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Radsport - Doping: Stefan Schumacher unter Drogenverdacht

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Radsport  

Schumacher: Spuren von Amphetaminen nachgewiesen

07.01.2008, 23:05 Uhr | dpa

Stefan Schumacher (Foto: imago) Stefan Schumacher (Foto: imago) Stefan Schumachers sportliche Zukunft steht nach erneuten Doping-Verdächtigungen in den Sternen. Bei seiner Alkoholfahrt nach den Titelkämpfen in Stuttgart, die am 7. Oktober an einem Gartenzaun in seiner Heimatstadt Nürtingen endete, hatte der WM-Bronzemedaillengewinner auch Amphetamine im Blut. Das ergaben nach Auskunft eines von Schumacher beauftragten Medienbüros Untersuchungen der Polizei. Laut Schumacher-Manager Heinz Betz wurde die Alkoholfahrt im Auto mit einem zehnmonatigen Führerscheinentzug und einer Geldstrafe von 10.000 Euro geahndet.

Fahrerflucht Schumachers Alkoholfahrt

"Ich habe keine Drogen wissentlich zu mir genommen"

Schumacher will "nicht die geringste Ahnung" haben, wie die Spuren des Aufputschmittels Amphetamin in sein Blut gekommen sind. "Ich kann nichts anderes sagen, auch wenn ich weiß, dass dies keine sehr gute Begründung ist. Das Einzige, was ich ganz sicher weiß: Ich habe keine Drogen wissentlich zu mir genommen", erklärte Schumacher, der vor der WM mit verdächtigen Blutwerten aufgefallen war, die nach seiner Darstellung durch eine Durchfall-Erkrankung entstanden waren.

BDR: Kein Doping-Fall

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) wertete das Testergebnis nicht als Dopingfall, weil Amphetamine auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA außerhalb der Wettkampfzeit nicht aufgeführt seien. "Die WM in Stuttgart war Schumachers letzter offizieller Wettkampf in der zurückliegenden Saison. Da zwischen dem WM-Rennen und der Polizeikontrolle nach Schumachers Unfall mehr als eine Woche liegen, ist davon auszugehen, dass die Amphetamine weder im Rahmen eines Wettkampfes, noch in einer Wettkampfvorbereitungsphase in Stefan Schumachers Körper gekommen sind", hieß es in der am Dienstagabend verbreiteten Begründung des Verbandes.

Amphetamine seit 1967 auf Doping-Liste

Der BDR habe "keine sportjuristische Handhabe" und müsse sich nach Rücksprache mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) an die UCI-Richtlinien halten, sagte eine BDR-Sprecherin auf Anfrage. Die UCI hatte das Aufputschmittel Amphetamin, auf das auch Jan Ullrich im Mai 2002 in der Trainingsphase positiv getestet und anschließend sechs Monate gesperrt wurde, 1967 auf die Dopingliste gesetzt. Die Ahndung bei Amphetamin-Gebrauch wurde aber 2004 an den Code der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA angepasst und modifiziert.

Keine Stellungnahme seitens des Teams

Unmittelbar vor der WM Ende September war Schumacher mehrmals mit erhöhten Blutwerten aufgefallen. Am 26. November legte der 26-Jährige die damals gemessenen Werte offen und beteuerte seine Unschuld. Dabei fand er hundertprozentige Rückendeckung durch seinen Team-Chef Hans-Michael Holczer, der sich bei seiner derzeitigen Sponsorensuche die jüngsten Schlagzeilen allerdings überhaupt nicht leisten kann. Schumachers Team Gerolsteiner, das am 15. Januar offiziell die neue Mannschaft präsentieren will, wollte den Vorfall vorerst nicht kommentieren. "Es gibt keine öffentliche Reaktion. Mein Anwalt hat mich angehalten zu sagen: Das ist eine Privatangelegenheit des Herrn Schumacher", sagte Holczer, dem arbeitsrechtlich wahrscheinlich die Hände gebunden sind, seinen Top-Angestellten fristlos zu entlassen.

Schumachers Anwalt sieht keinen "sportrechtlichen Fall"

"Das hat mit Doping überhaupt nichts zu tun. Der hat seinen WM-Erfolg mit Freunden in der Disco in Stuttgart gefeiert. Man hat minimale Spuren von Amphetaminen festgestellt - knapp über der Grenze. Es steht nicht fest, wie die Amphetamine in seinen Körper gekommen sind. Für mich ist das kein sportrechtlicher Fall", sagte Schumachers Anwalt Michael Lehner. Das Ganze habe "keine sportrechtliche Relevanz".

Großer Erfolg beim Amstel Gold Race

Manager Betz erklärte, es stehe noch nicht fest, "ob wir den Strafbefehl akzeptieren, weil Stefan nicht weiß, wie das Amphetamin in seinen Körper kam". Sein Schützling galt nach seinen Erfolgen 2007 - im April hatte Schumacher den Klassiker Amstel Gold Race gewonnen - als hoffnungsvollster deutscher Radprofi.

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