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Tour de France: ASO hat kein Verständnis für ARD-Ausstieg

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Radsport  

"Es sollte gesucht und nichts gefunden werden"

17.10.2008, 13:43 Uhr | t-online.de, dpa

Hat das Fass zum Überlaufen gebracht: Dopingsünder Bernhard Kohl (Foto: imago)Hat das Fass zum Überlaufen gebracht: Dopingsünder Bernhard Kohl (Foto: imago) Der Veranstalter der Tour de France hat kein Verständnis für den TV-Ausstieg aus der Tour-Live-Berichterstattung der öffentlich rechtlichen Sender in Deutschland, wo der Radsport langsam aber sicher zur Randsportart verkommt.

"Die ARD hat einen Anti-Doping-Kampf verlangt und empört sich, wenn gedopte Fahrer entlarvt werden", hieß es in einer Stellungnahme der Pariser Verlagsgruppe, die sich "seit einigen Jahren einen Kampf gegen Doping ohne Pardon" attestierte. Es sollte wohl "gesucht und nichts gefunden" werden. Durch den Rückzug von ARD und ZDF dürfte der ASO rund sieben Millionen Euro im Tour-Budget fehlen.

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"Die große Mehrheit der Fahrer dopt nicht"

Die ARD treffe mit ihrer Entscheidung "unglücklicherweise jene, die gegen Doping vorgehen". Die Amaury Sports Organisation (ASO) zitierte den Vorsitzenden der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD, Pierre Bordry, der in diesem Jahr die Doping-Kontrollen bei der Tour leitete und sieben Doper - darunter die in einem nachträglichen Test aufgefallenen Stefan Schumacher und Bernhard Kohl - entlarvt hatte: "Die große Mehrheit der Fahrer dopt nicht."

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Nach-Untersuchungen eingestellt

Neben den Namen der beiden Gerolsteiner-Profis kursierten während der Weltmeisterschaft in Varese Ende September noch andere Namen prominenter Fahrer, denen in AFLD-Nach-Kontrollen ebenfalls das Blut-Doping-Mittel CERA nachgewiesen worden sein soll. Die "Gazzetta dello Sport" prophezeite einen "Tsunami", der den Welt-Radsport erheblich beschädigen würde. Nach dem Fall Kohl hatte Bordry die Nach-Untersuchungen jedoch für abgeschlossen erklärt.

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Milram alleine auf weiter Flur

Auch wenn jetzt erst einmal keine weiteren Dopingsünder auffliegen dürften: Deutschland wird sich zum weißen Fleck auf der Landkarte des Profi-Radsports entwickeln. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen springt ab, Rennen sterben, Sponsoren fliehen. Das Milram-Team der Bremer Nordmilch AG wird 2009 das einzige von einst drei deutschen ProTour- Teams sein und stellt sein weiteres Engagement auch mit dem zukünftig zu erzielenden Werbeeffekt in Zusammenhang. "Radsport in Deutschland wird auf die Bedeutung vor Jan Ullrich zurückfallen", vermutet Jochen Hahn, Sportlicher Leiter beim Milram-Team, das 2009 nach nationaler Identifikation strebt und alles auf die Hoffnungsträger Linus Gerdemann und Gerald Ciolek setzen will.

Hintertürchen bleibt offen

Trotzdem behält sich Milram-Vorstands-Mitglied Martin Mischel einen Ausstieg aus dem Vertrag vor dem Ablauf 2010 vor - allein aus Marketing-Gesichtspunkten. "Für uns als Sponsor des einzigen deutschen Teams ergibt sich die Notwendigkeit, den Wert unseres Sponsoring-Engagements neu zu beurteilen. Das können wir aber erst nach Ablauf des kommenden Jahres tun, wenn wir die Auswirkungen auf den tatsächlichen Werbeeffekt 2009 für unsere Marke bewertet haben", sagte er.

Radsport "Prügelknabe der Nation"

Zeitfahr-Weltmeister Bert Grabsch meldete sich beim Internetanbieter "Radsport-News" zu Wort. Er habe das Gefühl, dass der Radsport "der Prügelknabe der Nation" sei. "Am meisten tut es mir für den Nachwuchs leid. Was können die jungen Fahrer dafür, dass bei den Profis gedopt wird?" fragte der 33-jährige Columbia-Profi. "Wer denkt, dass nur im Radsport gedopt wird, ist naiv. Immerhin können wir für uns in Anspruch nehmen, dass bei uns aussortiert wird".

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