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Was passiert mit den Sportstätten nach Olympia 2016 in Rio?

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Freizeitpark, Schulen, Militär  

Das passiert mit den Arenen nach Olympia

21.08.2016, 09:10 Uhr | sid

Was passiert mit den Sportstätten nach Olympia 2016 in Rio?. In der Future Arena werden während der Olympischen Spiele die Handball-Wettbewerbe ausgetragen. Nach den Spielen werden die Bestandteile der Arena für vier neue Schulen verwendet. (Quelle: imago)

In der Future Arena werden während der Olympischen Spiele die Handball-Wettbewerbe ausgetragen. Nach den Spielen werden die Bestandteile der Arena für vier neue Schulen verwendet. (Quelle: imago)

Nomaden-Architektur statt Weißer Elefanten, Sportschüler statt Leistungssportler, Spaß- und Militärgebrüll statt Medaillenjubel: Für einige olympische Arenen läuft die Uhr mit den Paralympics (7. bis 18. September) ab, andere brauchen neue Millionen-Investitionen, um sportlich zu überleben.

Für den Erhalt der Sportstätten im Parque Olímpico und in der Olympiazone Deodoro muss der Steuerzahler mindestens 59 Millionen Real, heute umgerechnet 16,25 Millionen Euro, aufbringen. So haben es  Brasiliens Sportminister Leonardo Picciani und Eduardo Paes als Bürgermeister von Rio de Janeiro einen Tag vor der Eröffnungsfeier versprochen. Angesichts leerer Haushaltskassen, sind Zweifel an der Einhaltung dieses Versprechens allerdings durchaus angebracht.

Privater Investor übernimmt Gelände in Barra

Deshalb soll auf dem großen Olympiagelände in Barra da Tijuca auch ein privater Investor für 25 Jahre die Verwaltung übernehmen, mit Sport- und Showevents für Gewinne sorgen. Dabei wirft das sogenannte Modell öffentlich-private Partnerschaft bei den Stadien der Fußball-WM 2014 selbst im Maracana heute kein Geld ab.

Aus der Handball-Halle werden Schulen

Dennoch bleiben im Olympiaherz sieben von neun Arenen stehen. Lediglich das Estádio Aquático und die Arena do Futuro werden nicht mehr auf dem Gelände stehen: Aus dem einen Schwimmstadion werden zwei, verpflanzt in zwei ärmere Stadtviertel Rios. Die Handball-Halle wird ebenfalls komplett demontiert, ihre Bestandteile für den Bau von vier Schulen für je 500 Schüler verwendet.

Im Tenniszentrum bleibt neben neun Spielfeldern nur der Center Court stehen. Aus der Arena Carioca 1 (Basketball) wird ein Leistungssport-Zentrum, Carioca 2 (Judo, Ringen) bleibt eine Trainingshalle und in Carioca 3 (Fechten, Taekwondo) entsteht ein Sport-Gymnasium für 850 Schüler. Auch das Velodrom, der Maria Lenk Aqua Park (Wasserspringen, Wasserball) und die große Rio Olympia Arena (Turnen) sollen weiter für den Sport genutzt werden.

Zwei Neubauten im Olympiapark

Es wird sogar neu gebaut: Eine Leichtathletik-Anlage und ein Sportler-Wohnheim kommen auf das Gelände.

Außerhalb des Parque Olímpico werden die Pavillons im naheliegenden Riocentro wieder als Messe- und Kongresszentrum genutzt. Der olympische Golfkurs wird zu einem privaten mit Zugang für Jedermann - der es sich leisten kann.

Deodoro wird zum Freizeitpark

In der Olympiazone Deodoro sollen künftig Soldaten und Jugendliche Nutznießer der Sportstätten sein. Der Parque Radical, gelegenen im Einzugsgebiet von rund 1,5 Millionen Menschen, bietet Freizeitspaß pur: mit dem zur Wasserbahn umgebauten Kanuslalom-Kanal, BMX-Strecken, neuen Skate-Pisten und Grillplätzen.

Auf den übrigen Sportstätten hat, wie vorher auch, das Militär das Sagen. Die Sportsoldaten, eifrigste Medaillensammler im brasilianischen Team, erhalten ihre Stützpunkte unter anderem für Reiten und Schießen auf Hochglanz gebracht zurück.

Botafogo spielt im Olympiastadion

Ein Stück weiter Richtung Zentrum verdrängen im Olympiastadion die Kicker des Erstligisten Botafogo FR die Leichtathleten. Und auch im Maracana dominiert dann wieder König Fußball. Das Maracanãzinho bleibt Heimat der Volleyballer. Im Sambodromo folgt auf Bogenschießen die bunte Samba- und Karnevalsparade.

Auch an der Copacabana gehen die Dinge bald wieder ihren gewohnten Gang. Die temporären Tribünen werden abgebaut. Weiße Elefanten, also Stadien ohne auslastende Nachnutzung, soll es nicht geben. Das klingt eigentlich zu schön, um wahr zu sein.

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