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Paralympics 2016: Dreimal Gold für Deutsche Leichtathleten

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Paralympics  

Dreimal Gold für Deutsche Leichtathleten

18.09.2016, 08:43 Uhr | sid

Paralympics 2016: Dreimal Gold für Deutsche Leichtathleten. Markus Rehm freut sich über seinen Sieg im Weitsprung bei den Paralympics. (Quelle: dpa)

Markus Rehm freut sich über seinen Sieg im Weitsprung bei den Paralympics. (Quelle: dpa)

Markus Rehm posierte nach seinem Schluss-Sprung mit Deutschland-Fahne für die zahlreichen Fotografen, Heinrich Popow freute sich über die Rückkehr des "abgewichsten Heinrich", Birgit Kober feierte mit Brasilien-Hut. Die deutschen Leichtathleten haben für einen goldenen Tag bei den Paralympics gesorgt.

Weitspringer Rehm blieb in Rio de Janeiro mit 8,21 Metern knapp hinter seinem Weltrekord zurück. Nach vier Sieben-Meter-Sprüngen feierte er das Durchbrechen der magischen Marke im fünften Versuch (8,04) euphorisch. Danach legte er dadurch beschwingt nach. Bei Olympia, wo Rehm starten wollte, wäre er damit Fünfter geworden.

Der entthronte 100-Meter-Champion Popow siegte zum Abschluss seiner Paralympics-Karriere mit 6,70 Metern im Weitsprung, Kober dominierte das Kugelstoßen und gewann mit 11,41 Metern - jeder ihre sechs Versuche hätte zu Gold gereicht.

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Buggenhagen holt zum Abschluss Silber

Zwar blieb der "Grande Dame" Marianne Buggenhagen zum Abschluss ihrer großartigen Karriere nur Platz zwei - die 62. internationale Medaille für die 63-Jährige war nach 24,56 Meter silbern. Doch mit nun neun Goldmedaillen haben die Leichtathleten die Straßen-Radsportler nun wieder als erfolgreichste deutsche Gruppe abgelöst.

Auch Vanessa Low musste sich nach Gold im Weitsprung über 100 Meter mit Silber (15,17 Sekunden) hinter ihrer italienischen Dauer-Rivalin Martina Caironi zufrieden geben. Irmgard Bensusan führte in ihrem 100-Meter-Lauf bis zehn Meter vor dem Ziel, musste sich dann aber in 13,04 Sekunden mit ihrer dritten Silbermedaille in Rio begnügen. Felix Streng gewann im Weitsprung Bronze (7,13).

Auch die Schwimmerinnen holten eine Medaille. Naomi Maike Schnittger wurde Zweite hinter der Britin Hannah Russell über 50 Meter Brust. 2015 war die sehbehinderte Schnittger auf dieser Strecke bereits WM-Dritte geworden. Die erst 19 Jahre alte Emely Telle erreichte Platz acht.

Popow: "So kann ich die Paralympics-Bühne verlassen"

"Wir haben uns heute morgen geschworen, wir wollen die Radfahrer noch abfangen", sagte Heinrich Popow. Die Radfahrer, die allerdings deutlich weniger Wettbewerbe hatten, können auch nicht mehr zurückschlagen. Am Sonntag finden außer der Schlussfeier nur noch die Marathon-Läufe sowie die Finals im Sitzvolleyball und Rugby statt - alle Wettbewerbe übrigens ohne deutsche Beteiligung.

"Heute war ich wieder der abgewichste Heinrich. So kann ich die Paralympics-Bühne verlassen", sagte Popow: "Ich hatte vor, ich haue gleich im ersten Versuch einen raus. Das hat geklappt. Insgeheim habe ich mit der magischen Sieben geliebäugelt, aber dass das nicht geklappt hat, ist nach Paralympics-Gold egal."

Deutsche Domäne Kugelstoßen

Kobers Gold war schon das fünfte im Kugelstoßen für den Deutschen Behindertensportverband (DBS). Zuvor hatten Niko Kappel, Daniel Scheil, Franziska Liebhardt und Sebastian Dietz ihre Konkurrenzen gewonnen.

Kober hatte sich im Vorfeld mit gesundheitlichen Problemen geplagt. Für sie war es das insgesamt dritte Gold. Sie hatte in London 2012 im Kugelstoßen und im Speerwurf gewonnen. Letzteres gehört in Rio nicht zum Programm.

Spezialisiert auf Goldmedaillen

Kober feierte den Sieg mit einem Brasilien-Hut und einer deutsch-brasilianischen Fahne, die ihr aus dem Publikum zugeworfen wurden. "Da saß ein richtiger Fanclub von mir. Die haben La Ola angestimmt und alle sind aufgestanden. Das war ein echter Gänsehaut-Moment", sagte sie. Den Hut setzte sie aber nur kurz auf: "Sonst wird die Frisur für die Siegerehrung zerstört."

"Als ich die Woche noch diese fiebrige Erkältung bekommen habe, habe ich gedacht, das war es", erklärte Kober: "Das es nun so gut geklappt hat, ist einfach unglaublich. Ich habe jetzt nur Goldmedaillen in meiner sportlichen Karriere, noch nicht mal Silber." Dass sie ihren eigenen Weltrekord um elf Zentimeter verfehlte, grämte sie deshalb auch nicht. "Das wäre die Zugabe gewesen. Im Training war er drin, aber so wie die letzten Tage gelaufen sind, heute nicht."

Buggenhagen freut sich über "definitiv letzte Medaille"

Buggenhagen war "sehr zufrieden. Ich wollte über 24 Meter werfen und mich mit einer guten Leistung verabschieden. Das habe ich geschafft. Ich bin am Leistungslimit angekommen. Diese Medaille hat für mich sehr großen Wert, weil es defintiv meine letzte ist", sagte die 63-Jährige.

Auch Low war nicht enttäuscht. "Ich wusste vorher, dass ich einen sehr guten Tag brauche, um über 100 Meter Gold zu gewinnen. Den hatte ich - leider hatte sie keinen schlechten", sagte Low über ihre Rivalin Caironi, die wohl noch gewonnen hätte, wenn das Rennen etwas länger gegangen wäre: "Aber leider sind es 100 Meter und nicht 110."

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