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Motiviert bis über die Haarspitzen hinaus

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Danilo Hondo  

Motiviert bis über die Haarspitzen hinaus

08.02.2008, 13:56 Uhr | sid

Danilo Hondo (Foto: dpa)Danilo Hondo (Foto: dpa) Danilo Hondo möchte tatsächlich nur noch eines: wieder an Radrennen teilnehmen und sie auch gewinnen. Deutschlands einstiger Top-Sprinter musste anderthalb Jahre lang durch ein tiefes Tal gehen, durch das Tal der Dopinggeächteten. Die Mühlen der Justiz mahlten. Hondo wollte seine Unschuld erweisen. Doch schlussendlich stand er mit leeren Händen da - um im Spätherbst seiner Karriere einen Neuanfang zu starten. "Diese Geschichte wird mich wohl mein Leben lang nicht mehr loslassen", meinte der 34-Jährige im sid-Gespräch rückblickend.

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Irgendwo in Malaysia zurück ins Rampenlicht

Nach abgesessener Dopingsperre wird Hondo am 9. Februar 2008 sein Comeback im Profiradsport geben. Die Rückkehr erfolgt bei der Tour de Langkawi - eine unbedeutende Rundfahrt in Malaysia. Wenig bekannt ist auch der neue Rennstall des gebürtigen Lausitzers. Diquigiovanni heißt das zweitklassige Team aus Italien, bei dem Hondo einen Einjahresvertrag erhielt.

Auf dem Karrierehöhepunkt ausgebremst

Der Sprinter muss noch mal klein anfangen. Das war Anfang März 2005 noch ganz anders. Als Hondo bei der Murcia-Rundfahrt positiv auf das Stimulans Carphedon getestet worden war, befand er sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Beim Klassiker Mailand-San Remo war der damalige Gerolsteiner-Profi gerade erst auf den zweiten Platz gefahren. Eine Wachablösung unter Deutschlands Top-Sprintern von Erik Zabel zu Hondo schien bevorzustehen, ehe die positive Probe alles über den Haufen warf.

Unterstützung durch den Doping-Papst

Hondo zweifelte das Resultat an, zog vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS und suchte danach sein Glück vor ordentlichen Gerichten in der Schweiz. Unterstützung erhielt er ausgerechnet vom Dopingexperten Werner Franke ("Hier wurde meiner Meinung nach einem jungen Menschen Unrecht getan"). Am Ende blieb alles vergebens. Hondo musste sogar die Zeit, in der er zwischenzeitlich sein Startrecht gerichtlich erzwungen hatte, nachträglich absitzen.



Kostspieliger, aber lohnender Kampf um Gerechtigkeit

Einen sechsstelligen Betrag, so Hondo, habe ihn der Prozess-Marathon gekostet. Bereut hat er es trotzdem nicht: "Natürlich hätte ich mir viel Stress ersparen können, aber das spiegelt meine Mentalität wider. Ich bin kein Typ, der sich damit abfindet, ungerechtfertig bestraft zu werden." Finanziell in den Ruin hat ihn "die Geschichte" aber nicht getrieben. "Ich war bereits vor meiner Sperre ein Mensch, der sich gewisse Reserven angeschafft hat", sagt der Wahl-Schweizer, der für den Rest der Karriere "das Bestmögliche herausholen will".

Motivation kaum mehr messbar

Bei Diquigiovanni könne er bei Erfolg auch gutes Geld verdienen. Sein Kampfgeist scheint ungebrochen. "Ich bin mehr als 100 Prozent motiviert", sagt Hondo und will beim Klassiker Mailand-San Remo erstmals richtig angreifen. Auch den Giro d'Italia hat er im Visier, eine Einladung hat der Rennstall im Gegensatz zu den ProTour-Teams High Road und Astana bereits erhalten. Star seiner Mannschaft ist der frühere Giro-Sieger Gilberto Simoni.

WM vor der Haustür

Das große Ziel für Hondo bleibt aber die WM 2008 in Varese. "Der Kurs liegt direkt vor meiner Haustür. Das wäre ein Höhepunkt", sagt der in Ascona lebende Sprinter. An Probleme mit dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR), bei dem Doping-vorbelastete Sportler keine Rolle mehr spielen sollen, glaubt er nicht. "Ich kenne diesbezüglich kein Reglement. Außerdem durfte Erik Zabel doch auch in Stuttgart starten. Wenn mich einer nicht mehr sehen will, soll er es sagen", meint Hondo und will sich mit dem Thema (vorerst) nicht weiter beschäftigen.

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