Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Radsport >

Kaschetschkin klagt gegen Doping-Kontrollen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Radsport  

Kaschetschkin klagt gegen Doping-Kontrollen

03.11.2007, 14:09 Uhr

Andrej Kaschetschkin (Foto: imago)Andrej Kaschetschkin (Foto: imago) Der Anti-Doping-Kampf im Weltsport steht vor seiner größten Herausforderung. Der kasachische Radprofi Andrej Kaschetschkin, beim Familienurlaub des Fremdblutdopings überführt und inzwischen von seinem Team Astana entlassen, hat in seinem belgischen Wohnort Lüttich Klage auf Einhaltung der Menschenrechte eingereicht. Dopingtests in den Ferien würden die Menschenrechte verletzen, erklärte sein Anwalt Luc Misson, der bereits den belgischen Fußballprofi Jean-Marc Bosman im Rechtsstreit um Ablösesummen erfolgreich vertreten und 1995 das berühmte Bosman-Urteil erwirkt hat. Am Dienstag beginnt das Gerichtsverfahren. Sollte der derzeit arbeitslose Kaschetschkin Recht bekommen, steht das Kontrollsystem vor dem Zusammenbruch.



"Langer juristischer Weg"


Szenarien, wonach bei einem Urteil zu Gunsten des Anfang August positiv getesteten Kasachen das gesamte internationale Kontrollsystem in sich zusammenbricht, will Sportrechtler Michael Lehner nicht bestätigen: "Nach einem erstinstanzlichen Urteil muss diese Tragweite niemand befürchten." Der Anwalt geht von einem "langen juristischen Weg" von Lüttich über den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) bis hin zum Europäischen Gerichtshof (EUGh) aus. Es könne keine Rede davon sein, dass ein erstinstanzliches Urteil sofort zum großen Befreiungsschlag zum Beispiel auch für Jan Ullrich werden könne, gegen den derzeit das Bundeskriminalamt ermittelt.

Verstoß gegen die Menschenrechte?


"Doch immerhin ist dieser Prozess ein deutliches Indiz dafür, dass die Verbände und die nationale Anti-Doping-Agentur Nada vorsichtig mit Forderungen nach Doping-Kontrollen rund um die Uhr sein müssen", erklärte Lehner: "Wenn den Athleten solche Fußfesseln angelegt werden und die Sportler immer und überall für Kontrollen zur Verfügung stehen müssen, dann verstößt das meines Erachtens gegen Persönlichkeits- und Menschenrechte."

Lehner fordert großzügigere Regelung


Der Anwalt aus Heidelberg begrüßt das Bestreben der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), den zeitlichen Korridor für Kontrollen demnächst pro Tag ganz bewusst auf eine Stunde zu beschränken. Mit Blick auf die künftige Gestaltung des internationalen Kontrollsystems plädiert er für abgestufte Varianten und mehr Freizügigkeit: "Denn wenn sich die Sportler nicht mehr bewegen dürfen, ist der Sport am Ende."

Prominente Rechtshilfe


Kaschetschkin war bei einer Trainingskontrolle nach der Tour de France in seinem Urlaub in der Türkei des Blutdopings überführt worden. Die nun drohende Sperre von zwei Jahren will er nicht akzeptieren und stattdessen die Rechtmäßigkeit von Dopingtests grundsätzlich klären lassen. Anwalt des Radprofis ist Luc Misson, der einst den belgischen Fußballer Jean-Marc Bosman vertrat. Misson erwirkte 1995 das Bosman-Urteil. Der Richterspruch veränderte das komplette Transfersystem, indem Profis das Recht bekamen, nach Ablauf ihres Vertrages ablösefrei zu einem anderen Verein wechseln zu dürfen. Kakeschkins Rechtsbeistand kündigte bereits an, die Klage seines Mandanten könnte für das künftige Doping-Kontrollsystem ähnlich fundamentale Konsequenzen haben.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal