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Radsport - Doping  

Enthüllungen von D'hont - Ullrich im Visier

29.03.2008, 15:41 Uhr | sid

Jan Ullrich (Foto: imago)Jan Ullrich (Foto: imago) Der frühere belgische Telekom-Masseur Jef D'hont hat erhebliche Zweifel an der Version von Andreas Klöden im Freiburger Dopingskandal aufkommen lassen und weitere Enthüllungen auch um den früheren Toursieger Jan Ullrich, Ex-Teamchef Walter Godefroot und High-Road-Sportdirektor Rolf Aldag angekündigt. "Ich kann ja nur für meine Telekom-Zeit reden, aber damals waren Vitamine gratis - niemals wurde dafür von Fahrern bezahlt, niemals. Und jeder Rennfahrer wusste genau, wie das System von Godefroots Firma funktionierte. Und bitte: Für 1000 Mark Vitamine! Ich denke, das kann nicht stimmen", sagte der Belgier, der vor einem Jahr mit seinem Enthüllungsbuch für eine Welle von Doping-Geständnissen früherer Telekom-Fahrer gesorgt hatte, im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Zweites Buch mit Enthüllungen

Klöden hatte jüngst den Freiburger Untersuchungsbericht bestätigt, wonach er eine Medikamentensendung aus Freiburg im März 2000 erhalten habe. Darin seien aber lediglich legale Medikamente, Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel enthalten gewesen. "Ein Paket aus Freiburg zu erhalten, das war gewiss nichts Ungewöhnliches. Die Unterstellung, die Sendungen an mich stünden im Zusammenhang mit Dopingpraktiken, ist schlicht falsch", hatte der Astana-Profi auf seiner Homepage geschrieben. D'hont will noch in diesem Jahr ein zweites Buch auf den Markt bringen, in dem auch Ullrich stärker belastet werden soll.

Tonbandaufnahmen von Telefongespräch

Dafür, so D'hont, habe er Tonbandaufnahmen aus einem Telefongespräch. "Ich kann mir denken, dass Ullrich deshalb nun Schweiß auf der Stirn hat, weil ich ja seine Aussagen auf Tonband habe. Ich verstehe ihn einfach nicht - weshalb er nicht, wie andere Telekom-Fahrer, erzählt hat, wie es wirklich war", meinte der Belgier, der von Ullrich enttäuscht ist, "weil er mit mir falsch gespielt hat". Ullrich hat bislang stets bestritten, jemals in seiner Karriere betrogen zu haben.

Auch Aldag wird beschuldigt

Auch Aldag habe bei seinem Geständnis im Mai 2007 nur die halbe Wahrheit gesagt. Aldag hat mir am Telefon gesagt: 'Ich konnte nicht alles sagen. Denn ich habe doch keine Beweise.' So eine Aussage finde ich schade. Auch deshalb möchte ich jetzt noch ein Meeting mit Bob Stapleton haben", kündigte D'hont an. Der Klage von Godefroot auf 700.000 Euro Schadenersatz, der sich auch Steffen Wesemann angeschlossen hat, sieht D'hont gelassen entgegen. "Es werden bald noch viel, viel mehr Dinge rauskommen, die öffentlich nicht bekannt sind. Ich sage das alles nicht gerne, aber jetzt muss ich es machen", so der 66-Jährige: 'Ich weiß ohnehin nicht, wie Godefroot behaupten kann, er habe nichts gewusst. Manchmal denke ich fast: Er ist dumm. Jeder weiß doch: Umso mehr du in der Scheiße rührst, desto mehr Dreck kommt hoch."

Scharping hat sich nicht gemeldet

Bei den Funktionären waren die brisanten Aussagen von D'hont unterdessen nicht gefragt. "Ich würde sehr gerne mit diesen Leuten von der UCI sprechen - aber sie wollen das offenbar nicht. Oder sie wissen längst die Wahrheit und wollen nicht, dass ich sie in Verlegenheit bringe", erklärte D'hont und bezog dies auch auf den BDR: "Scharping? Auch kein Gespräch, keiner vom BDR hat sich bei mir gemeldet. Das wundert mich sehr. Auch der belgische Verband meldet sich nicht. Kein Funktionär des Radsports hat offenbar Interesse an meinem Wissen."

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