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Radsport  

Adidas tut es der Telekom gleich

28.11.2007, 17:09 Uhr | t-online.de

Audi-Mannschaftswagen mit T-Mobile Schriftzug (Foto: imago)Audi-Mannschaftswagen mit T-Mobile Schriftzug (Foto: imago) Eine Kettenreaktion der Sponsoren bedroht den deutschen Profi-Radsport. Nach dem Rückzug der Deutschen Telekom AG hat auch der Sportartikelhersteller Adidas das sofortige Ende seines Engagements beim ehemaligen T-Mobile Team beschlossen. Adidas werde seinen bis Ende 2008 laufenden Ausrüstungsvertrag nicht verlängern und "ab sofort nicht mehr als Ausrüster des Teams auftreten", erklärte das Unternehmen aus Herzogenaurach. Die weiteren Co-Geldgeber Giant und Audi wollen ihr Engagement bei der Mannschaft prüfen, die unter dem Namen High Road und unter dem bisherigen Team-Manager Bob Stapleton weiterfährt.

Zum Durchklicken Vom Team Telekom bis zum Ende des T-Mobile Teams
Zum Durchklicken Geständige Dopingsünder

Co-Sponsoren reagieren zurückhaltend

Audi und Adidas sind vertraglich bis Ende 2008 an das Team gebunden, Giant bis 2010. "Wir werden mit dem Team reden und uns in den nächsten Tagen äußern", kündigte Audi-Sprecherin Iris Altig an. Ähnlich äußerte sich Giant Deutschland. "Wir prüfen die Optionen und welche Möglichkeiten es gibt, kurzfristig auf diese Entwicklung zu reagieren", erklärte Marketing- und Vertriebsleiter Oliver Hensche. Er betonte: "Unser Interesse ist, dass wir im Profi-Radsport weiter sichtbar sind." Alle drei bisherigen Co-Sponsoren machten über die Höhe der jährlichen Aufwendungen keine Angaben.

Voigt: Nachwuchsarbeit gefährdet

Fahrersprecher Jens Voigt warnte im TV-Sender N24 vor einer Massenflucht der Geldgeber. Zuvor hatte bereits Gerolsteiner den Rückzug nach 2008 angekündigt, das Zweitliga-Team Wiesenhof macht schon nach diesem Jahr Schluss. Trotz der jüngsten Doping-Enthüllungen durch Patrik Sinkewitz sollten die Sponsoren in Deutschland die Treue halten, forderte Voigt: "Wenn jetzt Sponsoren aussteigen und auch öffentliche Fördergelder gekürzt werden, dann trifft das am ehesten den Nachwuchs, der damit überhaupt nichts zu tun hat."

Verlust in dreistelliger Millionenhöhe

Für den Kölner Marketing-Experten Hartmut Zastrow ist die krisengeplagte Sportart bereits dauerhaft geschädigt. "Ich glaube, dass es auf Jahre hinaus nicht gelingen wird, Sponsoren für den Radsport zu gewinnen. Vor allem für börsennotierte Unternehmen ist das undenkbar: Das würde für massive Proteste der Aktionäre sorgen", sagte das Vorstandsmitglied der Kölner Agentur Sport + Markt. Zastrow taxierte den Wertverlust des Radsports im Bereich Sportsponsoring auf "zwischen 100 und 150 Millionen Euro".

Richtungsweisender Rückzug?

Dem millionenschweren Kalifornier Stapleton ist hingegen vor der Zukunft nicht bange. "Wir haben genug Mittel, um die nächsten zwei Jahre weiter zu fahren, ohne einen neuen Sponsor dabei zu haben", sagte der Team-Manager des künftigen Rennstalls High Road. Doch der Rückzug der Telekom und von Adidas könnte anderen Geldgebern die Marschrichtung vorgeben. "Es kann sich natürlich hier und da auf andere Sponsoren auswirken. Das kann ich nicht ausschließen", sagte Verbandschef Rudolf Scharping.

"Das wird Kreise ziehen"

Die Nationalteams des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) werden ebenfalls von adidas ausgerüstet. "Wir stehen in enger Verbindung mit unserem Partner BDR um im Gesamtkontext über die Problematik im Radsport zu sprechen", sagte Adidas-Sprecher Oliver Brüggen. Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien äußerten Verständnis für die Entscheidung der beiden Sponsoren. Viele bezeichneten den Rückzug als "überfällig". Der Sportausschuss-Vorsitzende Peter Danckert befürchtet, dass möglicherweise auch andere Sportarten und Rad-Teams von der Entscheidung betroffen sein könnten: "Ich denke, das wird Kreise ziehen."

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