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Klöden fühlt sich für den Giro gerüstet

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Klöden fühlt sich für den Giro gerüstet

05.05.2008, 14:18 Uhr | dpa

Andres Klöden will den Sieg beim Giro d'Italia (Foto: imago)Andres Klöden will den Sieg beim Giro d'Italia (Foto: imago) Nach der überraschenden Kehrtwende auf der Chefetage der Giro-Direktion will Andreas Klöden als erster deutscher Radprofi die Italien-Rundfahrt gewinnen. Für Premieren hat der 32-jährige Wahlschweizer aus Cottbus ein Händchen. Im Vorjahr gewann er als erster Deutscher die Etappenfahrt Tirreno-Adriatico, zu der er in diesem Jahr nicht antreten durfte, weil der Bannstrahl der Organisatoren ihn und sein Astana-Team noch traf. Das gleiche Kunststück brachte Klöden am Sonntag im Finale der 62. Tour de Romandie mit einem Sieg in der Schweiz zustande.

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Kehrtwende des Giro-Chefs

Anfang des Jahres hatte Giro-Chef Angelo Zomegnan noch den kompromisslosen Anti-Doping-Aktivisten geben. Mit Verweis auf die Doping-Vergangenheit der Teams Astana und High Road (vormals T-Mobile) zeigte er für den am 10. Mai in Palermo startenden 91. Giro die Rote Karte. Kurz danach öffnete sich jedoch die Tür für den T- Mobile-Nachfolger, am Sonntag für Astana. Ansprechende Saisonergebnisse, ein Topteam am Start mit Klöden, dem Tour-de-France-Sieger Alberto Contador und dem Tour-Dritten Levi Leipheimer, die alle ihr Giro-Debüt geben, und Rücksprachen mit der kasachischen Regierung gaben den Ausschlag: Astana darf beim Giro den kurzerhand vor die Tür gesetzten Schweizer Zweitdivisionär NGC Medical OTC ersetzen.

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Zukunft plötzlich rosarot

Aus heiterem Himmel sieht die Zukunft für Astana fast rosarot aus, auch wenn das Startverbot für die Tour im Juli noch schmerzt. Aber vielleicht tut sich auch da noch etwas. Eigentlich waren die Argumente für eine Ausladung stichhaltig. Das mit dem Geld der kasachischen Großindustrie gesponserte Team hatte im Vorjahr mit den spektakulären Dopingfällen Winokurow und Kaschetschkin und dem Tour-Ausschluss der gesamten Mannschaft für einen Eklat erster Güte gesorgt. Zwar wurde die Führungsebene ausgewechselt. Aber ob Teamchef Johan Bruyneel, der Spiritus Rector des Erfolgssystems Lance Armstrong, im harten Anti-Doping-Kampf als wahre Empfehlung gelten sollte, wird angezweifelt.

Teamchef Bruyneel zufrieden

Klöden, den der Zwischenbericht der Untersuchungs-Kommission zu den Zwischenfällen in der Uni-Klinik Freiburg bis Anfang 2007 in Doping-Nähe gerückt hatte, hat jetzt die Chance, doch noch einmal groß aufzutrumpfen. Teamchef Bruyneel begrüßte die Volte der Giro-Veranstalter: "Sie haben erkannt, dass es ein Fehler gewesen wäre, eines der besten Teams der Welt nicht einzuladen. Das wäre zu Lasten des Rennens und des Radsports gegangen. Trotz der politischen Schlacht gegen uns, hat unser Sponsor immer zu uns gehalten."

"Form fast da, wo sie sein sollte"

Auch wenn das Team Klöden in einer Pressemitteilung nur als "Co- Leader" bezeichnete, scheint der zweimalige Zweite der Tour de France (2004 hinter Armstrong, 2006 hinter Oscar Pereiro) in der Verfassung, die alleinige Kapitänsrolle zu übernehmen. "Nach meinem Gesamtsieg bei der Tour de Romandie und meinem Zeitfahrsieg vom Freitag spüre ich, dass meine Form fast da ist, wo sie sein sollte", wird Klöden zitiert. "Die erste Saisonhälfte war wegen meinen Krankheiten hart, aber das liegt jetzt hinter mir und ich konzentriere mich vollkommen auf meinen ersten Giro."

Klöden scheint aus dem Astana-Spitzentrio die besten Voraussetzungen für einen Spitzenplatz mitzubringen - das meint auch Teamsprecher Philippe Maertens: "Er hat die aktuell beste Form. Er kann gewinnen - warum nicht?" Während Klöden mit frischem Lorbeer nach Italien reist, muss Leipheimer, zuletzt Dritter bei der Georgia-Rundfahrt, eine Trainingsphase abbrechen. Contador, dem Verbindungen zum Doping-Arzt Eufemiano Fuentes nachgesagt werden, erholte sich gerade von einer Zahnoperation. Ihn erreichte der Anruf von Bruyneel im Urlaub. "Nach meinen Recherchen konnten keine bei Fuentes gefundenen Blutbeutel Contador zugerechnet werden", sagte Zomegnan am Montag der "Gazzetta dello Sport".

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