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Radsport - Rennen Paris-Nizza: Führende Radrennställe stellen sich gegen UCI

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Radsport  

Holczer: "Für Sport, Fahrer und Sponsoren"

27.02.2008, 16:59 Uhr | sid

Paris-Nizza (Foto: imago)Paris-Nizza (Foto: imago) Schwere Niederlage für den Radsport-Weltverband UCI: Die in der AIGCP zusammengeschlossenen führenden Radrennställe haben ihre Teilnahme bei Paris-Nizza vom 9. bis 16. März beschlossen und sich damit offen hinter Tour-Veranstalter ASO und gegen den Weltverband UCI gestellt. Den einstimmigen Beschluss gab Präsident Eric Boyer (Cofidis) am Mittwoch nach Konsultationen mit 17 Teams bekannt.

Holczer: "

nur Geschlossenheit hilft uns aus dieser Sackgasse"

Die Mannschaften akzeptieren damit die Nichteinladung des Astana-Teams durch die ASO, obwohl die Kasachen ebenfalls eine ProTour-Lizenz der UCI haben. Boyer will Anfang kommender Woche UCI-Präsident Pat McQuaid treffen, der im Fall eines Starts bei Paris-Nizza mit Sanktionen gedroht hatte. Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer kommentierte das Ergebnis als "Entscheidung für den Sport, die Fahrer und die Sponsoren". Er habe es in dieser Eindeutigkeit nicht erwartet, sagte der Schwabe. Man müsse nun abwarten, wie die UCI reagiere. "Ich hoffe nur, dass niemand umfällt, nur Geschlossenheit hilft uns aus dieser Sackgasse. Im Rudel lebt es sich bei Gefahr am sichersten." Die UCI sollte das "klare Signal" als Aufruf zum Einlenken sehen.

UCI erklärt Paris-Nizza für "illegal"

Die Entscheidung kam früher als erwartet. Die ASO, die auch Veranstalter der Tour de France ist, hatte den Rennställen für die Meldung zum Rennen eine Frist bis Freitag gesetzt. Am Dienstag hatte die UCI Paris-Nizza für "illegal" erklärt und indirekt mit Sanktionen gegen alle startenden Teams gedroht.

"Wer bei Paris-Nizza startet, riskiert die Zukunft seiner Fahrer."

Bei einem Verzicht auf Paris-Nizza hätte den Rennställen die Ausladung von der Tour de France gedroht. "Ich kenne keinen, der sich das gegenüber seinem Sponsor leisten kann", sagte Holczer. Im Vorjahr hatte die UCI bei der ersten Konfrontation in letzter Minute eingelenkt und den schwedischen Unibet-Rennstall geopfert, an dem die ASO erstmals ein Exempel statuiert hatte. Ob der Weltverband diesmal erneut einknickt, bleibt abzuwarten. UCI-Vize und IOC-Mitglied Hein Verbruggen, weiter der starke Mann hinter den Kulissen, goss im niederländischen Fernsehen NOS noch Öl ins Feuer: "Wer bei Paris-Nizza startet, riskiert die Zukunft seiner Fahrer."

Holczer: "Ein Unding aus Sicht des Sponsors"

Auch das kann sich laut Holczer eigentlich keiner leisten: "Für viele Jüngere ist Olympia in Peking der große Traum, auf den sie nicht verzichten wollen." Hinzu käme ein Startverbot für alle Rennen, die nicht von den großen Rundfahrtveranstaltern ausgerichtet werden, also beispielsweise Rund um Köln, Henninger Turm, Hamburg Cyclassics oder Deutschlandtour. Holczer: "Ein Unding aus Sicht des Sponsors und sportlich, denn Radprofis müssen bewegt werden."

Nutzt die UCI ihre finanziellen Druckmittel?

Nicht zuletzt verfügt die UCI auch finanziell über das Druckmittel, die Kaution der Teams von mindestens einer Million Schweizer Franken einzukassieren. "Selbst wenn man dagegen klagt und gewinnt, bekäme man das Geld erst nach Jahren wieder", weiß der Gerolsteiner-Teamchef, der ohnehin auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor ist.

Geschlossenheit stärkt ASO

Allerdings befindet sich die UCI diesmal in einer noch schwächeren Ausgangsposition als 2007, denn damals waren die ProTour-Teams gespalten. Weshalb der Ire McQuaid dennoch erneut den Kampf suchte, bleibt ein Rätsel. Die Ausgrenzung von Astana wurde von der ASO mit mehreren Dopingfällen 2007 im Team - darunter Kapitän Alexander Winokurow bei der Tour - begründet. Auch der spanische Toursieger Alberto Contador gehört der Mannschaft an, er war mit Teamchef Johan Bruyneel Ende des Jahres vom aufgelösten Discovery-Rennstall gekommen.

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