Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport > Radsport >

Auch Kohl positiv auf EPO getestet - Holczer kapituliert

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Radsport  

Auch Kohl positiv auf EPO getestet - Holczer kapituliert

13.10.2008, 21:35 Uhr | sid

Dopingsünder Bernhard Kohl (Foto: imago)Dopingsünder Bernhard Kohl (Foto: imago) Die Doping-Lawine im Radsport nimmt immer mehr an Fahrt auf, und wieder ist das Team Gerolsteiner betroffen. Eine Woche nach Stefan Schumacher hat es auch dessen Teamkollegen Bernhard Kohl aus Österreich erwischt.

Bei den durch die französische Antidoping-Agentur (AFLD) nachträglich durchgeführten Bluttests der Tour de France ist auch der Bergkönig und Gesamtdritte in die EPO-Falle getappt. Das bestätigte Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer und kündigte zugleich seinen Rückzug aus dem Radsport an.

Comeback Armstrong startet beim Giro - Basso wieder auf dem Rad
Dopingsumpf Holczer: Deutscher Radsport hat keine Chance
Foto-Show Geständige Dopingsünder im Radsport

Holczer: "Ich kapituliere vor dieser kriminellen Energie"

"Bernhard Kohl hat mich angerufen, er hat von der NADA einen Brief bekommen", sagte Holzcer und fügte hinzu: "Ich bin unendlich traurig. Das zeigt die ganze Macht- und Hilflosigkeit. Für mich ist es an der Zeit, mich zu verabschieden. Ich kapituliere vor dieser kriminellen Energie", sagte Holczer. "Sind das die beiden letzten die man findet?", stellte er hilflos fest.

Nach Schumacher-Skandal ARD und ZDF erwägen Tour-Ausstieg
Geständnis Schleck gibt Zahlungen an Fuentes zu
Übersicht Die größten Doping-Skandale bei der Tour

Wechsel zu Silcence-Lotte bereits fix

Kohl, bei dem ebenfalls das EPO-Präparat CERA gefunden wurde, war einer der Shooting-Stars bei der Tour 2008. Quasi aus dem Nichts fuhr er auf den dritten Gesamtrang und ließ mit seinen Kletterqualitäten schon im Sommer Zweifel aufkommen. Für das kommende Jahr hat er bereits einen Vertrag beim belgischen Rennstall Silence-Lotto unterschrieben. Dort sollte er mit dem Tour-Zweiten Cadel Evans die Doppelspitze bilden. Falls der positive Befund bestätigt würde, sei dieser Vertrag aber natürlich hinfällig, erklärte Teamchef Geert Coemann.

Keine Bestätigung von Kohls Manager

Kohl selbst war telefonisch nicht zu erreichen, sein Manager Stefan Matschiner sagte: "Ich kann das noch nicht bestätigen. Bernhard hat ein Kuvert bekommen, der Inhalt war französisch. Das müssen wir erst übersetzen." Sollte es sich um die Benachrichtigung über eine positive Probe handeln, werde man wegen des laufenden Verfahrens bis zur möglichen Öffnung einer B-Probe keine Stellungnahme abgeben, sagte Matschiner.

Foto-Show Sportler und ihre Doppelgänger
Testen Sie Ihr Wissen
Zum Durchklicken Die schönsten Sport-Fotos der Woche

Auch Schumacher und Piepoli positiv getestet

Holczer, der im Sommer vergeblich nach einem Nachfolger für den zum Saisonende aussteigenden Hauptsponsor Gerolsteiner gesucht hatte, will gegen Kohl ebenso juristisch vorgehen wie gegen Schumacher. "Ich werde zu 100 Prozent den selben Weg gehen", kündigte er eine Schadensersatzklage an. In Kohl ist bereits der dritte Tour-Teilnehmer bei der Nachkontrolle positiv auf das EPO-Mittel CERA getestet worden. Genau eine Woche zuvor waren Deutschlands Shootingstar Schumacher und der italienische Kletterkünstler Leonardo Piepoli bei jeweils zwei Proben aufgeflogen.

Doping Italiener Piepoli bei Tour positiv getestet
Staatsanwaltschaft Schumacher auf den Fersen

Neue Untersuchungs-Methode soll in Kürze auf den Markt kommen

Und das Ausmaß der Krise ist noch gar nicht absehbar. In den französischen Labors werden noch weitere Blutproben analysiert. Das neue Testverfahren war erst im September auf den Markt gekommen, wie sich herausstellt, mit durchschlagendem Erfolg. Bei der Methode ist CERA im Blut deutlicher nachweisbar als zuvor im Urin. Zudem kündigte AFLD-Präsident Pierre Bodry jüngst an, in Kürze eine neue Methode zum Nachweis von Eigenblutdoping auf den Markt zu bringen. Damit sollen dann die Proben weiterer Fahrer mit auffälligen Blutwerten analysiert werden.

IOC 5000 Proben werden geöffnet

Tour steht unmittelbar vor Doping-Rekord

Damit gestaltet sich die Tour de France 2008 im Nachhinein mehr und mehr als Farce. Bereits während der Frankreich-Rundfahrt im Sommer waren die Spanier Manuel Beltran und Moses Duenas sowie der zweimalige Etappengewinner Riccardo Ricco positiv auf CERA getestet worden. Außerdem wurde dem Kasachen Dimitri Fofonow die Einnahme eines Stimulans nachgewiesen. Sollten sich nun die drei positiven Fälle auch in der B-Probe bestätigen, käme die Tour schon auf ein Rekordergebnis von sieben Dopingfällen.

Armstrong Doping-Nachuntersuchung abgelehnt
Umfrage Deutsche wollen Lance Armstrong nicht

Schumacher bereits im Visier der Ermittler

Im Fall Schumacher, der am 3. und 15. Juli positiv getestet worden war, sind bereits die Mühlen der Justiz in vollem Gange. Beim Bund Deutscher Radfahrer ist die Einleitung eines Sportrechtsverfahrens bereits vorbereitet. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ebenfalls Ermittlungen gegen den zweimaligen Etappensieger eingeleitet. Unterdessen hat das Schumacher-Lager die Rechtmäßigkeit der Proben angezweifelt.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Anzeige
Biermann über den Gipfelsturm 
"Das war ein richtiges Gänsehautgefühl"

Der deutsche Amateur-Radsportler erklimmt den Mont Ventoux mit einem Spenderherz. Video

"So schnell wie seit 10 Jahren nicht" 
Christoph Biermann gerät in Köln an seine Grenzen

Beim Velodom wird deutlich: Die Härte am Berg fehlt ihm nach seiner Herztransplantation noch. Video

Nach Herztransplantation auf den Mont Ventoux 
Christoph Biermann und das Rennen seines Lebens

Acht Monate wartete der Hobby-Radfahrer auf ein Spenderherz. Jetzt nimmt er den Ventoux ins Visier. Video



Anzeige
shopping-portal