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Radsport  

Bei Holczer kommt keine Euphorie auf

29.09.2008, 13:44 Uhr | sid

Hans-Michael Holczer (Foto: imago)Hans-Michael Holczer (Foto: imago) Nach der Rekord-Ausbeute von Varese gab es im deutschen Radsport-Lager eigentlich genügend Grund zur Freude, doch bei Hans-Michael Holczer wollte trotzdem keine große Euphorie aufkommen.

"Die Krisenstimmung in Deutschland wird bleiben. Solange immer wieder irgendwelche Skandale pünktlich zu den Großereignissen aufkommen, werden auch die Erfolge an der Grundstimmung nichts ändern", sagte der Gerolsteiner-Teamchef.

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Die Sponsoren ziehen sich zurück

Holczer sieht auf den deutschen Radsport trotz des sportlichen Aufschwungs mit fünf Medaillen bei der Straßen-WM in Italien - soviel wie nie zuvor - schwere Zeiten zukommen. "Uns sind quasi zwei deutsche Mannschaften weggebrochen, nur Milram bleibt im nächsten Jahr bestehen. Da fehlt es am Unterbau", ergänzte Holczer, der aus eigener Erfahrung spricht. Am Saisonende muss er seinen Gerolsteiner-Rennstall schließen, nachdem er keinen Sponsor finden konnte. Allem Anschein nach muss insbesondere der deutsche Radsport die zahlreichen Dopingskandale teuer bezahlen.

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Rad-WM nur bedingt Werbung

Die Aussichten sind in der Tat nicht rosig: Die TV-Berichterstattung von der Tour der France und anderen Großereignissen steht bei der ARD auf der Kippe und damit auch die Austragung von Top-Rennen wie der Deutschland-Tour. In den nächsten Wochen wollen die Intendanten eine Entscheidung treffen. Düsseldorf wollte so lange erst gar nicht warten und zog seine Bewerbung als Startort der Tour de France 2010 kurzerhand zurück. Inwieweit die deutschen WM-Starter durch ihre guten Leistungen Werbung für den Radsport betreiben konnten, ist fraglich, denn auch die WM in Varese wurde durch die neuen Doping-Anschuldigungen gegen Topstar Frank Schleck und die Razzia im luxemburgischen Teamhotel überschattet.

BDR-Boss Bremer: "Der Radsport ist nicht tot"

"Der Radsport ist nicht tot, das hat man hier in Italien gesehen", sagt Burckhard Bremer. Der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) verweist auf die Begeisterung der Tifosi und hofft auch auf einen Wandel in Deutschland. Sportlich ist Optimismus beim BDR durchaus angebracht. Insbesondere bei den U23-Rennen drängten viele hoffnungsvolle Talente in den Vordergrund und empfahlen sich für höhere Aufgaben.

Generationenwechsel, aber kein Stimmungswandel

Der deutsche Nachwuchs ist begehrt: Dominic Klemme wechselt zu Bjarne Riis in den CSC-Rennstall, Paul Voß wurde von Milram verpflichtet, und Silbermedaillengewinner Patrick Gretsch steht ebenfalls in Verhandlungen mit ProTour-Teams. Auch der 19-jährige John Degenkolb, Dritter im Straßenrennen, darf sich Hoffnungen auf einen baldigen Aufstieg machen. "Wir sind beim Nachwuchs gut aufgestellt. Es ist ein Wechsel im Gange. Fahrer wie Erik Zabel gehen, dafür kommen viele junge aufstrebende Leute nach", beschreibt Bremer den Generationenwechsel. Nur ein Stimmungswandel ist in Deutschland nicht in Sicht.

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