stimmlich mit "Deutschland, Deutschland"-Sprechchören dagegenzuhalten, hatten aber in der Arena, die Hexenkessel und Glutofen zugleich war, keine Chance.

So klar wie die Kräfteverhältnisse auf den Zuschauerrängen, war auch die Rollenverteilung auf dem Feld. Die abgezockte argentinische Auswahl feierte im Halbfinale des Olympischen Turniers einen 5:2 (3:0)-Sieg und fügte den deutschen Herren damit die höchste Olympia-Niederlage seit 32 Jahren zu. Damit ist für die DHB-Auswahl auch der historische dritte Olympiasieg in Serie nicht mehr möglich.

"Es ist wahnsinnig enttäuschend"

Bei hitzigen Temperaturen von weit über 30 Grad und null Schatten auf dem Feld erwischte die deutsche Mannschaft einen rabenschwarzen Tag und zeigte ihre mit Abstand schwächste Turnierleistung.

Dementsprechend war die Gemütslage nach der Partie. "Es ist sehr, sehr heftig. Dass wir in einem olympischen Halbfinale 0:5 zurückliegen, ist sehr bitter. Was für eine häßliche Pleite", sagte Florian Fuchs: "Es ist wahnsinnig enttäuschend. Die Effizienz der Argentinier hat uns das Genick gebrochen."

Eben diese führte auch Bundestrainer Valentin Altenburg als Grund für die Niederlage an. "Die fünf Schüsse der Argentinier waren alle drin. Wir haben aus vielen Chancen zu wenig Tore gemacht, Argentinien hat aus wenig viel gemacht", bilanzierte er.

Lehrstunde in Effizienz

Damit endete die Super-Serie der deutschen Hockey-Herren. Sie hatten seit der 2:3-Niederlage im Halbfinale 2004 in Athen gegen die Niederlande bei Olympia alle End- oder Entscheidungsspiele gewonnen. Ausgerechnet die Südamerikaner, die der deutschen Auswahl beim 4:4 in der Vorrunde den bisher einzigen Punktverlust bei diesem Turnier zugefügt hatten, stoppten nun diesen historischen Lauf.

Die Argentinier dominierten von Beginn an. “Ruhig, Männer", schrie Altenburg immer wieder auf's Feld und versuchte, seinem jungen Team die Nervosität zu nehmen. Doch es gelang dem DHB-Coach nicht. Bereits früh gingen die "Leones" nach zwei Strafecken durch Gonzalo Peillat verdient in Führung. (9. Minute/ 13.).

Bei den deutschen scheiterte indes Florian Fuchs am Pfosten, Kapitän Moritz Fürste vergab die erste Strafecke mit einem schwachen Abschluss. In der 28. Minute erhöhte Peillat nach der dritten Strafecke für Argentinien auf 3:0.

Einer der besten Strafecken-Schützen weltweit

Damit ging die Taktik der Gauchos auf, Strafecken zu erzwingen, um mit Peillat einen der besten Schützen weltweit in Position zu bringen. "Argentinien hat die besten Strafecken des Turniers", hatte Fürste vor der Partie noch gewarnt. Doch er und seine Kollegen fanden kein Mittel. Drei Torschüsse, drei Tore - so lautete die effiziente Bilanz Argentiniens zur Halbzeit.

Wer in der zweiten Halbzeit auf ein deutsches Aufbäumen gehofft hatte, wurde enttäuscht. Joaquin Menini erhöhte in der 36. Minute auf 4:0 für Argentinien und sorgte somit für die vorzeitige Entscheidung. Lucas Vila legte in der 47. gar das 5:0 für den Panamerika-Meister nach. Coach Altenburg, der noch vor dem Halbfinale eine sichere Defensive als Schlüssel zum Sieg erklärt hatte, wurde auf der deutschen Bank immer ruhiger.

Die Treffer von Moritz Fürste per Siebenmeter (51.) und Christopher Rühr (58.) sorgten wenigstens noch für Ergebniskosmetik. Trotzdem war es die höchste Niederlage bei Olympia seit dem 0:3 gegen Australien 1984 in Los Angeles.

Für die DHB-Auswahl bleibt die Erkenntnis, dass sich Wunder wie im Viertelfinale gegen Neuseeland nicht beliebig wiederholen lassen. Dort hatte die deutsche Mannschaft mit drei Toren in den letzten viereinhalb Minuten eine kaum für möglich gehaltene Wende geschafft und einen 0:2-Rückstand gedreht. Der Siegtreffer war dabei 0,7 Sekunden vor Schluss gefallen.

Enttäuschung überwiegt

Im kleinen Finale geht es nun um Bronze. Dort trifft das Altenburg-Team auf die Niederlande. Der Europameister verlor sein Halbfinale 1:3 (1:2) gegen Belgien. Zum Abschluss der Vorrunde hatten die Deutschen den Erzrivalen mit 2:1 besiegt.

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Nach der Enttäuschung gegen Argentinien ist für die DHB-Auswahl noch einmal ein Kraftakt nötig. "Eine Bronzemedaille wäre auch toll, aber aktuell überwiegt die Enttäuschung", meinte Fuchs. Tobias Hauke blickte indes voraus und gab die Richtung vor: "Wir müssen jetzt nach vorne schauen und Bronze holen."

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