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Milram schließt Ausstieg nicht mehr aus

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Radsport  

Milram schließt Ausstieg nicht mehr aus

15.10.2008, 19:31 Uhr | dpa

Das Team Milram. (Foto: imago)Das Team Milram. (Foto: imago) Nach den jüngsten Doping-Enthüllungen um die Gerolsteiner-Radprofis Stefan Schumacher und Bernhard Kohl geht auch beim Team Milram die Angst um. "Es wäre vermessen zu sagen, wir machen uns keine Sorgen", sagte Martin Mischel vom Hauptsponsor Nordmilch AG der Tageszeitung "Die Welt".

Der ab der kommenden Saison einzige deutsche ProTour-Rennstall hat für 2009 bereits sechs Gerolsteiner-Fahrer verpflichtet, sei nach eigenen Angaben jedoch nie an den positiv auf EPO getesteten Schumacher und Kohl interessiert gewesen. Unterdessen hat der Sportausschuss des Deutschen Bundestages dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) mit der Sperrung oder gar Streichung der Bundesmittel gedroht. Der BDR wurde zu einer Stellungnahme aufgefordert. BDR-Präsident Rudolf Scharping soll auf der nächsten Ausschusssitzung am 12. November die Anti-Doping-Politik seines Verbandes erläutern.

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Milram will Ausstieg nicht ausschließen

Mit Blick auf mögliche künftige Dopingfälle betonte Mischel, dass sich Milram auch einen frühzeitigen Ausstieg aus dem Radsport offenhalte. "Natürlich gibt es Exit-Strategien für alle Fälle, alles andere wäre fahrlässig." Konkrete Bedingungen nannte er nicht. In den neuen Fahrer-Verträgen von Milram gäbe es zudem eine Klausel, "dass wir bereits bei Verdachtsmomenten parallel zu den offiziellen Tests weitere unabhängige Kontrollen vornehmen werden. Gegebenenfalls würde dann ein Fahrer umgehend suspendiert".

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Wegmann ist enttäuscht

Fabian Wegmann, einem der sechs Gerolsteiner-Fahrer, die 2009 für Milram in die Pedale treten werden, ist durch die Entwicklungen der vergangenen Tage nach eigenen Angaben "die Laune vergangen". Auf seiner Homepage schrieb der 28-Jährige: "Nun ist plötzlich alles vorbei, die Saison vorzeitig beendet und ich bin einfach nur enttäuscht." Am Wochenende wollte der deutsche Meister bei der Lombardei-Rundfahrt sein letztes Rennen in diesem Jahr bestreiten. Nach den beiden Dopingfällen hat das Team Gerolsteiner aber gemäß des Ethik-Codes die Teilnahme am Herbstklassiker abgesagt.

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Fabian Wegmann ist enttäuscht. (Foto: imago)Fabian Wegmann ist enttäuscht. (Foto: imago)

Härtere Strafen gefordert

Die bis dato angewandte Zwei-Jahres-Sperre für verurteilte Dopingsünder hält der Präsident des Radsport-Weltverbandes UCI, Pat McQuaid, mittlerweile für zu gering. Der Ire forderte, "vorsätzliche Betrüger" ab 2009 für vier Jahre aus dem Verkehr zu ziehen. Bislang gelten die Regeln eines weltweiten Anti-Doping-Codes, der nach einer positiven Dopingprobe eine maximale Sperre von zwei Jahren vorsieht. "Ab dem 1. Januar sind wir da aber etwas flexibler", betonte der Verbands-Chef.

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UCI-Präsident sauer auf Kohl und Schumacher

In den Augen McQuaids würden Schumacher und Kohl unter die Kategorie "vorsätzliches Betrügen" fallen, "da beide gezielt zur Tour de France gedopt" hätten. Bestraft könnten die Fahrer zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht werden, räumte McQuaid ein. "Sollten beide aber für schuldig befunden werden, will ich persönlich - und wahrscheinlich auch jeder andere in der Radsport-Familie - sie nie wieder fahren sehen."

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Kohl will sich äußern

Der Österreicher Kohl hat zwei Tage nach Bekanntwerden seines positiven EPO-Befundes für Donnerstag eine Stellungnahme zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen angekündigt. Auf der Homepage seines Sponsors Erybol wurde der diesjährige Sieger des Bergtrikots bei der Tour zitiert: "Ich bin mir meiner Verantwortung gegenüber den Fans, Medien und meinen Sponsoren bewusst."

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Dubiose Interneteinträge

Noch zuvor hatte der 26-Jährige auf der Homepage des Herstellers für Nahrungsergänzungsprodukte laut einer Meldung der Nachrichtenagentur "APA" erklärt: "Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Wissentlich habe ich nichts Verbotenes zu mir genommen." Der Eintrag ist mittlerweile gelöscht worden.

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