Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Radsport >

Radsport: Erik Zabel steigt endgültig vom Rad

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Radsport  

Zabel: "Es ist der richtige Moment aufzuhören"

26.09.2008, 12:48 Uhr | sid

Erik Zabel (Foto: imago)Erik Zabel (Foto: imago) Erik Zabel steigt vom Rad und beendet seine von grandiosen Siegen gezeichnete, aber auch mit einem Makel behaftete Bilderbuch-Karriere. Nach 201 Profisiegen in 16 Jahren setzt der erfolgreichste deutsche Radprofi aller Zeiten zum letzten Sprint in den Ruhestand an.

Nach der Straßenrad-WM im italienischen Varese als letztem Höhepunkt gibt der 38-Jährige beim Münsterland-Giro am 3. Oktober seine Abschiedsvorstellung. "Ich hatte in diesem Jahr viel Spaß am Radsport und konnte auf Augenhöhe mit der internationalen Konkurrenz fahren. Ich weiß nicht, ob das in einer weiteren Saison noch möglich wäre, und denke, dass dies daher der richtige Moment ist, um aufzuhören", erklärte Zabel am Rande der WM.

Rad-WM Zeitfahrgold für Grabsch
Rad-WM Judith Arndt holt Bronze
Straßenrennen Stefan Schumacher will Weltmeister werden

Riesenboom und Doping-Geständnis

Als Nobody aus Prenzberg war Zabel einst in die Radsport-Welt ausgezogen, bescherte der Szene in Deutschland fortan zusammen mit Jan Ullrich einen noch nie dagewesenen Boom und avancierte zwischenzeitlich als Hauptdarsteller in der "Höllentour" sogar zum Filmstar. In Erinnerung bleiben aber auch die Tränen am 24. Mai 2007, als Zabel an der Seite von Rolf Aldag in Bonn vor einem Millionenpublikum ein Doping-Geständnis ablegte.

Konkurrenz sah meist das Hinterrad

Wie es mit Zabel weitergeht, steht noch in den Sternen. Eine Lücke hinterlässt der Sprinter allemal. Nicht nur beim Team Milram, für das er seit 2006 fährt. Zabel tritt auch als erfolgreichster noch aktiver Radprofi von der Bühne ab. Wo Zabel war, war meist auch vorne. Wenn "Ete" in seiner besten Zeit beim Team Telekom beziehungsweise T-Mobile - 13 Jahre fuhr er für den Bonner Rennstall - zum Sprint ansetzte, sah die Konkurrenz meist nur sein Hinterrad. Sechsmal fuhr Zabel bei der Tour de France ins Grüne Trikot des Sprintbesten, er gewann dabei zwölf Etappen, womit er deutscher Rekordhalter ist. Insgesamt ging er 14-mal bei der "Grande Boucle" an den Start, ebenfalls eine nationale Bestmarke.

Vier Triumphe beim Lieblingsrennen

Bei seinem Lieblingsrennen Mailand-San Remo triumphierte er viermal. Einen fünften Erfolg ließ er einst auf dem Asphalt liegen, weil er zu früh jubelte. Neben weiteren zahlreichen Etappensiegen bei der Vuelta, der Deutschland-Tour oder der Tour de Suisse gehören die Siege beim Amstel Gold Race, bei Paris-Tour oder den Cyclassics in Hamburg zu seinen herausragenden Erfolgen.

WM-Titel wäre perfekter Abschluss

Nur einem Titel fuhr Zabel immer hinterher, dem Gewinn der Straßenrad-WM. Zweimal (2004 und 2006) war er Zweiter, einmal (2002) Dritter. Es wäre für Zabel der perfekte Abschluss, sollte es am Sonntag in Varese klappen.

Unermüdlich im Einsatz

"Das Rad ist mein Freund", hat der in Unna beheimatete Zabel stets gesagt, und dabei konnte die Saison oft nicht lang genug sein. Als sich sein langjähriger Kollege Ullrich regelmäßig im Frühjahr noch mit Winterspeck herumschlug, holte Zabel mit Etappensiegen die Kohlen aus dem Feuer. Und wenn die Kollegen im Winter längst in der Sonne lagen, sprintete der Ausnahmeathlet noch bei den Sechstagerennen um Rundengewinne.

Zweite Chance bekommen

"In Erik Zabel verliert nicht nur das Team Milram, sondern der gesamte Profisport einen bedeutenden Athleten. Wir bedanken uns bei ihm für die tolle Zusammenarbeit in den letzten drei Jahren", sagte Milram-Teamchef Gerry van Gerwen. Dabei war die Zusammenarbeit im vorigen Jahr arg auf die Probe gestellt, als Zabel gestanden hatte, 1996 gedopt zu haben ("Habe Epo für 256 Mark ausprobiert"). Milram sah von einem Rauswurf ab und gab Zabel eine zweite Chance.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal