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WM-Hotel der Luxemburger durchsucht

27.09.2008, 13:07 Uhr | dpa, sid

Neue Doping-Verdacht gegen Frank Schleck (Foto: imago)Neue Doping-Verdacht gegen Frank Schleck (Foto: imago) Razzia im WM-Quartier der luxemburgischen Rad-Nationalmannschaft: In der Nacht durchsuchte die Polizei nach Augenzeugenberichten mehr als fünf Stunden lang mit etwa 20 Beamten das Team-Hotel in Gaggiolo bei Varese. Offenbar waren die Ermittler auf der Suche nach einem in Italien verbotenen Sauerstoffzelt zur Simulation eines Höhentrainings.

Das Sauerstoffzelt ist laut den Regeln der UCI zwar erlaubt, nicht aber in Italien, das eine wesentlich strengere Doping-Gesetzgebung aufweist. Ob das Vorgehen in Zusammenhang mit den neuen Vorwürfen gegen den Luxemburger Radprofi Frank Schleck steht, blieb zunächst unklar.

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Zur Anhörung vorgeladen

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ist der 28 Jahre alte Schleck Kunde des spanischen Doping-Arztes Eufemiano Fuentes gewesen. Kopien des Schecks über 6991 Euro aus dem März 2006 sind der Luxemburger Staatsanwaltschaft vom Bundeskriminalamt in Wiesbaden übermittelt worden. "Ja, es gibt diese Kontobewegung von rund 7000 Euro an Herrn Fuentes, ich habe den Kontoauszug aus Deutschland erhalten", sagte der Luxemburger Oberstaatsanwalt Robert Biever der Zeitung. "Ich habe diese Dokumente zu Schleck vor wenigen Wochen an die luxemburgische Antidoping-Agentur weitergegeben." Diese lud Schleck zu einer Anhörung vor.

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UCI-Präsident: "Haben keine Handhabe, ihn zu sperren"

Der Weltverband UCI sieht sich hingegen außerstande, erste Konsequenzen zu ziehen. "Für uns gibt es vom Reglement keine Handhabe, ihn zu sperren. Der Luxemburger Verband könnte ihn nicht starten lassen", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid. "Was ich denke, und das Reglement sind zwei verschiedene Dinge. Ich habe unseren Gesetzen zu folgen", sagte der Ire. Er werde sich bemühen, die Unterlagen zu erhalten. Sollten sich die Vorwürfe gegen Schleck erhärten, wäre McQuaid "enttäuscht".

Kein Vergleich mit dem Fall Valverde

"Bis zur Stunde liegt uns kein Dokument vor, dass im Fall Schleck seine Zusammenarbeit mit Fuentes nahelegt. Deshalb ist er natürlich startberechtigt. Der Fall Valverde im Vorjahr lag anders. Wir hatten belastende Unterlagen und gehen weiter davon aus, dass er mit Fuentes zusammengearbeitet hat", sagte UCI-Sprecher Enrico Carpani. Der Spanier Alejandro Valverde, der gerade die ProTour-Gesamtwertung gewonnen hat und auch in Varese wieder als einer der Top-Favoriten gilt, hatte seinen WM-Start im Vorjahr nach UCI-Intervention in Stuttgart per Gerichtsbeschluss erwirkt.

Schleck beteuert seine Unschuld

"Ich konzentriere mich auf das Rennen. Ich habe nicht gedopt", sagte Schleck am Morgen nach der Razzia. Den Termin bei der nationalen Anti-Doping-Behörde bestätigte der Profi aus dem Bjarne-Riis-Team, der im Juli bei der Tour de France zwei Tage das Gelbe Trikot getragen und in der Endabrechnung in Paris Rang sechs belegt hat. In den Fuentes-Akten steht ein Verweis auf "den Freund des Birillo". Dabei könnte es sich um Schlecks Codenamen handeln; "Birillo" war Ivan Bassos Deckname.

Vier Dopingfälle bei der Tour

"Ich kenne den Herrn Fuentes nicht", hatte Schleck während der Tour erklärt, nachdem das Auto seines Vaters von der Polizei ergebnislos nach Drogen durchsucht worden war. Bei der Frankreich-Rundfahrt waren vier Profis des Dopings, größtenteils mit CERA, überführt worden. Darunter befanden sich der italienische Topstar und zweifache Etappengewinner Riccardo Ricco und der frühere Lance Armstrong- und Jan-Ullrich-Helfer Manuel Beltran aus Spanien.

Test mit neuen Untersuchungsmethoden angekündigt

Die Französische Anti-Doping-Agentur will laut der Zeitung "La Gazzetta dello Sport" am Montag nach einer neuen Methode weitere Blut-Analysen von verdächtigten Fahrern der vergangenen Tour de France vornehmen lassen. "Einige Fahrer, die in Varese starten, werden wohl etwas schlecht schlafen", sagte Agenturpräsident Pierre Bordry. Das Labor in Chatenay-Malabry bei Paris werde auf der Suche nach Rückständen des neuartigen EPO-Produkts CERA "nach einer völlig neuen Methode" vorgehen.

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