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Olympia 2016: Silvia Neid verabschiedet sich mit Gold

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Ära endet mit Olympia-Gold  

Neid: "Das i-Tüpfelchen auf eine lange Zeit"

20.08.2016, 03:18 Uhr | t-online.de

Neids Epoche endet - Traumhafter Abschied

Es war ihr 180. und gleichzeitig letztes Spiel auf der Bank der deutschen Elf. Über 30 Jahre lang war Neid fester Bestandteil des deutschen Frauen-Nationalteams, ob als Spielerin oder Trainerin.

Neids Epoche endet - Traumhafter Abschied. (Quelle: t-online.de)


Aus Rio de Janeiro berichtet Johann Schicklinski

Silvia Neid stand in der linken Ecke ihrer Coaching-Zone, fast auf Höhe der Mittellinie. Dann kam der Pfiff. Sie ballte die Fäuste, streckte beide Arme zum Himmel und schaltete in den Turbo.

Die Trainerin der DFB-Frauen sprintete zu ihren Spielerinnen aufs Feld, schrie ihre Freude heraus und reihte sich in die riesige Jubel-Traube auf dem Rasen des legendären Maracana-Stadions ein.

Gerade eben hatte Deutschland das Finale des olympischen Frauen-Fußballturniers gegen Schweden mit 2:1 (0:0) gewonnen. An dem Ort, an dem bereits die Männer 2014 den WM-Titel holten.

Unfassbare Erfolgsbilanz 

Neid, an sich kein besonders emotionaler Mensch, wurde von ihren Emotionen überwältigt. Sie lief mit Tränen in den Augen über den Platz. Möglicherweise wurde ihr in diesem Moment bewusst, dass eine Ära endet. Ihre Ära. 

Es war ihr 180. und gleichzeitig letztes Spiel auf der Bank der deutschen Elf. Über 30 Jahre lang war Neid fester Bestandteil des deutschen Frauen-Nationalteams, ob als Spielerin oder Trainerin. Ihre Erfolgsbilanz liest sich außergewöhnlich: zweimal Weltmeister, achtmal Europameister, dreimal Olympia-Bronze - und nun Gold! Den letzten fehlenden Titel auch noch eingeheimst. "Das ist das i-Tüpfelchen für mich auf eine ganz lange Zeit", bilanzierte sie nach dem Spiel mit etwas Wehmut in der Stimme.

Neid wurde in ihrem letzten Spiel noch einmal richtig gefordert. Sie saß während der 90 Minuten nicht einmal auf der Trainerbank, sondern tigerte durch ihre Coaching-Zone. Sie ging voll mit, brüllte Anweisungen aufs Feld und stemmte wütend die Arme in die Seite, wenn bei ihren Spielerinnen mal wieder etwas nicht klappte. 

"Das ist das Allergrößte" 

Dementsprechend erschöpft, aber glücklich, war Neid nach der Partie. "Was gibt es Schöneres, als so aufzuhören", freute sie sich: "Sein letztes Spiel im Olympia-Finale in so einem schönen Stadion wie dem Maracana machen zu dürfen? Das ist das Allergrößte." Und weiter: "Ich bin einfach total happy, dass wir dieses Spiel auch noch gewonnen haben, es war nicht einfach. Ich bin echt total stolz auf meine Mannschaft." 

Marozsan der Dreh- und Angelpunkt

Großen Anteil an der historischen Goldmedaille hatte Dzsenifer Marozsan, die mit einem Traumtor in den rechten schwedischen Winkel das 1:0 erzielt (48. Minute) und das Eigentor zum 2:0 von Linda Sembrant (61.) durch einen Freistoß an den linken Pfosten vorbereitet hatte. Die Schwedinnen kamen durch Stina Blackstenius (67.) nur noch zum Anschlusstreffer. 

"Ich kann es noch gar nicht fassen" 

"Das ist unglaublich", sagte Marozsan. "Ich kann es noch gar nicht fassen. Ich bin stolz auf mein Team, die Mädels haben eine tolle Leistung gezeigt." Die Mittelfeldspielerin war der Dreh- und Angelpunkt des deutschen Spiels. 

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Eine Goldmedaille bekam Neid - anders als ihre Spielerinnen - indes nicht, weil Trainer/-innen bei Olympischen Spielen kein Edelmetall erhalten. Sie wird es angesichts des Triumphs und ihres tollen Abschieds verkraften können.

Tolle Geste der DFB-Mädels 

Ihre Mannschaft zeigte indes auf dem Siegerpodest Größe: Das Trikot der früh im Turnier verletzten Simone Laudehr wurde hochgehalten. Laudehr war noch vor dem Finale aus Rio abgereist. Bei der Nationalhymne hielten sich die deutschen Spielerinnen mit Freudentränen in den Augen im Arm, ebenso wie Neid und der Trainerstab. 

Als Bundestrainerin folgt die frühere Nationalspielerin Steffi Jones auf Neid. Sie wird sich jedoch nicht aufs Altenteil zurückziehen, mit 52 Jahren wäre sie auch noch viel zu jung dafür. Neid übernimmt die neue Scouting-Abteilung für Frauen- und Mädchenfußball. Sie hat Jones in den vergangenen Monaten bereits eingearbeitet und bleibt in ihrer neuen Position nah dran. Und wird gerne auch zukünftig Ansprechpartnerin sein. Als neue Gold-Trainerin dürfte ihr Rat weiterhin sehr gefragt sein. 

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