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Olympia: Gewinner und Verlierer des deutschen Olympia-Teams

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Olympia  

Gewinner und Verlierer des deutschen Olympia-Teams

21.08.2016, 09:23 Uhr | dpa

Olympia: Gewinner und Verlierer des deutschen Olympia-Teams. Sebastian Brendel wird bei der Schlussfeier die deutsche Fahne tragen.

Sebastian Brendel wird bei der Schlussfeier die deutsche Fahne tragen. Foto: Facundo Arrizabalaga. (Quelle: dpa)

Rio de Janeiro (dpa) - Es fließen Tränen vor Glück - und vor Enttäuschung. Es werden unerwartete Erfolge gefeiert und vergebenen Chancen nachgetrauert. Die Sommerspiele 2016 nehmen ein Ende, die deutschen Medaillengewinner verlassen Rio mit Stolz, manch anderer Athlet mit erheblichem Frust.

Eine Übersicht über Gewinner und Verlierer aus dem deutschen Team:

GEWINNER:

Sebastian Brendel: Der Kanute holt gleich zweimal Gold und wird als Fahnenträger für die Abschlussfeier nominiert. Ein Vorzeigeathlet für Sportarten, die außerhalb Olympias nicht so im Rampenlicht stehen. Und Protagonist der mit sieben Medaillen so erfolgreichen Paddler.

Timo Boll: "Megastolz" als Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier. Der Tischtennis-Star scheidet zwar schon in der zweiten Runde im Einzel aus. Er verhilft der Mannschaft aber zu Bronze - mit einem rausgesprungenen Wirbel und vielen Spritzen.

Reiter: Gold mit der Dressur-Equipe um Isabell Werth und erneut in der Vielseitigkeit durch Michael Jung. Mit sechs Medaillen in sechs Entscheidungen eine glanzvolle Ausbeute. Die DOSB-Vorgabe - drei bis fünf Mal Edelmetall - wird übererfüllt.

Fabian Hambüchen: Olympiasieg am Reck - was für ein Abschluss einer großartigen Karriere. "Es ist die Erfüllung eines Traums", sagt der populäre Kunstturner. Der 28-Jährige ist nun ein heißer Kandidat für die Kür zum "Sportler des Jahres" im Dezember.

Christian Reitz: Olympiasieger mit der Schnellfeuerpistole und ein Mann der klaren Worte. In Tokio will der 29-Jährige wieder dabei sein. Im Gegensatz zu den Gewehrschützen Barbara Engleder und Henri Junghänel, die aufhören oder sich noch nicht entschieden haben.

Mannschaften: Fußballer(innen), Handballer, Hockey-Teams, die Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst - sie alle spielen um Medaillen mit und sorgen für Stimmung. Goldglanz gibt es für die Beachvolleyballerinnen und die Fußballerinnen.

Artem Harutyunyan: Als Kleinkind flieht er aus Armenien nach Deutschland, kämpft sich in seinem Sport nach oben - und gewinnt nun Bronze. Ein echtes Box-Märchen. Und als einziger von sechs Deutschen schafft es der Hamburger über den Auftaktkampf hinaus.

Kristina Vogel: Die Bahnradlerin war in London als Teamsprint-Siegerin mit Miriam Welte eine Sensationssiegerin. In Rio gibt's zu zweit Bronze. Im Einzel fliegt die 25-Jährige zu Gold - dabei ist der 25-Jährigen kurz vor Schluss der Sattel weggebrochen.

VERLIERER:

Fechter: Raus ohne Medaille. Und das erstmals seit 1980, als die Bundesrepublik die Spiele in Moskau boykottierte. Nur Säbelfechter Matyas Szabo kommt ins Viertelfinale. "Uns bricht die Basis weg", sagt sein Kollege Max Hartung. Die Zukunft sieht düster aus.

Tony Martin: Bloß weg! Frustriert und ratlos verlässt der dreimalige Weltmeister Rio. Er steht sinnbildlich für das Abschneiden der deutschen Radprofis auf der Straße. Im Zeitfahren erlebt der 31-Jährige ein Debakel - Platz zwölf.

Marco Koch und Franziska Hentke: Ihre enttäuschten Gesichter sind Sinnbild für die erfolglosen Schwimmer. Null Medaillen wie schon vor vier Jahren in London. Und nur sieben Final-Teilnahmen. Eine olympische Kernsportart auf dem Tiefpunkt. Auch Weltrekordler Paul Biedermann glänzt zum Karriereende nicht mit einem Podiumsplatz.

Christoph und Robert Harting: Verrückte Tage für die Diskus-Brüder aus Berlin. Erst scheitert Robert, der Olympiasieger von 2012, in der Qualifikation. Dann holt Christoph Gold. Blödelt aber so bei der Siegerehrung herum, dass die Debatte darüber den Erfolg verdrängt.

Politiker: Lassen sich zum Unmut der Sportler nicht blicken in Brasilien. Bundespräsident Joachim Gauck sagt für die Eröffnungsfeier wegen einer Zahnerkrankung ab. Auch der für den Sport zuständige Innenminister Thomas de Maizière schaut nicht vorbei.

Lena Schöneborn: Ein bockiges Pferd beendet ruckzuck die Träume der Olympiasiegerin von 2008 vom zweiten Gold. Total verheult und ohne Kommentar rennt die Moderne Fünfkämpferin nach ihrem 32. Platz aus dem Stadion. Schon in London war sie nur 15. geworden.

Slalom-Kanuten: Eine unerwartet erfolglose Reise für die Stangen-Paddler. Erstmals holen sie keine Medaille. Selbst Sideris Tasiadis schafft es im Canadier-Einer nur auf Rang fünf. "Wir haben unsere Ziele nicht erreicht", gesteht Verbandschef Thomas Konietzko.

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