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Stefan Henze rettet als Organspender vier Menschenleben

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Deutsche Sportler nehmen Abschied  

Toter Kanu-Trainer: Henzes Organe retten vier Menschenleben

17.08.2016, 11:19 Uhr | sid

Stefan Henze rettet als Organspender vier Menschenleben. Stefan Henze ist seinen schweren Vereltzungen erlegen.  (Quelle: dpa)

Stefan Henze ist seinen schweren Vereltzungen erlegen. (Quelle: dpa)

Der tödlich verunglückte deutsche Kanuslalom-Trainer Stefan Henze hat als Organspender mehrere Menschenleben gerettet. Vier Organe des am Montag an den Folgen eines Autounfalls gestorbenen Henze, darunter das Herz, wurden erfolgreich an schwerkranke Patienten transplantiert. Dies bestätigte die Gesundheitsbehörde des Bundeslandes Rio de Janeiro.

"Herz, Leber und beide Nieren wurden erfolgreich transplantiert. Damit hat er vier Menschenleben gerettet", sagte Sprecherin Roberta Napolis. Die Familie Henzes, die nach dem Unfall nach Rio gereist war, habe die Organentnahme genehmigt.

"Geste enormer Großzügigkeit"

Über die Transplantation des Herzens, die am Instituto Nacional de Cardiologia (INC) in Rio durchgeführt worden ist, hatte zuerst die Tageszeitung "O Globo" berichtet. "Die Familie des Deutschen hat eine Geste enormer Großzügigkeit gezeigt", zitierte "O Globo" den INC-Chefchirurgen Alexandre Siciliano.

Die deutsche Olympia-Mannschaft hat unterdessen Abschied von Henze genommen. An der Gedenkfeier im Olympischen Dorf nahm auch IOC-Präsident Thomas Bach teil. Überall an den Wettkampfstätten in Rio de Janeiro wehten die deutschen Fahnen auf halbmast - die Goldmedaillengewinner Fabian Hambüchen, Kristina Vogel und Sebastian Brendel gedachten Henzes in der Stunde ihrer größten Erfolge.

Deutsche Sportler gedenken Henze

"Das geht an keinem spurlos vorbei. Vielleicht sind wir alle ein bisschen für Stefan gefahren", sagte Brendel nach seiner Goldfahrt im Canadier-Einer auf der Lagoa Rodrigo de Freitas. "Wir dürfen die Tragik um Stefan Henze nicht vergessen. Das bringt uns zum Nachdenken", sagte Reck-Olympiasieger Hambüchen.

Trotz aller Freude über Gold für Brendel sowie Silber für Franziska Weber und Tina Dietze im Kajak-Zweier war die Stimmung im Deutschen Kanu-Verband verhalten. "Es werden keine Freudenfeste", sagte DKV-Präsident Thomas Konietzko: "Die Trauer steckt bei jedem tief drinnen. Stefan hätte aber gewollt, dass wir uns auf den Sport konzentrieren."

Der 35 Jahre alte Henze hatte am Freitagmorgen bei einem Unfall mit einem Taxi ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten und war an den Folgen der Verletzung am Montag gestorben.

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