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Radsport: Bund Deutscher Radfahrer erhält weiter Steuermittel

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Radsport - Doping  

Steuergelder fließen weiter in den Radsport

12.11.2008, 16:05 Uhr | sid

Rudolf Scharping feiert einen Erfolg. (Foto: imago)Rudolf Scharping feiert einen Erfolg. (Foto: imago) Großer Sieg für den von Dopingskandalen erschütterten deutschen Radsport: Dank einer Rolle rückwärts des Bundestags-Sportausschusses wird der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) weiter aus Steuermitteln gefördert.

Der Ausschuss sprach sich nach einer turbulenten 90-minütigen Anhörung von BDR-Präsident Rudolf Scharping und der Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) Göttrik Wewer gegen eine qualifizierte Haushaltssperre für 50 Prozent der Spitzensport-Förderung des Jahres 2009 aus, wie sie die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt hatte.

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Vollständige Mittelstreichung vom Tisch

Nachdem vor vier Wochen auch Vertreter aus anderen Parteien, wie der Ausschuss-Vorsitzende Peter Danckert (SPD) und sein Stellvertreter Peter Rauen (CDU), noch ihre Unterstützung für die damals diskutierte vollständige Streichung der Mittel signalisiert hatten, stand diesmal der Bündnisgrüne Winfried Hermann alleine da. "Die Kollegen haben sich von Rudolf Scharping einlullen lassen", kommentierte Hermann den Sinneswandel seiner Kollegen.

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Kein Geld für Dopingproben

Auch eine Rückforderung von 2008 gezahlten Geldern wird es nicht geben. Diese stand im Raum, weil es bei der Mountainbike-DM im September in Singen aus finanziellen Gründen keine Dopingproben gegeben hatte. Der BDR hatte schlicht kein Geld mehr dafür, wie Scharping begründete. Sein Verband erhielt in diesem Jahr Steuergelder in Höhe von insgesamt 2,579 Millionen Euro, wovon allerdings nur ein Prozent in den besonders belasteten Profi-Radsport flossen.

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"Positive Proben positiv sehen"

Nach der Entscheidung dürfte die Drohung mit Haushaltssperren oder Mittelkürzungen für Sportverbände zukünftig kaum mehr als Druckmittel taugen, auch wenn die SPD-Abgeordnete Dagmar Freitag sagte: "Der Sport wird sich daran gewöhnen müssen, dass sich Politik stärker in die Vergabe von Steuermitteln einmischt." Was das heißen könnte, erklärte ihr CDU-Kollege Klaus Riegert: "Wir müssen positive Proben nicht negativ, sondern positiv sehen."

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Der Radsport kämpft unterdessen trotz der Fortsetzung der öffentlichen Förderung mit großen finanziellen Schwierigkeiten. "Die Dopingproblematik reißt erhebliche Lücken in unseren Haushalt, mit Blick auf 2009 wegen ausfallender Veranstaltungen und Sponsoren 500.000 Euro", sagte der ehemalige Verteidigungsminister Scharping: "Doping ist unverändert ein großes Problem im Profi-Radsport der Männer." Wären die öffentlichen Mittel für den BDR gestrichen worden, hätte der Verband laut seinem Präsidenten von 17 Beschäftigten ein gutes Drittel entlassen müssen.

Anti-Doping-Kampf mit "Luft nach oben"

NADA-Chef Wewer sagte gegenüber den Abgeordneten: "Wir halten die nicht erfolgten Dopingkontrollen bei der Mountainbike-DM für einen Verstoß, aber für einen geringfügigen." Zugleich machte er deutlich, der BDR habe bei seinem Anti-Doping-Kampf noch "Luft nach oben". Hermann warf Scharping und seinem Verband vor, er sei erst aktiv geworden, "als ihm das Wasser schon über dem Kopf stand. Sie haben viel zu lange gezögert. Und Sie sind bis zum heutigen Tag nicht konsequent." Deshalb schlug der Grünen-Politiker vor, 50 Prozent der Spitzensport-Förderung für den BDR nur auszuzahlen, wenn er seinen Anti-Doping-Kampf belegen kann.

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